Handy am Steuer - Bußgeldkatalog aktuell

Man kann es nach wie vor fast täglich beobachten: Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr telefonieren - im Stadtverkehr, im Stau oder gar auf der Autobahn mit Tempo 180. Dabei steht in der Straßenverkehrsordnung in § 23 Abs. 1a klar und deutlich:

„Dem Fahrzeugführer ist die Benutzung eines Mobil- oder Autotelefons untersagt, wenn er hierfür das Mobiltelefon oder den Hörer des Autotelefons aufnimmt oder hält. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.“

Im Klartext heißt das, dass jegliche Nutzung eines Handys bei laufendem Motor untersagt ist, auch dann, wenn man beispielsweise beim Warten an der roten Ampel das Telefon nur in de Hand nimmt, um eine SMS zu lesen.

Dennoch gibt es wohl kaum eine Vorschrift der Straßenverkehrsordnung, die so oft und leichtsinnig missachtet wird wie das Handyverbot am Steuer. Schätzungen gehen deutschlandweit von mehreren Hunderttausend Verstößen pro Jahr aus. Das Telefonieren oder das Schreiben von SMS am Steuer ist in Deutschland seit dem 1. Februar 2001 verboten. Zuwiderhandlungen werden seit dem 01.04.2004 mit einer Geldbuße von 40 EUR und einem Punkt im Verkehrszentralregister Flensburg geahndet. Radfahrer müssen übrigens mit einer Geldbuße von 25 EUR rechnen. Doch das Handy am Steuer ist nicht nur hierzulande verboten. Auch die meisten europäischen Länder verhängen Bußgelder, teilweise in wesentlich drastischere Höhe als in Deutschland. Laut ADAC muss man beispielsweise in den Niederlanden, in Italien oder Norwegen mit Geldstrafe von über 150 EUR rechnen. In Ländern ohne ausdrückliches Handyverbot, wie zum Beispiel in Serbien oder Schweden, drohen ebenfalls erhebliche Bußgelder - sollte man als telefonierender Fahrzeugführer in einen Unfall verwickelt sein, den Verkehr gefährden oder einfach unsicher fahren. Kommt es beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung zu einem Unfall, kann der Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt werden.

„Handy am Steuer, das wird teuer.“

Kritiker wie auch die meisten Autofahrer sind sich darin einig, dass Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung gefährlich ist. Dabei ist statistisch gesehen das Schreiben und Lesen von SMS am Steuer die größte Ablenkung überhaupt. Dennoch gibt es beträchtliche Einwände ausgewiesener Verkehrsrechtsexperten, die die Widersprüche in der Bewertung dieser rigiden Rechtssprechung bemängeln. So dürfe man schließlich am Steuer trinken, essen, rauchen oder Navigations- und Audiosysteme bedienen, ohne mit einem Bußgeld rechnen zu müssen. Verkehrsrechtsexperten sehen Handlungsbedarf hinsichtlich der jetzigen Vorschrift und empfehlen, zukünftig allein das echte Telefonieren unter Strafe zu stellen.

Unabhängig von der Rechtsprechung sollte man im Auto grundsätzlich immer eine Freisprecheinrichtung verwenden oder im Zweifelsfall anhalten und den Motor ausstellen, um ein Telefonat zu führen - zur eigenen Sicherheit und der der anderen Verkehrsteilnehmer.

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