10 Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

1. Wie starte ich am besten?

Wenn Sie sich entschieden haben, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, haben Sie schon eine gute Entscheidung getroffen. Denn Sie können sich ein fast neues Auto kaufen, ohne die hohen anfänglichen Wertverluste eines Neuwagens hinnehmen zu müssen. Neuwagen verlieren innerhalb eines Jahres oft 20 bis 30 % an Wert. Aber es gibt noch weitere gute Gründe, sich für einen Gebrauchtwagen zu entscheiden.

  • Einen Gebrauchtwagen zu kaufen bedeutet z. B., dass Sie sich ein Auto mit besserer Ausstattung leisten können.
  • Die Flut an Leasingrückläufern, Mietwagen, Tageszulassungen und Vorführwagen sorgt für ein großes Angebot an jungen Gebrauchtwagen.
  • Sie können mit einem größeren Verhandlungsspielraum als bei Neuwagen rechnen.

Die klassischen Gründe gegen Gebrauchtwagen gelten heute kaum mehr:

  • Viele junge Gebrauchte haben noch Gewährleistung.
  • Viele Hersteller bieten darüber hinaus lange Herstellergarantien an.
  • Gebrauchtwagenhändler geben eine zusätzlich Gewährleistung.
  • Die Zinsen für einen kreditfinanzierten Gebrauchtwagen sind niedriger.
  • Wenn Sie Ihren Gebrauchten von privat kaufen, können Sie meist einen noch besseren Preis aushandeln.

2. Wie finde ich den passenden Gebrauchtwagen?

Viele haben schon ein bestimmtes Modell im Kopf. Dies ist ein guter Augenblick, sich noch einmal zu fragen: „Kann ich mir diesen Wagen leisten?“ In Punkt 5 werden wir Ihnen aufzeigen, was für ein Auto Sie sich leisten können. Jetzt sollten Sie zunächst sichergehen, dass Ihr Wunschauto nicht offensichtlich Ihr Budget überschreitet und Ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.

Vielleicht müssen Sie ihre Suche etwas ausweiten. Beziehen Sie auch andere Marken in der gleichen Klasse mit in Ihre Auswahl ein. Wenn Sie sich z. B. für einen VW Golf Variant interessieren, könnten Sie auch einen Blick auf ein Konkurrenzmodell wie den Toyota Auris Touring Sports oder den Škoda Rapid Spaceback werfen. Diese Autos wurden speziell für den europäischen Markt entwickelt und bieten oftmals eine bessere Ausstattung zu einem günstigeren Preis.

3. Wie kann ich einen niedrigeren Preis erzielen?

Die Preise für einen Gebrauchtwagen hängen vom Zustand, von der Ausstattung sowie der Farbe, der Kilometerleistung, vom Standort und von der Beliebtheit des Modells ab. Natürlich wollen Sie ein Auto, das zuverlässig ist und sich gut fährt. Aber muss es auch das Auto sein, das jeder haben will? Wenn ja, dann müssen Sie auch bereit sein, deutlich mehr zu zahlen. Oft unterscheiden sich Autos in der gleichen Klasse nur im Image, nicht aber in der Qualität. Wieder andere Modelle gehören zum selben Großkonzern und bedienen sich an identischen oder ähnlichen technischen Komponenten.

Aber wie groß ist der Preisunterschied zwischen zwei ähnlichen Fahrzeugen vergleichbarer Qualität? Wer ein wenig die Preise recherchiert, wird bemerken, dass sowohl bei Neu- als auch jungen Gebrauchtwagen der VW Polo 1.500–2.000 € teurer als ein vergleichbarer Škoda Fabia sein kann. Im Kleinwagen-Segment sind das Welten.

4. Lesen Sie Testberichte und Kundenmeinungen

Gute Informationsquellen für Gebrauchtwagen sind die Internetseiten und Gebrauchtwagenreports des ADAC. Sie beinhalten Informationen zu Preisen, Serien- und Sicherheitsausstattung, Garantien und Wiederverkaufswert. Tests und Fahrberichte behandeln die Kapitel Karroserie, Fahrkomfort, Antrieb, Sicherheit, Umwelt und Kosten. Schnell erhält man so ein gutes Bild über die Vor- und Nachteile eines bestimmten Autos.

Im Internet finden Sie zu fast jedem Modell ein eigenes Forum. Besitzer und Enthusiasten diskutieren hier jedes Detail zu ihrem Wunsch-Gebrauchten. Außerdem haben Sie die Möglichkeit Fragen an die Experten in der autoaid.de Coummunity zu stellen. Hier beantworten Ihnen echte Kenner wirklich jede Auto-Frage.

