Škoda Rapid Spaceback 1.4 TSI – Test & Fahrbericht

Škoda Rapid Spaceback – Test & Fahrbericht

Die Spaceback genannte Schrägheck-Variante des Škoda Rapid verspricht mehr Individualisierung und Lifestyle. In der 122 PS starken Top-Motorisierung und Elegance-Ausstattung sowie Style-Paket prüfte ich den Rapid Spaceback auf Herz und Nieren.

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2013 Skoda Rapid Spaceback Typ NH 1.4 TSI DSG Green tec Elegance Style Sprint-Gelb Vorderansicht Tunne

Škoda Rapid Spaceback – Im Stand

Der sieht richtig gut aus. Ungewohnt, dass ein Škoda neben dem gewohnten Pragmatismus plötzlich auch durch Optik punktet. Maßgeblich verantwortlich hierfür ist das Style-Paket, das aus dem praktischen Steilheck einen hübschen Kompakten macht. Sprint-Gelb wäre zwar nicht meine erste Wahl – das wäre eher das Corrida-Rot – aber der Kontrast, den das 1.170 € teure Paket dem Rapid Spaceback angedeihen lässt, gefällt auf den ersten Blick.

Skoda Rapid Spaceback PanoramaDer Preis ist fair. Einerseits beinhaltet es viel, andererseits gewinnt der Škoda Rapid Spaceback dadurch optisch in hohem Maße an Attraktivität. Das geradezu verschwenderisch große Panorama-Glasdach, die verlängerte dunkle Heckscheibe sowie der schwarze Dachkantenspoiler, die schwarzen Außenspiegel und die dazugehörigen abgedunkelten Heckleuchten wie Nebelscheinwerfer – diese recht einfachen Maßnahmen machen aus dem Rapid Spaceback ein stylisches Stadtauto. Persönlich war ich ja nie ein Freund dieser ganzen Panoramadächer, aber das Glasdach im Škoda sorgte bei mir für eine spürbar gehobene Wohlfühlatmosspähre.

Sonst besticht der Spaceback mit Škoda-typischen Tugenden. Klares, angenehm unauffälliges Design, solide Verarbeitung und viele praktische Detaillösungen. Mit 415 Liter Kofferraum-Volumen schluckt der Spaceback zwar deutlich weniger als der Rapid (550 Liter), aber immernoch 35 Liter mehr als ein VW Golf VII. Hinzu kommen natürlich diverse Netze, der Abfalleimer in der Tür, der obligatorische Tickethalter an der Windschutzscheibe sowie der stets erwähnte Eiskratzer im Tankdeckel. Škoda eben.

2013 Skoda Rapid Spaceback Typ NH 1.4 TSI DSG Green tec Elegance Style Sprint-Gelb Frontalansicht Tunne

Was mich dagegen am Rapid Spaceback stört, ist dieses unfassbar hässliche Tagfahrlicht. Schön, dass es Xenon-Scheinwefer gibt – das ist nicht selbstverständlich für Škoda – aber das Halogen-TFL sorgt für unharmonisches Licht-Design. Während es dagegen für den Škoda Fabia III LED-Tagfahrlicht gibt, bleibt ihm die Xenon-Technik vorenthalten. Das ist ärgerlich. Interessant dürfte jedoch zu sehen sein, ob der neue Škoda Fabia III Combi (NJ5) dem Rapid Spaceback zur Gefahr wird …

Auch aus der Cockpit-Perspektive gibt es ein wenig Kritik. Dass die Griffe im Dachhimmel nicht gedämpft sind oder nicht aussschließlich aufgeschäumter Kunststoff verbaut wird, ist vertretbar. Schwerer ins Gewicht fällt dagegen, dass sich das Armaturenbrett sowie die Chromzierelemente sowohl in der Frontscheibe als auch in den Außenspiegeln bei Dunkelheit stark spiegeln. Die mitlaufenden Skalen des Kombiinstruments empfinde ich in puncto Ablesbarkeit nicht optimal. Sonst lässt sich der Rapid Spaceback im Cockpit tadellos bedienen. Die Ergonomie passt und ist gewohnt gut. Einzig dem Navigationssystem ist anzumerken, dass es nicht mehr das jüngste ist. Zuweilen dauern Berechnungen etwas länger, die Navigation selbst war während des Tests fehlerfrei.

2013 Skoda Rapid Spaceback Typ NH 1.4 TSI DSG Green tec Elegance Style Cockpit Interieur Innenrau

Sympathisch finde ich ja die Reduziertheit in Sachen Assistenz. Der Testwagen verfügte über keinen Licht- und Regensensor; ein Umstand, den ich als sehr angenehm zur Kenntnis nahm, da mich bisher kein Licht-/Regensensor voll überzeugen konnte. Auch die konventionelle Geschwindigkeitsregelanlage ohne Abstands-Tralala trifft meinen Nerv.

