Frage — Sollte eurer Meinung ESP für alle neuen Autos Pflicht werden?
Wollte hier mal eine kleine Umfrage starten, ob ihr das gut finden würdet?
Gerne auch mit ein bißchen differenzierten Antworten. Mein Vorschlag erstmal:
1) Ja, generell
2) Ja, aber nur wenn es abschaltbar ist
3) Nein, weil...
6 Antworten
elmo Antwortet vor 57 Monaten
bonbonschi Antwortet vor 57 Monaten
markoutz Antwortet vor 57 Monaten
Hallo an alle,
ich bin eindeutig für 2tens. Ich denke nämlich auch, dass es meine freie Entscheidung sein sollte ob und wann ich das System an- und abschalte. Andererseits denke ich auch 99 % der Autofahrer sollten es einfach angeschalten lassen. Aus dem einfachen Grund, daß ESP signfikant zur Senkung der Unfalltoten beigetragen hat und auch weiterhin beitragen wird.
@Lo: Das Smart, A-Klasse und Audi-TT nur noch mit ESP ausgeliefert werden konnten weil sie sonst wegen Konstruktionsmängeln aus dem Verkehr gezogen werden müssten ist schon ein Hammer und nicht schön zu reden. Andererseits ist es ein meiner meinung nach ein Irrglaube, daß die Autofahrer sich vermehrt auf die Systeme verlassen. Die meisten wissen doch gar nicht, daß sie ESP an Bord haben. In unvorhersehbaren Situationen kann es aber Leben retten. Und die unaufmerksamen Schleicher, Schneider, Ausbremser, Heizer und sonstige Id***** gabs schon immer, nur hat der Verkehr auf unseren Straßen wahnsinnig zugenommen, so dass leider viele heillos mit dem Verkehr überfordert sind, die vor 20 Jahren noch gut klar kamen.
Marko
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-Lo- Antwortet vor 57 Monaten
N E I N ... und zwar gleich aus mehreren Gründen:
HAUPTGRUND:
Die immer weiter um sich greifende objektive Entlastung des Fahrers führt leider immer stärker zu einem blinden Vertrauen in die Technik. Hierdurch werden die eigentlich positiven Effekte z.B. eines ESP, DSC oder wie auch immer sich diese Helferlein schimpfen bei Weitem durch die dann eintretenden Defizite des Fahrers (mangelnde Aufmerksamkeit, trügerisches Sicherheitsgefühl, Überschätzen der fahrphysikalischen Grenzen usw.) aufgefressen. Man beobachtet angesichts der "Wohnzimmerathmosphäre" eines modernen PKW - und auch LKW - eine zunehmende Abschottung der Insassen von der Umwelt; die fühlen sich offenbar wie in einem unangreifbaren Kokon ... und so fahren sie dann auch :-( Ich beobachte immer häufiger, wie Fahrer vor sich hindösen und fahren, als seien sie alleine auf der Straße; da wird mal kurz ausgeschert, ohne zu blinken .. geschweige mal in den Rückspiegel zu schauen. Durch solche Zeitgenossen werden dann solche Helferlein erst sinnvoll ... für den notbremsenden Hintermann, wie @Sabel eine solche Situation eindrucksvoll beschrieben hat.
Solche Effekte führen dann aber zu einer endlosen Spirale der technischen Aufrüstung, um immer mehr Defizite des Fahrers immer perfekter durch Technik kompensieren zu wollen. Was aber nie gelingen kann, da die Faul- und Trägheit des Menschen mit zunehmender Anzahl und Qualität von Assistenzsystemen exponentiell wächst.
