Neuwagen-Vorstellung: Der Toyota GT 86 – Die Japaner beleben alte Traditionen und überraschen mit einem kompakten Sportcoupé

Hinweg mit Vernunft und Verstand – jetzt geht es um Emotion und Freude. Toyota besinnt sich alter Tugenden und legt gemeinsam mit Subaru einen Kompaktsportler auf, der vordergründig dazu dient, Spaß zu haben. Der Markteinführung des Toyota GT 86 wird seit Wochen und Monaten entgegen gefiebert. Die Presse nimmt das japanische Coupé wohlwollend bis begeistert auf.

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Nach der Einstellung der sportlichen Toyota-Modelle Supra im Jahr 1996 sowie Celica und MR2 2005 in Europa hat sich Toyota auf dem europäischen Markt durch seine Arbeit im Hybrid-Sektor und dem Angebot von Brot-und-Butter-Autos das Image eines grünen Unternehmens, das Vernunft-Autos vertreibt, erarbeitet. Dabei verloren sowohl Hersteller als auch Kunden die Sportwagen-Traditionen der Marke aus den Augen. Mit einem heckangetriebenen Coupé verbindet Toyota bis dato kaum jemand. Doch in diesem Jahr wird dieses Manko aus der Welt geschafft sein. Auf dem Genfer Auto-Salon 2012 feierten die Schwestermodelle Toyota GT 86 und Subaru BRZ ihre Europa-Premiere.

Der Zwilling – Subaru bietet den mit dem Toyota GT 86 baugleichen BRZ an. Beide Modelle sind Resultat der japanischen Kooperation. Für den US-amerikanischen Markt wird es ein weiteres baugleiches Modell geben: den Scion FR-S.

Das Konzept der beiden Modelle ist dabei denkbar einfach: ein 2+2-Sitzer mit drehfreudigem Saugmotor im Bug und Heckantrieb, kompakt und leicht, ein niedriger Schwerpunkt und eine ideale Gewichtsverteilung. Bereits die konzeptionellen Eckpunkte versprechen eine Fahrmaschine, die zum Kurvenräubern prädestiniert zu sein scheint.

Die Kunst ist es, den zeitgenössischen Bedürfnissen nach Komfortausstattung bei gleichzeitiger Sportlichkeit gerecht zu werden. Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache, sodass der Spagat geglückt zu sein scheint. Von Subaru stammt der Vierzylinder-Boxermotor, dem Toyota seine D-4S-Direkteinspritzung, die sowohl Leistungssteigerung als auch eine höhere Effizienz der Kraftstoff-Verbrennung verspricht, spendiert. Das maximale Drehmoment von 205 Nm liegt bis 7.000 Umdrehungen an, ehe bei 9.000 der Begrenzer eingreift. Zwar fehlen bisher noch offizielle Zahlen, allerdings lässt sich vermuten, dass der 200 PS starke GT 86 mit einem Leergewicht von 1.180 Kilogramm zwischen sechs und sieben Sekunden auf 100 km/h und auf bis zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit beschleunigen können wird.

Das Cockpit konzentriert sich auf das Wesentliche, verzichtet dabei jedoch keinesfalls auf Komfort. Zentrierter Drehzahlmesser oder die in Rot abgesetzten Ziernähte betonen das sportliche Ambiente. Ergänzt wird das Ganze u. a. durch Sportsitze oder die Möglichkeit, Fahrhilfen zu deaktivieren. | © Toyota

Die Kombination von Heckantrieb und Boxermotor ist einzigartig. Der Boxer sorgt für einen sehr niedrigen Schwerpunkt von 460 Millimetern und Dank des Heckantriebs eine ideale Gewichtsverteilung von 53 % an der Vorderachse zu 47 % an der Hinterachse.

Die japanische Fahr- und Spaßmaschine wird wahlweise mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe oder einer 6-Gang-Automatik verfügbar sein. Daneben bleibt die Aufpreisliste für Zusatzausstattungen erfreulich kurz.

Auch die Heckansicht spricht eine sportliche Sprache: Douplex-Abgasanlage, Heckdiffusor sowie Heckspoiler. | © Toyota

Denn zum Serienumfang gehören bereits u. a. sieben Airbags, Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, 17“-Leichtmetallfelgen, die Fahrdynamikregelung VSC sowie eine Traktionskontrolle, ein Sperrdifferential, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Geschwindigkeitsregelanlage, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und ein Heckspoiler. Für Deutschland liegt der Grundpreis des GT 86 bei 29.990,- €.

Entgegen anders lautender Berichte der sogenannten Fachzeitschriften wird der Toyota GT 86 nicht der Nachfolger der Celica sein, sondern gilt als Reminiszenz auf die legendären Toyota 2000 GT und Toyota Corolla AE86. Vom 2000 GT erbt der aktuelle Kompaktsportler die Proportionen – lange Haube, Schrägheck, stark ausgeprägte Radläufe – und von der Drift-Ikone Corolla AE86 das Konzept des heckangetriebenen Coupés mit Frontmotor. Und eben auf diese Vorbilder bezieht sich auch der Name: GT 86.

Der Name ist Programm: Aus den Modellbezeichnungen der Vorbilder ergibt sich der Name GT 86. Links der Toyota 2000 GT, rechts der Corolla AE86. | © Toyota

Vor wenigen Tagen lief die Produktion der drei baugleichen Toyota GT 86, Subaru BRZ sowie Scion FR-S in Japan an. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt – mit der Europa-Premiere der japanischen Box-Sportler seien zahlreiche Bestellungen eingegangen, die die erwarteten Absatzzahlen übertreffen, wie Yahoo Japan nach Angaben der Fuji Heavy Industries (FHI) – Eigner der Automobilmarke Subaru – berichtet. Demzufolge seien bereits 7.000 Bestellungen für den GT 86 und 2.500 für den BRZ eingegangen. Dies entspreche den Absatz-Erwartungen von sieben bzw. fünf Monaten. Daher sei angedacht, die Produktion zu erhöhen.

Eine Reaktion auf diesen Beitrag

  1. Deutscher Auto Blogger Digest vom 22.03.2012 | "Auto .. geil"

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