Autoleasing - einfach und verständlich
1. Was ist Leasing?
Autoleasing heißt nichts anderes, als ein Auto zu mieten – nur für einen längeren Zeitraum. Im Gegensatz zum Kauf sind Sie nicht der Besitzer des Autos und geben das Fahrzeug am Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit an die Leasinggesellschaft zurück (Kilometervertrag). Es sei denn, Sie haben in dem Vertrag festgelegt, das Fahrzeug endgültig zu erwerben (Restwertvertrag). Beim Leasing wird somit zunächst – im Gegensatz zur klassischen Finanzierung – nicht der komplette Kaufpreis des Autos, sondern nur der anteilige Wertverlust während der Nutzung (Vertragslaufzeit), finanziert.
2. Entwicklung Leasing
Auch in den letzten Jahren erfreut sich das Leasing bundesweit einer zunehmenden Beliebtheit. Bemerkenswert ist, dass sich die Beweggründe für das Leasing in den letzten Jahren verschoben haben. Die Bedeutung von Liquidität hat sich zu den Kosten verschoben.
| Top Leasing Motive 2002 | Top 5 Leasing Motive 2007 |
|---|---|
| 1. Leasing schont die Liquidität | 1. Kosten sind genau kalkulierbar |
| 2. Kosten sind genau kalkulierbar | 2. Neuester Stand der Technik |
| 3. Investition mit geringem Budget | 3. Leasing schont die Liquidität |
| 4. Kreditlinie bei der Bank bleibt erhalten | 4. Leasing bietet Flexibilität |
| 5. Leasing ist steuerlich vorteilhaft | 5. Leasing ist steuerlich vorteilhaft |
Service wird immer wichtiger
Leasing ist für viele längst mehr als eine reine Finanzierung. Besonders interessant wird Leasing in Verbindung mit zusätzlichen Dienst- und Serviceleistungen. Die Angebotspalette reicht von Wartungsarbeiten über Versicherungsleistungen bis hin zum Full-Service-Vertrag, indem sich alle Kosten für die Finanzierung und den Betrieb des Autos in einer monatlichen Rate widerspiegeln.
3. Fehlende Transparenz im Leasingmarkt
Viele Verbraucher stehen Leasing noch skeptisch gegenüber, da es vieles zu beachten gilt. Zudem weist der Auto-Leasingmarkt einerseits durch die Vielzahl von Leasinganbietern und andererseits durch die hohe Anzahl von Automobilmarkenherstellern eine hohe Intransparenz auf und erschwert somit Verbrauchern einen Ihren Bedürfnissen entsprechenden Leasingvertrag / Leasinganbieter zu finden. Wir versuchen Ihnen mit den nachfolgenden Tipps, die Entscheidung für oder gegen Leasing so einfach wie möglich zu machen.
4. Leasingangebote finden
Die meisten Autohersteller bieten direkt über die hauseigene Herstellerbank Leasingangebote an. So ein Sonderangebot ist ein guter Weg an ein neuen Wagen zu kommen. Vorsicht ist trotzdem geboten. Denn die oft verlockend niedrigen Angebote können versteckte Kosten enthalten, die auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen sind. Lesen Sie deshalb immer auch das Kleingedruckte. Prüfen Sie also die Vertragsbedingungen genau, bevor Sie sich für einen Leasingvertrag entscheiden. Denn das in der Leasingrate günstigste Angebot, bedeutet nicht zwangsläufig den günstigsten Vertrag vorzufinden. Bevor Sie sich für einen Leasingvertrag entscheiden, sollten Sie Angebote mehrerer Banken bzw. auch Angebote unabhängiger Leasinggesellschaften einholen und vergleichen. Testvergleiche einiger Fachzeitschriften (z.B. impulse, Finanztest) belegen, dass im Zeitverlauf nicht der Beste Leasinganbieter ausgemacht werden kann. Anbieter welche in einem Testvergleich noch die Spitzenplätze belegten, bildeten in weiteren Testvergleichen bereits das Schlusslicht. Eine gute Möglichkeit an mehrere Vergleichsangebote von renommierten unabhängigen Gesellschaften zu kommen bietet unser Partner leasingoptimierer.de.
5. Leasingangebote vergleichen – Checkliste
Mit den nachfolgenden Fragen aus der Checkliste sollten Sie sich auseinandersetzen wenn Sie Leasingangebote vergleichen.
Checkliste Angebotsvergleich
Allgemein
- Welches Fahrzeug wurde Ihnen angeboten? Deutsches Neufahrzeug, EU-Reimport?