5. Was darf Ihr Gebrauchtwagen kosten?

Sie sollten sich schon am Anfang Ihrer Suche überlegen, wie Sie Ihr neues Auto finanzieren wollen. Das bewahrt Sie später vor bösen Überraschungen und hilft Ihnen eine rationale Entscheidung zu treffen, die Ihr Budget nicht übersteigt.

Drei wichtige Faktoren müssen Sie dabei bedenken:

Monatliche Raten. Wie hoch darf die monatliche Rate sein, wenn Sie Ihr neues Auto kreditfinanzieren?

Anzahlung. Wieviel Bargeld können Sie für die Anzahlung aufbringen?

Kaufpreis. Die ersten beiden Fragen zu beantworten hilft Ihnen, einen realistischen Preisrahmen zu finden, den Ihr neues Auto nicht überschreiten sollte.

6. Welche Finanzierungsmöglichkeit gibt es?

Es gibt drei Möglichkeiten einen Gebrauchtwagen zu finanzieren.

Barkauf. Dazu brauchen wir nichts zu sagen – besser geht es nicht.

Finanzierung über die Haus- oder Direktbank. In den meisten Fällen empfehlen wir diesen Weg. Die Zinsen sind meist niedriger als beim Gebrauchtwagenhändler und lassen sich im Internet zudem bequem vergleichen. Diese Finanzierungsart gibt Ihnen maximale Flexibilität und die beste Kontrolle bei der Transaktion.

Finanzierungsvermittlung über den Händler. Dieser Weg kann sich für manche Käufer lohnen, hängt aber stark von der Bonität und dem aktuellen Zinssatz ab. In jedem Fall können Sie sich vorher bei einer unabhängigen Quelle über die Konditionen für einen maßgeschneiderten Kredit informieren und diese dann dem Händler als Gegenangebot vorlegen. Vielleicht geht der Händler dann mit seinem Angebot runter.

Die Finanzierung über eine unabhängige Bank (Haus- oder Direktbank) hat zahlreiche Vorteile:

  • Sie treten als Barzahler beim Händler auf und haben dadurch mehr Verhandlungsspielraum.
  • Sie können die Konditionen von mehreren Banken vor dem Kauf vergleichen.
  • keine Abhängigkeit von der Händlerfinanzierung
  • Hilft Ihnen Ihr Budget einzuhalten.
  • Vergleich der Konditionen mit kostenlosem Kreditrechner auf autoaid.

7. Anbieter von Gebrauchtwagen

Es gibt drei Arten von Gebrauchtwagen-Anbietern:

  • private Anbieter
  • Vertragshändler
  • gewerbliche Gebrauchtwagenhändler

Von diesen drei Anbietern machen die privaten Anbieter in der Regel die besten Preise. Private Anbieter sind meist auch die angenehmeren Verhandlungspartner und lassen sich leichter im Preis runterhandeln. Nachteil ist, dass Sie auf diese Gebrauchtwagen keine Gewährleistung oder Garantie bekommen.

Hier liegt wohl der größte Vorteil von gewerblichen Händlern. Sie sind verpflichtet, ein Jahr Gewährleistung auf Gebrauchtwagen zu geben. Vorsicht bei Gebrauchtwagenhändlern die Wagen „im Kundenauftrag“ vermitteln. Hier entfällt die Gewährleistung.

Bei Vertragshändlern lässt sich oftmals ein Schnäppchen machen. Viele der Gebrauchtwagen sind Inzahlungnahmen. Die Händler kaufen die Autos oft zu sehr guten Konditionen ein. Wenn Sie den Händlern ein gutes Angebot unterbreiten, können Sie vielleicht ein gutes Geschäft machen. Viele Vertragshändler bieten auch geprüfte oder durch TÜV oder Dekra zertifizierte Gebrauchtwagen an. Bei diesen Autos wurde eine gründliche Inspektion durchgeführt, sodass Sie sicher gehen können, dass der Wagen zuverlässig ist.