2. GRUND:
Der Hersteller ist versucht, Produktionskosten auf Kosten der Basissicherheit einzusparen, indem er z.B. aufwendigere mechanische Achs- und Lenkgeometriekonstruktionen zur Erreichung besserer Fahrdynamik zunehmend durch elektronische Assistenzsysteme ersetzt und - ich sag's mal provokativ: - "minderwertige" mechanische Komponenten verbaut. So werden Stückkosten gesenkt und der Profit überproportional erhöht; denn wie jeder Mechaniker weiß: "Elektronik kostet nix ;-)" ... außer EIN MAL die Entwicklungskosten. Das beste Beispiel, wie man mechanische Fahrwerkunzulänglichkeiten elektronisch kaschiert, lieferte Mercedes-Benz mit dem berühmt berüchtigten Elch-test der A-Klasse.
Weiter isses ja so, dass z.B. ESP bremsend - also energievernichtend - in die Fahrdynamik des Autos eingreift ... was dann natürlich mit einen Sargnagel für das Streben nach Verbrauchsminderung eines Autos darstellt -- zusammen mit anderen Ursachen, womit wir dann beim ...
... 3. GRUND wären:
Durch das Vollstopfen der Auto's mit PKW mit Assistenzsystemen ... und dazu zählt ja nicht nur die relativ leichte Regelelektronik, sondern auch Sensoren und Aktuatoren wächst das Gewicht moderner Auto's immer weiter, was zu erhöhtem Energieverbrauch und größerer Umweltbelastung führt.
Wenn man sich vor Augen führt, was ein popeliger Golf V TDI heute wiegt ... gegenüber dem, was der Golf I auf die Waage brachte, flimmert's mir vor den Augen. (zur Info: ~1.400kg heute ggü. ~800kg in den 1970er-Jahren ... und DAS trotz der sog. "Leichtbauweise") ... da ist ja selbst mein Youngtimer von vor 20 Jahren mit 2,5Liter-Fünfzylindermotor, durch zusätzliche Kardanwelle und HA-Differenzial etwa 200kg schwerer quattroAntrieb sowie Einigem an kilobringender Mehrausstattung wie Klimaanlage, Schiebedach und weiterer elektromotorischen Helferlein (Kupfer und Magnete sind auch schwer) mit seinen 1.200kg ein Leichtgewicht. DAS kann doch wohl nicht Wahrheit sein. Nicht umsonst werden die CO2-Angaben der Hersteller immens schöngerechnet; da zählt nur: "Teures Zubehör verkaufen auf Teufel komm raus" ... oder hat mal jemand versucht, den angegebenen Normverbrauch und damit CO2-Ausstoß/km auch nur annähernd zu erreichen ... ein völlig aussichtsloses Unterfangen, da der Normverbrauch auf Prüfständen ermittelt wird, bei deren Messung signifikante Einflüsse wie Luftwiderstand und dergleichen einfach ignoriert werden. Da war erst letzte Woche in 'nem Automagazin ein sehr interessanter Test, in dem mit verschiedenen Mittelklasse-Fahrzeugen die zur Ermittlung des Prüfstandverbrauchs herangezogene "Normstrecke" unter Einhaltung von Geschwindigkeit, Beschleunigung, Schalt-und Bremspunkten usw. auf 'ner realen Straße akribisch nachgefahren wurde. Ergebnis: Zwischen 15 und 25% höherer "Normverbrauch" als angegeben. Und damit blasen die auch 15-25% mehr CO2 als angegeben in die Luft. Ade, Du hehre Vorstellung von Flottenverbräuchen von 120g CO2/km .. . man korrigiere im Gegenteil die angegebenen Normausstöße von ~150-200g/km CO2 für normale PKW (keine SUV's, MiniVans usw.) mal flugs auf 180 bis 250g/km nach oben.