- Welche Vertragsart liegt vor? (Restwertvertrag / Kilometervertrag)
- Passt die Vertragsart zu meinen Anforderungen? (Rückgabe oder Übernahme)
- Sind Vertragslaufzeiten und Kilometer / Restwerte vergleichbar?
- Sind Anzahlungen eingerechnet und vergleichbar?
- Ist ein Rabatt eingerechnet? Wie hoch ist dieser?
- Wie hoch ist der Finanzfaktor/Leasingfaktor?
- Wie attraktiv sind angebotene Zusatzleistungen? (Versicherung/Instandhaltung)
- Wurde sinnvoller Weise eine GAP-Versicherung angeboten?
- Was geschieht mit dem Fahrzeug nach Vertragsende?
- Werden zusätzliche Vertragsgebühren oder Bearbeitungsgebühren erhoben (Zulassungskosten, Lieferkosten, Abschlagszahlungen)
- Ist eine vorzeitige Kündigung des Vertrages möglich? Welche Kosten würden entstehen?
Restwertvertrag
- Ist der im Vertrag zu Grunde gelegte Restwert realistisch oder ungewöhnlich hoch?
- Liegt das Restwertrisiko ausschließlich beim Leasingnehmer?
- Ist mit Abschlagszahlungen zu rechnen? In welcher Höhe?
- Verfügt der Leasinganbieter über eine langjährige Erfahrung im Markt?
Kilometervertrag
- Wie hoch sind die Kostensätze für Mehr- und Minderkilometer?
- Gibt es Unterschiede in den Abweichungspauschalen?
- Ist eine Anpassung der Kilometer während der Vertragslaufzeit möglich?
- Wird eine faire Fahrzeugbewertung bei Fahrzeugrückgabe gewährt?
Unser Partner leasingoptimierer.de bietet Ihnen kostenlos einen Leasing-Vergleich mehrerer führender Leasinggesellschaften und berät darüber hinaus auch Interessenten bei Fragen rund um das Thema Autoleasing.
6. Kilometer- oder Restwertleasing ?
Man unterscheidet beim Kfz-Leasing zwischen zwei Vertragsvarianten, dem Kilometerleasingvertrag und dem so genannten Restwertvertrag. Überlegen Sie vor Abschluss eines Leasingvertrags bitte genau, welche Vertragsart für Ihre Anforderungen und Bedürfnisse die geeignete ist.
Kilometerleasing
Beim Kilometerleasing errechnet sich die Leasingrate auf Basis der voraussichtlichen Fahrleistung während der Vertragslaufzeit. Wird die Laufleistung überschritten, sog. Mehrkilometer, wird jeder Kilometer extra berechnet. Unterschreitet man die voraussichtliche Fahrleistung, sog. Minderkilometer, bekommt man eine Gutschrift. In den meisten Fällen sind Minderkilometer weniger wert als Mehrkilometer. Beachten Sie: In manchen Fällen werden Minderkilometer gar nicht berechnet oder nur bis zu einer bestimmten Höhe. Am Ende der Laufzeit müssen Sie das Fahrzeug beim Händler wieder abgeben.
Wichtig: Auch beim Kilometerleasing sollten Sie pfleglich mit dem Auto umgehen, da Sie auch hier für eventuelle Schäden am Fahrzeug aufkommen müssen. Klären Sie daher vor Vertragsschluss welche Richtlinien bei der Fahrzeugbewertung bei Vertragsende zu Grunde gelegt werden. Zusätzliche Zahlungen sind dann fällig, wenn das Fahrzeug nicht in einem der Nutzung entsprechenden Zustand ist. Da diese Formulierung sehr allgemein gehalten ist, ist dem Leasingnehmer zu empfehlen auf solche Leasinganbieter zurückzugreifen, die z.B. eine faire Fahrzeugbewertung bei Rückgabe garantieren bzw. offen legen wie bewertet wird. Ansonsten sind Sie der Willkür des Anbieters ausgesetzt und Ihre Rechnung könnte am Ende nicht aufgehen. Kalkulieren Sie bei Kilometerverträgen die Laufleistung möglichst realistisch. Die kostenlose Abweichungspauschale (Toleranz) sollte auch als solche gesehen werden und nicht mit in Ihre Kalkulation einfließen. Kilometerleasingverträge bieten den großen Vorteil, dass das Vermarktungsrisiko (Restwertrisiko / Gewährleistung) beim Leasinganbieter verbleibt. Insbesondere beim gewerblichen Autoleasing wird diese Vertragsvariante daher bevorzugt.
