Bewertet von Reisender
am 16. November 2010
Erster Neuwagen-Fahrbericht: Der neue BMW X3 xDrive20d
Ich hatte das Vergnügen, den neuen BMW X3 xDrive20d, der intern F25 getauft wurde, zu fahren. Und ich muss sagen: Ja, der macht schon Spaß. Aber beginnen wir von vorn.
Gewachsen ist der Kleine, und damit ist er auch nicht mehr klein, diese Rolle übernimmt der X1. Der X3 nähert sich nun dem X5, nicht nur, was die Größe anbelangt. Endlich sieht er generell optisch so aus, wie er schon früher hätte aussehen sollen. Diese unansehnlichen Ecken und Kanten des Vorgängers an Heckleuchten und Scheinwerfer, die alles andere als kohärent wirkten, sind nun passenderen Leuchtern gewichen. Auch sonst wirkt der X3 bulliger und massiger, aber dennoch nicht feist. Schon im Stand scheint er mit den Hufen zu scharren und wartet nur darauf, seine Agilität auch im Fahrbetrieb unter Beweis zu stellen. Da lass ich mich nicht lange bitten.
Also geht es nun hinter die Saphir-schwarze Metallic-Fassade, hinein in einen BMW-gewohnten Premium-Innenraum. Auch dort ist der X3 F25 gewachsen, vor allem an der Verarbeitungsqualität. Hier hat BMW zugelegt, was auch nötig war, denn im Vorgänger haperte es teilweise noch ein wenig. Doch nun stimmt alles, nichts wackelt oder knarzt, die Spaltmaße passen und das Raumgefühl ist in der passenden Ausstattung exquisit. Merklich versprüht der X3 Oberklasse-Feeling, wildert im Revier seines großen Bruders X5. So hat auch das iDrive seinen Platz und liefert gewohnt gute Arbeit ab. Das System lässt sich problemlos und intuitiv bedienen, auch wenn es teilweise ablenkt. Um dieser Ablenkung entgegen zu wirken, ist auch das aus dem 5er bekannte Heads-Up-Display lieferbar, wenn man entsprechend bezahlt. Weiterhin kommen alle X3-Modelle mit dem xDrive genannten Allrad-System von BMW zum Endabnehmer. Was die Innenraum-Variabilität anbelangt, enttäuscht der X3 F25 etwas. Im Fond gehörte eigentlich eine verschiebbare Rückbank, die leider statisch bleibt und nur umklappbar sein wird.
Auch die Fahrleistungen können sich als BMW-typisch bezeichnen lassen. Lässig, sportlich lässt sich der X3 über die Landstraße jagen und der 2.0-Liter-Diesel entwickelt dabei genug Schub, als dass ich immer gut und locker vom Fleck kam. Beachtlich, dass ein SUV dieser Größe mit 184 PS in 8,5 Sekunden auf 100 km/h spurtet, aber beschweren möchte ich mich darüber nicht, denn es fühlt sich gut an. Dabei lässt sich der X3 xDrive20d sportlich fahren, bliebt stets agil und gut beherrschbar. Dabei spürt man deutlich, wo seine Gene liegen: Auf der Landstraße, beim gemütlichen Cruisen durch die Heide, gelegentlichen Überholmanövern und fröhlichem Kurvenjagen. So offenbart sich der X3 überraschend als Fahrmaschine, die Freude macht. Dabei leistet die neue Fünflenker-Hinterachse überzeugende Arbeit. Wo es im Vorgänger noch polterte – insbesondere im Fond war das anstrengend – gleitet der neue F25 sicher und souverän dahin. Damit hat BMW alles richtig gemacht.
Was bleibt also? Der X3 macht Spaß. Er ist deutlich gewachsen, hat an Komfort und Luxus zugelegt und unterstreicht eindrucksvoll seinen Premium-Anspruch. Der 2.0-Liter-Diesel weiß völlig zu überzeugen, sowohl in puncto Verbrauch als auch im Bereich der Fahrleistungen. Trotz allem Luxus und trotz aller Ausgefallenheit ist der BMW X3 xDrive20d auch ein alltagstauglicher Familienwagen, wenn er es denn sein soll. Allerdings ist das auch ein teurer Spaß. In der Basisversion kostet der Kleine 39.100,- €, während die von mir gefahrene Version, die gut ausgestattet war, mit dicken 59.200,- € zu Buche schlägt. Tja, und genau das ist der eigentlich einzige, wirkliche Kritikpunkt, abgesehen von kleinen Details: Der Preis.
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