FAZIT:
Sicher gibt es den positiven Aspekt eines ESP oder DSC usw., dass brenzlige Fahrsituationen besser gemeistert werden können - zumal bei der immer höher werdenden Verkehrsdichte der Fahrer immer mehr in puncto schnelles Reaktionsvermögen und schneller Entscheidung bei daraus resultierendem höherem Gefahrenpotential belastet wird ... dazu braucht es aber auch eines kompetenten Fahrzeugführers. Und wenn diese dann, versunken in ihre trügerische Sicherheit eingellullt träumend durch die Gegend fahren, nützt der beste Assistent nix ... es sei denn, der "Assistent" übernimmt das Steuer: DAS nennt sich dann "Autopilot" ;-)
SCHMANKERL zum Schluss:
Ich fahre seit über 20 Jahren einen (mittler Weile) Youngtimer von Audi mit quattro-Antrieb (Allradantrieb) der ersten Generation; also mit manuell einlegbarem Mitten- und HA-Differenzial. Die Dinger kommen bei Glätte zwar besser den Berg HINAUF, aber (fast) genau so gut bzw. schlecht eben solchen Berg wieder hinunter bzw. um die Kurve. Beim Bergabfahren hat man ggü. einachsgetriebenen Fahrzeugen lediglich den Vorteil, dass bei Fahren im kleinen Gang per Motorbremse alle vier Räder verzögert werden und auf schmieriger Straße mehr Grip besteht.
Als ich eines Morgens wegen übelstem Glatteis in der Firma anrief, dass ich heute nicht kommen könne, da ich weder zu Fuß noch mit dem Auto unbeschadet den Berg in meiner Wohnstraße runterkäme, begegnete man mir mit Unverständnis: "Wiesooo kommst Du den Berg nicht runter, Du fährst doch einen quattro?!" ... und diese Frage war völlig ernst gemeint !
Daa kann ich nur noch sagen:"Noch Fragen Kienzle?!" ...
... und hoffen, dass wir 'nen rutscharmen Winter kriegen.
In diesem Sinne ... Allzeit ein Quäntchen Grip unter den Pneu's ;-)
Gruß Lothar
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Maxim Antwortet vor 57 Monaten
Nein, weil es auch andere Möglichkeiten gibt und jeder sollte selber Entscheiden dürfen was in sein Auto kommt und was nicht. Zum Beispiel: "Dynamic Perfomance Control" von BMW das arbeitet mit einer variablen Verteilung der Antriebskraft der beiden Räder auf der Hinterachse. Im Klartext die Hinterachse lenkt bei Kurvenfahrten und nasser Fahrbahn, mit. Das Prinzip ist wie bei einer Schlittenfahrt bei der nur auf einer Seite geschoben wird, das DPC stabilisiert das Auto, ohne dass plötzlich die Antriebskraft wegbleibt. Es ist also das Gegenteil des ESP (BMW: DSC), hier wird durch Abbremsen und Drehmoment Reduzierung an einzelnen Rädern den Schwung genommen. Deshalb finde ich das das DPC-System eine sehr gute Alternative zum ESP ist.
@Sabel: Du meinst doch ABS oder? Weil das halte ich auch für Sinnvoll.
Mfg Maxim
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Sabel Antwortet vor 57 Monaten
Hallo GP,
ich bin der Meinung, dass es generell zu rPflicht werden sollte. die Technik ist nicht mehr teuer, trägt aber wesentlich zur Sicherheit auf unseren Straßen bei. ich habe schon zweimal Bremsmanöver auf der Autobahn vor mir gesehen, die wären ohne ESP sicherlich nicht so glimpflich ausgegangen. In dem einen Fall bin ich einer E-Klasse w129 hinterhergefahren, wir hatten ca. 180 drauf, da zieht vor dem Mercedes plötzlich voll ein anders Auto auf die Linke Spur. Der Mercedes Fahrer hat sofort reagiert, gebremst und wich gleichzeitig beim Bremsen links auf die Grasnabe neben der Spur aus. Das Heck ging so was von hoch und er der Wagen brach nicht aus, obwohl die zwei linken Reifen auf Gras bremsten. Ich war begeistert. Ohne ESP ist sowas einfach nicht möglich. Also 100 % dafür.
Gruß Sabel
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Gefragt von
Gefragt von granprix4z vor 57 Monaten
Thema: Technik Pflicht ESP
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