Restwertleasing
Die Höhe der Kosten am Ende der Laufzeit ist beim Restwertleasing schwer kalkulierbar. Denn hier spielen Faktoren eine Rolle, die Sie im Gegensatz zum Kilometerstand kaum selbst beeinflussen können. Oder wissen Sie bereits heute welche Preise für bestimmte Fahrzeuge in 3 -4 Jahren am Gebrauchtwagenmarkt zu erzielen sind? Beim Restwertleasing wird anstatt einer Kilometerleistung bereits zu Beginn ein Restwert aufgrund der zu erwartenden Kilometerlaufleistung und Vertragslaufzeit im Vertrag verankert. Das ist der voraussichtliche Wert, den das Auto nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit nach Meinung des Leasinganbieters haben wird. Nach Vertragsende verpflichten Sie sich entweder das Auto zum vorher festgelegten Restwert zu übernehmen oder an den Leasinganbieter zurück zugeben. Liegt bei Vertragsende der Restwert zu dem Sie das Fahrzeug nun übernehmen müssen über den aktuellen Preisen für ein gleichwertiges Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt - zahlen Sie oben drauf. Das können dann schon mal gerne Differenzen im unteren fünfstelligen Bereich sein.
Geben Sie das Fahrzeug zurück, versucht der Händler oder die Leasingfirma das Auto zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen. Wird dabei ein Verkaufserlös unterhalb des im Vertrag kalkulierten Restwertes erzielt, gehen auch hier die Kosten voll zu Ihren Lasten. Darüber hinaus können Sie bei vielen Anbietern an erzielten Mehrerlösen nicht im vollem Umfang partizipieren (z.B. nur zu 75 %). Um einen möglichst hohen Preis für das Auto zu erzielen kann es daher unter Umständen sinnvoll sein, dass Sie sich selbst nach einem Käufer für das Auto umsehen. Einige Leasinganbieter kalkulieren beim Restwertleasing den zu erwartenden Erlös des Fahrzeugs gerne sehr optimistisch, um so die Leasingraten verlockend klein zu gestalten. Eine gute Orientierungshilfe für zukünftige Restwerte am Gebrauchtwagenmarkt bietet z.B. Schwacke mit seinen Zukunftsprognosen. Vorsicht ist auch beim sog. Andienungsrecht geboten. Hier verpflichten Sie sich, bei einem gegebenenfalls niedrigeren Restwert, das Auto zu kaufen.
Der Restwertvertrag kann nur Leasingnehmern empfohlen werden, die das Fahrzeug nach der Vertragslaufzeit übernehmen (kaufen) möchten. Soll nach Vertragsende ein neues Auto geleast werden ist das Kilometerleasing dem Restwertleasing vorzuziehen. Zu groß ist das Risiko, dass Sie einen hohen Betrag nachzahlen müssen. Auch entfällt die lästige Suche nach einem Käufer am Ende der Laufzeit.
7. Welche Laufzeit sollte das Leasing haben?
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat zwischen 1971 und 1992 Leasing-Erlasse verabschiedet. Sie regeln die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums von Leasing-Objekten und die bilanzielle Abbildung von Leasing-Verhältnissen in den Jahresabschlüssen von Leasing-Geber und Leasing-Nehmer. Sie bilden die steuerrechtliche Grundlage für das Leasing-Geschäft in Deutschland. Die Laufzeit von Autoleasingverträgen liegt gemäß Leasing-Erlass des Bundesfinanzministeriums zwischen 40% und 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Daneben richtet sich die wirtschaftlich sinnvolle Laufzeit nach der jährlichen Fahrleistung. Es werden Leasingverträge mit einer Laufzeit zwischen 24 und 60 Monaten angeboten.
Ein dreijähriger Leasingvertrag ist in der Regel eine gute Wahl, da Sie in den ersten beiden Jahren vor eventuellen Schäden durch die Gewährleistung geschützt sind und statistisch gesehen die meisten Pannen bei Fahrzeugen auftreten die mehr als 3 Jahre alt sind. Also genau zu dem Zeitpunkt wo das Leasing bei einer 36monatigen Laufzeit enden würde. Schließlich steht ja hinter einem Leasingvertrag oft der Wunsch, regelmäßig ein neues bzw. neuwertiges Auto zu fahren. Warum sollten Sie also ein Auto für fünf Jahre leasen und sich dann mit Garantieverlängerungen und hohen Wartungskosten auseinandersetzen? Wenn Sie diese Kosten nicht stören, sollten Sie vielleicht den Kauf des Autos in Erwägung ziehen. Natürlich wünscht sich fast jeder eine geringe monatliche Leasingrate und eine Verlängerung der Laufzeit würde die Höhe der Raten senken. Aber eine Verlängerung der Leasingzeit würde bedeuten, dass Sie in ein Auto investieren, das Ihnen nicht gehört.