Sie können Ihre Suche auch im Internet starten. Die größten Gebrauchtwagenbörsen im Internet sind mobile.de - Der Fahrzeugmarkt im Internet und AutoScout24 - Europas großer Fahrzeugmarkt im Internet. Bei beiden Börsen finden Sie über eine Million Angebote. Einen guten Überblick über das Angebot in ihrer Nähe finden Sie in den Online-Börsen der lokalen Zeitungen. Die meisten Online-Börsen sind sehr flexibel und erlauben die Suche über Marke, Modell, Ausstattung und Preis. Viele Autohersteller haben mittlerweile eine eigene Gebrauchtwagenbörse auf Ihren Websites integriert. Hier finden Sie das Gebrauchtwagenangebot der angeschlossenen Vertragshändler.

Obwohl das Internet eine faszinierende Informationsquelle ist, sollten Sie auch konventionelle Quellen nutzen. Fragen Sie Freunde oder Verwandte, ob Sie ein gebrauchtes Auto verkaufen. Halten Sie Ihre Augen nach Autos offen, die ein Verkaufsschild im Fenster kleben haben. In vielen Städten gibt es Straßen, wo vermehrt Autos geparkt werden, die zu verkaufen sind. Zu guter letzt sollten Sie am Samstag und Sonntag in Ihre Tageszeitung schauen.

Sie können sich im Übrigen viel Zeit sparen, wenn Sie den Verkäufer anrufen, bevor Sie gleich zur Besichtigung losfahren. Mit ein paar gezielten Fragen nach Kilometerstand, Ausstattung, Schäden oder Scheckheft können Sie von vorne herein einige Autos streichen. Vergessen Sie auch nie sich bei Ihrem Anruf den Preis bestätigen zu lassen.

Nachdem Sie den Verkäufer angerufen haben, sollten Sie einen Termin zur Probefahrt vereinbaren. Der Termin sollte tagsüber sein, sodass Sie das Auto genau begutachten können. Fragen Sie auch, ob Sie das Auto von einem unabhängigen Gutachter untersuchen lassen können. Seriöse Verkäufer haben dagegen keine Einwände.

8. Einen Gebrauchtwagen Probe fahren

Ein Gebrauchtwagenkauf sollte immer auch einen genauen Check des Autos beinhalten. Dieser Prozess wird vereinfacht, wenn Sie einen zertifizierten Gebrauchtwagen mit Grantie kaufen. Für diesen Service muss man natürlich zahlen.

Viele Neuwagen werden mit einer 2-jahrigen Gewährleistung bzw. Garantie verkauft. Junge Gebrauchtwagen haben deshalb oft noch eine Herstellergarantie. Sollten Sie innerhalb der Garantiezeit ein Problem mit dem Auto haben, wird der Fehler kostenlos behoben. Die Garantieleistungen bzw. -bedingungen können sich jedoch von Hersteller zu Hersteller stark unterscheiden.

Haben Sie starkes Interesse an einem Auto, aber Zweifel am technischen Zustand, sollten Sie den Wagen zu einer Werkstatt Ihres Vertrauens bringen. Gute Werkstätten in Ihrer Nähe finden Sie auch mit der Werkstattsuche von autoaid.de. Ein seriöser privater Anbieter wird dagegen keine Einwände haben. Bei einem Händler werden Sie damit wohl mehr Probleme haben. Handelt es sich um einen zertifizierten Gebrauchten, brauchen Sie keine Zweifel zu haben.

Wenn Sie sich das erste mal hinter das Steuer setzen, gewinnen Sie einen ersten Eindruck davon, ob Sie sich darin wohlfühlen. Haben Sie ausreichend Kopf- und Beinfreiheit? Sind alle Instrumente und Schalter gut angeordnet?

Versuchen Sie Ihre Probefahrt so zu vereinbaren, dass Sie das Auto mit kaltem Motor testen können. Manche Autos lassen sich mit kaltem Motor nur schwer starten. Sollte das so sein, tritt das Problem womöglich häufiger auf. Lassen Sie während der Probefahrt das Radio ausgeschaltet. Sie sollten sich auf das Motorgeräusch und auf ihre sonstigen Eindrücke konzentrieren.

Bei der Probefahrt sollten Sie außerdem die folgenden Punkte beachten:

  • Beschleunigung
  • Motorgeräusch
  • Leichtgängigkeit des Getriebes
  • Bremskraft
  • Federungskomfort
  • Klapper- und Knarzgeräusche
  • Gepäckvolumen

Während der Probefahrt sollten Sie Ihre sonstigen Fahrgewohnheiten simulieren. Fahren Sie viel in der Stadt? Stehen Sie häufig im Stau? Sind Sie viel auf der Autobahn unterwegs?