Škoda Rapid Spaceback – Auf Fahrt

Schnell wird klar: Der 1.4er Turbo-Motor und das Doppelkupplungsgetriebe DSG harmonieren sehr gut. Für den Stadtbetrieb ist diese Kombination ideal, um sich stressfrei durch den Berufsverkehr zu schleusen. Mit seinen 122 PS sowie 200 Nm Drehmoment lässt sich der Rapid Spaceback flott und souverän bewegen – ganz gleich, ob Stadt, Land, Autobahn. Zwar ist der kompakte Tscheche bei Bedarf zügig zu bewegen, zum Sportler wird er jedoch nicht. Daher ist es nur konsequent, dass Škoda auf Schaltpaddles verzichtet. Diese würden der Fahrzeug-Positionierung zuwider laufen und entsprechend lächerlich wirken.

2013 Skoda Rapid Spaceback Typ NH 1.4 TSI DSG Green tec Elegance Style Sprint-Gelb Heckansicht Landstrass

So passen auch die komfortable Fahrwerksabstimmung und die leichtgängige Lenkung zum Charakter des Spaceback. Das DSG schaltet und waltet beinahe unmerklich im Hintergrund ohne Zugkraftunterbrechung und trägt maßgeblich zum wahrgenommenen Wohlfühl-Komfort bei. Und wenn ich es an der Ampel etwas eiliger hatte, wurde ich vom Škoda nicht enntäuscht und kam schnell vom Fleck, um auf die gewünschte Stadtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Dabei fällt immer wieder das angenehme Leder-Lenkrad auf, das im Testwagen als sportiv angehauchte Dreispeichen-Variante verbaut ist. Das Leder fühlt sich angenehm und wertig an, liegt gut in der Hand. Die Lenkung selbst könnte für meinen Geschmack etwas direkter ausfallen.

GTI-Treffen 2014 Woerthersee Skoda Rapid Spaceback Red Grey HeckansichtKlar, mehr Leistung geht immer. Aber bedauerlicherweise ist das 122-PS-Triebwerk CAXA die stärkste Motorisierung für den Spaceback. Auch wenn Škoda auf dem Wörthersee-Treffen 2014 eine Variante im Sport-Dress zeigte, mehr als 1.4 Liter werden es wohl nicht ins Portfolio schaffen. Den taufrischen 1.8 TSI mit 141 kW/192 PS, der sowohl im VW Polo V (GTI 6R) als auch im überarbeiteten Audi A1 zum Einsatz kommen wird, würde ich schon gern im Rapid Spaceback sehen. Solch ein Spaceback RS wäre sicher eine unterhaltsame Nummer.

Nichtsdestotrotz bieten die optionalen Sportsitze angesichts der Motorleistung ausreichenden Seitenhalt, fallen relativ straff aus und erwiesen sich dennoch als bequem. Die passende Sitzposition war schnell gefunden. Hinter mir bleibt für auch für einen 1,80 Meter großen Fondpassagier genügend Beinfreiheit, nur die Kopfstütze ist dann nicht ausreichend in der Höhe verstellbar.

Škoda Rapid Spaceback – Fazit

Škoda versteht es, die vorhandene Kleinwagen-Plattform PQ25+ des eigenen Konzerns geschickt den eigenen Bedürfnissen für die Kompaktklasse anzupassen. Somit können die Tschechen ein solides, ausgereiftes Fahrzeug auf die Räder stellen, das kaum Anlass zu Kritik gibt. Das 1.4-TSI-Aggregat zeigt sich in Verbindung mit dem DSG als idealer inner- wie außerstädtischer Partner für den Rapid Spaceback, auch wenn ich persönlich zum Handschalter greifen würde. Das Style-Paket ist meines Erachtens ein Muss; es wertet den Rapid Spaceback deutlich auf und lässt ihn wesentlich selbstbewusster erscheinen. Das riesige Panoramaglasdach ist das Highlight dieses Pakets. Die Schokoladenseite ist eindeutig das Heck, gerade wegen der verlängerten Heckscheibe.

2013 Skoda Rapid Spaceback Typ NH 1.4 TSI DSG Green tec Elegance Style Sprint-Gelb Heckansicht Detail Landstrass

Mit über 26.500 € Listenpreis ist der Testwagen nicht billig. Allerdings kostet ein etwa vergleichbarer Golf VII knapp unter 30.000 €. Insofern ist das Preis-/Leistungsverhältnis je nach den individuellen Bedürfnissen des Fahrers bei Škoda unter Umständen ein deutlich besseres – wer beispielsweise auf Assistenzsysteme verzichten kann.

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  3. Deutscher Auto Blogger Digest vom 17.11.2014 › "Auto .. geil"

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