8. Wie setzt sich die Höhe der Leasingrate zusammen?
Die Höhe der Leasingrate wird grundsätzlich durch folgende Faktoren beeinflusst:
- Rabatt auf das Auto
- kalkulierter Restwert
- Refinanzierungszinssatz des Leasing-Anbieters
Da der Restwert auch bei Kilometerleasingverträgen für die interne Kalkulation des Anbieters eine wichtige Rolle spielt (das Restwertrisiko verbleibt nämlich bei Kilometerverträgen beim Leasinganbieter), sollten Sie dies bei der Fahrzeugauswahl berücksichtigen. So erklärt sich auch, dass gängige bzw. beliebte Automobilmarken im Leasing attraktiver sind, da diese vom Leasinggeber nach Vertragsende besser vermarktet werden können. Ein Mercedes, Audi, Toyota oder BMW ist einfach wertstabiler als beispielsweise ein Kia, Hyundai oder Chevrolet. Wichtig: EU-Reimporte sind daher bei Kilometerleasingverträgen oftmals keine gute Wahl, da Sie auf dem Gebrauchtwagenmarkt schlechtere Preise erzielen als Deutsche Neuwagen.
9. Zusatzverträge
Beim Händler werden Sie mit einer Reihe von Verträgen konfrontiert. Wahrscheinlich wird man Ihnen weitere Zusatzverträge anbieten, wie z.B. eine Ausfallversicherung. Prüfen Sie genau, ob Sie diese zusätzlichen Leistungen brauchen. Eine Ausfallversicherung oder Restschuldversicherung tritt ein, wenn der Kreditnehmer seinen Kredit nicht mehr bezahlen kann, im Todesfall oder auch wenn er arbeitslos wird. Aber für diesen Fall ist sie eigentlich nicht nötig, weil ja das Auto als Sicherheit da ist. Stellen Sie dem Händler Fragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
Wichtig: Passen Sie auf, dass Sie nicht in eine teure Falle tappen. Haben Sie sich z.B. für einen Vertrag ohne Anzahlung entschieden, droht nach einem Totalschaden oder bei einem Diebstahl des Fahrzeugs eine hohe Nachzahlung. In diesem Fall zahlt die Kaskoversicherung nur den Wiederbeschaffungswert, also den aktuellen Wert des Fahrzeugs auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Somit erhalten Sie erheblich weniger Geld, als Sie der Leasinggesellschaft schulden. Diese Lücke lässt sich mit einer sog. „GAP-Deckung“ schließen. Die GAP-Versicherung kostet ca. zwischen 3 – 8 Euro zusätzlich im Monat. Bei einigen Leasinganbietern ist die GAP-Versicherung bereits in jedem Vertrag ohne Zusatzkosten enthalten. Achten Sie darauf, dass der Leasingvertrag diese Deckung enthält. Vorsicht: Viele Verträge sehen die Neuwerterstattung nur bis zum sechsten Monat vor. Es gibt aber auch viele Policen, die 12, 18 oder gar 24 Monate lang den vollen Neupreis als Entschädigung zahlen.
10. Tipp: Wie finde ich das richtige Auto zum leasen?
Wenn Sie schon den Artikel 10 Tipps zum Neuwagenkauf gelesen haben, haben Sie vielleicht bereits entschieden, welches Auto Sie leasen wollen. Sie haben sich überlegt, welche Marke, welches Model, welche Motorisierung, welche Ausstattung und welche Farbe Sie wollen. Je flexibler Sie jedoch in der Fahrzeugauswahl sind, desto bessere Leasingangebote sind möglich. Oder anderes ausgedrückt: mehr Auto für Ihr eingeplantes Budget.
Falls Sie sich bereits für die Finanzierungsform Leasing entschieden haben, aber hinsichtlich der Fahrzeugauswahl oder der richtigen Vertragsart unsicher sind, können Sie sich gerne von unserem Partner leasingoptimierer.de kostenlos und unverbindlich beraten lassen.
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