Frage — Sind Japaner wirklich immer teurer in der Versicherung als z.B deutsche Austos?

Hey,

ich bin als Fahranfänger auf der Suche nach einem preiswerten Auto. Da ich über meinen Vater mein zukünftiges Auto zu minimal 140 % versichern kann, suche ich ein Auto was preiswert zu versichern ist. Mir gefallen einige Japaner ganz gut wie Hondas und Nissans. Ein Freund meinte, daß die Japaner aber besonders teuer in der Versicherung sind. Ist da was dran? Ist ein VW billiger?

1 Antwort

-Lo-

-Lo- Antwortet vor 57 Monaten

Diese "Faustregel" von früher gilt heute nicht mehr.

Seit auch in der KFZ-Haftpflichtversicherung (die Kaskoversicherung zunächst mal außen vor gelassen) die Typklassen statt PS/kW-leistungsbezogen auf individuelle Schadenhäufigkeit - auch bezogen auf's Fahrzeugalter - des jeweiligen Fahrzeugmodells umgestellt wurden, werden die Schadenindizes jedes Jahr im Oktober zum Anfang des nächsten Versicherungsjahres im Januar vom Verband der KFZ-Versicherer neu festgelegt.

Dabei wird lediglich die Schadenhäufigkeit bezogen auf das jeweilige Automodell und das Fahrzeugalter geachtet ... und zusätzlich die durchschnittlichen Reparaturkosten auf Grund der fahrzeugspezifischen Reparaturzeit- und Materialaufwände mit in die Typklasseneinstufung einbezogen.

Heißt im Klartext: Ein Auto, das häufiger in Unfälle verwickelt ist, wird in eine dementsprechend hohe - und damit teure Typklasse - eingestuft. Dazu kommt, dass relativ neue Wagen von 0-7Jahren nicht so häufig von jungen ///Achtung: KLISCHEE! ;-) /// "draufgängerischen" Fahrern gefahren werden ... und Fahrzeuge ab YoungTimeralter (>20 Jahre) auch wiederum überwiegend von Liebhabern und auch mit weniger Jahresfahrleistung bewegt werden, gibt es für's gleiche Fahrzeug (falls es so lange produziert werden sollte ;-) ) DREI verschiedene Einstufungen nach dem Fahrzeugalter: 0-7 Jahre alte Fahrzeuge sind dabei um Einiges günstiger in der Haftpflichtversicherung als vergleichbare Fahrzeuge von 7-20 Jahren; kommt das Auto dann ins "Seniorenalter" über 20 Jahre, wird's aus vorgenannten Gründen wiederum günstiger als ein Neufahrzeug.

Das - nach Schadenhäufigkeit und Fahrzeugalter - 3. Einstufungsmerkmal für die Typklasse ist die Reparaturfreundlichkeit. Darin fließen die Kosten für Ersatzteile des jeweiligen Modells und der Arbeitsumfang der einzelnen Reparaturarbeiten ein. Beispiel: Ein demolierter Kotflügel, der lediglich an die Karosserie geschraubt und nicht geschweißt ist, bereitet beim Austausch weniger Arbeitsaufwand und damit geringere Arbeitskosten.

FAZIT:
Der frühere oftmals höhere Preis für Ersatzteile ggü. europäischen Fabrikaten geht nur noch zu einem Bruchteil in die Schadensindizes eines Fahrzeugs ein; außerdem haben sich mittler Weile die Ersatzteilpreise von asiatischen und europäischen Originalersatzteilen oftmals angeglichen. Man beobachte nur die Hochpreispolitik sogenannter "Premiumhersteller" wie BMW, Mercedes, Audi ... und auch VW. Da bezahlt man heute für Ersatzteile von "Reisschüsseln" ;-) teilweise deutlich weniger ... auch, weil diese Ersatzteile in europäischen Produktionsstätten dieser Hersteller - wie auch deren kompletten Automodelle - gefertigt werden und nicht mehr wie früher per wochenlangem Seetransport von Asien nach Europa verschifft werden.

Also muss man sich für jedes Automodell EINZELN erkundigen, in welche Typklasse es eingestuft wird .. und natürlich sehen, wie alt das "Objekt der Begierde" ;-) bereits ist, um die Versicherungskosten vorab einschätzen zu können --- und den individuellen Schadenfreiheitsrabatt auch berücksichtigen; das gleiche Auto kostet mit ///Achtung: Milchmädchenrechnung ;-) /// SF=140% doppelt so viel wie mit SF=70%

So kommt es, dass zum Beispiel ein Golf III exorbitant mehr Versicherungsprämie kostet als ein Golf V ... eben weil der 3er Golf viel häufiger von jungen Fahranfängern gefahren wird als der aktuelle 5er Golf. ... und dann crasht's statistisch betrachtet beim Golf III häufiger und mit schwerwiegenderen Schäden als beim Golf V. Diese Schadenverläufe können sich jedoch ständig ändern, deshalb jedes Jahr die Neueingruppierung.

Bei den Kaskotarifen funzt dieser Algorithmus ähnlich.

Hoffe, Dich jetzt nicht all zu sehr verwirrt zu haben ?! ... Viel Erfolg bei der Suche nach Deinem ersten fahrbaren vierrädrigen Untersatz, für den man 'nen Führerschein braucht. ;-)

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Gefragt von

jlap

Gefragt von jlap vor 57 Monaten
Thema: Versicherung Kfz Versicherung

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