Nach der Probefahrt sollten Sie den Verkäufer nach dem Scheckheft sowie den Service-Rechnungen fragen. Prüfen Sie, ob alle Service-Intervalle eingehalte wurden und das Heft ordnungsgemäß abgestempelt wurde. Lassen Sie lieber die Finger von Autos mit Unfallschaden, Austauschmotor oder –getriebe.

9. Wie Sie den Preis drücken

Egal, ob Sie Ihren Gebrauchtwagen von einem Händler oder von privat kaufen – vermitteln Sie dem Verkäufer, dass Sie bereit sind, das Auto sofort bar zu bezahlen. Starten Sie beispielsweise mit einem Satz wie: „Ich würde überlegen das Auto zu kaufen, wenn der Preis stimmt.“

Jetzt sollten Sie ein überzeugendes Argument haben, warum der Preis zu hoch ist. Sie können Preise nur gut verhandeln, wenn Sie sich vorher gut über den fairen Wert informiert haben. Das trifft insbesondere beim Gebrauchtwagenkauf zu. Denn hier kann die Preisspanne bei ein und dem selben Modell, aufgrund von Kilometerleistung und Ausstattung, sehr groß sein.

Eine Autobewertung mit Schwacke verrät Ihnen den fairen Gebrauchtwagenpreis. Der Preis wird auf Basis des exakten Zulassungsmonats, der genauen Kilometerlaufleistung und der vollständigen, werksseitigen Sonderausstattung des Fahrzeugs ermittelt.

Gewerbliche Händler haben sehr viel Erfahrung mit Preisverhandlungen. Die meisten Privatanbieter jedoch nicht. Deshalb werden Sie sich auf ganz unterschiedliche Reaktionen gefasst machen müssen. Doch eins haben beide Anbieter gemein – Sie wollen ihr Auto verkaufen. Diese Punkte sollten Sie aber generell beachten:

  • Verhandeln Sie nur mit Leuten die Ihnen seriös vorkommen.
  • Machen Sie ein niedriges, aber realistisches Eröffnungsangebot.
  • Entscheiden Sie im Vorhinein, wo ihr Limit liegt und steigen Sie rechtzeitig aus.
  • Gehen Sie aus der Tür – der Verkäufer wird Sie aufhalten.
  • Nehmen Sie sich Zeit – Verhandlungen können auch mal eine Stunde dauern.
  • Gehen Sie, wenn Sie müde oder hungrig sind.
  • Reden Sie mit dem Vorgesetzen, um einen noch besseren Preis zu bekommen.

Wenn Sie ins Geschäft gekommen sind, sollten Sie sicher gehen, den Kauf ordnungsgemäß abzuschließen. Im letzten Punkt, erklären wir, worauf Sie dabei zu achten haben.

10. Den Kauf abschließen

Wenn Sie bei einem Händler sind, müssen Sie sich nun um die Finanzierungs- und Anmeldeformalitäten kümmern. Wenn Sie den Wagen von privat gekauft haben, müssen Sie den Kaufvertrag unterschreiben (Uhrzeit und Kilometerstand nicht vergessen!) und die Bezahlung vornehmen. Im Gegenzug zum Geld erhalten Sie alle Papiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) sowie alle Schlüssel vom Verkäufer. Sollten der Wagen noch angemeldet sein, haben Sie eine Woche Zeit, den Wagen umzumelden.

Sollte der Wagen abgemeldet sein, müssen Sie das Fahrzeug zunächst zulassen. Dafür benötigen Sie eine Versicherungsdoppelkarte, Ihren Ausweis und eine Bankverbindung für die Kfz-Steuer. Der Händler wird auch versuchen, Ihnen einige zusätzliche Leistungen, wie Garantieverlängerung oder Service-Verträge, zu verkaufen. Überlegen Sie genau, was Sie davon brauchen. In vielen Fällen ist eine Garantieverlängerung aber zu empfehlen. Insbesondere wenn der Wagen keine Herstellergarantie mehr hat.

Wenn der Vertrag unterschriftsbereit ist, sollten Sie ihn noch einmal genau durchlesen. Gehen Sie sicher, dass Sie alles verstanden haben. Zuletzt sollten Sie das Auto noch einmal inspizieren, bevor Sie es in Besitz nehmen. Sollten Sie vorher die Behebung von Mängeln vereinbart haben, prüfen Sie, ob diese beseitigt wurden.

Jetzt können Sie beruhigt in den Wagen steigen und Ihr neues Auto genießen.

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