Bewertet von Boxster
am 9. Dezember 2008
Nun, es war sicherlich keine Vernunftentscheidung. Oder vielleicht doch...? Die Kinder sind aus dem Haus und ich wollte mir eigentlich immer, spätestens mit 55 Jahren, wieder ein Motorrad kaufen und meiner alten Leidenschaft frönen. Aber im Leben kommt ja manchmal einiges anders, als man denkt. Mein alter Freund Bertram konnte aus gesundheitlichen Gründen seinen Porsche Boxster (987), den er sich im April 2007 kaufte, nicht mehr fahren und bot ihn mir vor einem halben Jahr - sagen wir zum Freundschaftspreis- von 35.000 EUR an. Um es vorweg zu nehmen – ich habe den Boxter gekauft. Der Begriff ist, das nur der Vollständigkeit halber, übrigens ein Kunstwort, das sich aus der ersten Silbe von „Boxer“ und der zweiten Silbe von „Roadster“ zusammensetzt. Der Wagen hatte also gut 15.000 km runter und ist in herrlichem kobaltblau-metallic lackiert. Ich bin kein wirklicher Autofreak, aber die technischen Details will ich an dieser Stelle dann doch nennen. Der Porsche Boxster hat einen 6-Zylinder-Boxermotor (Viertaktmotor), der als Mittelmotor eingebaut ist und über 2687 cm³ Hubraum verfügt. Er leistet 245 PS bzw. 180 kW. Mein Boxter hat eine manuelle 5-Gangschaltung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 258 km/h. Von 0 auf 100 km/h geht’s innerhalb von etwas über 6 Sekunden. Soviel dazu.
In Sachen Ausstattung sind im wesentlichen ABS, Fahrer- und Beifahrerairbag, Alarmanlage, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Park Distance Control (hinten), Radio/CD, Servolenkung, Sitzheizung, Wegfahrsperre und Xenonscheinwerfer mit Scheinwerferreinigung zu nennen.
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an mein neues Auto zu gewöhnen. Im Normalfall fahre ich einen Mercedes C-Klasse-Kombi (200 Kompressor) und natürlich ist das hinsichtlich des Fahrgefühls ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es ist und bleibt etwas ganz Besonderes, wenn ich meinem Boxter – wenn möglich mit offenem Verdeck - durch die Gegend fahre. Es ist eine kaum zu beschreibende Faszination, die diesen Wagen ausmacht. Wer einmal den Zündschlüssel eines Porsche umgedreht hat und dem Sound des 6-Zylinders gelauscht hat, versteht vielleicht was ich meine.
Trotz seiner Roadster-Charakteristik ist dem Boxster erstaunlicher Weise eine gewisse Alltagstauglichkeit nicht abzusprechen. Das liegt zum einem daran, dass der Komfort beileibe nicht zu kurz kommt, zum anderen bietet er mit den beiden Kofferräume, die vorne und hinten angeordnet sind, einen überaus akzeptables Kofferraumvolumen in seinem Segment. Der Durchschnittsverbrauch von etwas über 10 Liter Benzin auf 100 Kilometer geht auch völlig in Ordnung.
Die Akte Motorrad-Kauf habe ich bis auf weiteres geschlossen. Vorerst genieße ich meinen Boxster und schätze mich glücklich, einen Porsche fahren zu dürfen und auch zu können.
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