Welches Rad soll sich Drehen? – Teil 1

Automobile können sich vorwärts bewegen weil ihre Motoren Antriebskraft entwickeln, diese im Getriebe umgewandelt und zum Schluss über die Räder auf die Straße gebracht wird. Aber welches Rad soll angetrieben werden? Macht es einen Unterschied?

Grundsätzlich gibt es drei Varianten nur die Vorderräder, nur die Hinterräder und alle zusammen. Und ja, es macht einen großen Unterschied.

Hinterradantrieb

Ein klassische Hinterradantrieb der VW Käfer

Bei der ältesten Art ein Automobil anzutreiben wird die Kraft über die Räder an der hinteren Achse auf die Straße übertragen. In vielen Fällen erfordert dies, dass die Kraft mittels einer langen Kardanwelle von einem vorne angebrachten Motor zur Hinterachse übertragen wird. Ausnahmen hierzu bilden Mittel- bzw. Heckmotor Fahrzeuge wie die meisten Premium- und Sportwagen. Außerdem ist dies immer noch der Standard im Nutzfahrzeugbau.

Da die Kraft von hinten das Auto um die Kurve schiebt wird ein solches Fahrzeug als übersteuernd bezeichnet. Des Weiteren wird eine höre Traktion erzielt durch die stärke Gewichtsbelastung auf der Hinterachse bei Beschleunigung und unter Beladung.

Insgesamt lässt der Hinterradanrieb ein sportlicheres und komfortableres Fahrverhalten zu.

Vorderradantrieb

Einer der Frühesten in Serie gebauten Vorderrantriebler der Citroen Traction Avant

Zwar war das erste Automobil bei dem der Antriebskraft über die Vorderachse übertragen wurde in 1898 erfunden. Aber es hat bis Anfang der 1930er gedauert bis eine Serienfertigung durch DKW und kurz darauf auch Citroën umgesetzt wurde.  Der richtige Durchbruch kam erst in den  1970ern als sich diese Antriebsart insbesondere im Kleinwagen durchgesetzt hat. Dies kam durch die, vor allem für Klein- und Kompaktwagen wichtige kompakte Bauraum Ausnutzung und sowie die um bis zu 15%ige Ersparnis bei Produktionskosten.

Das Auto wird durch eine Kurve von den Vorderrädern gezogen und neigt daher eher zum Untersteuern. Bei Beschleunigung und starker Beladung wird die Antriebsachse gewichtsmässig entlastet, welches leider zu weniger Traktion führt. Daher können die Vorderräder drehmomentstarker Vorderradantriebeler häufig beim Anfahren durchdrehen.

Ohne den Vorderradantrieb hätte sich der Kleinwagen, der heute ja das Straßenbild dominiert, wahrscheinlich nie durchsetzen können.

Nächste Woche schauen wir uns noch die dritte Variante an … wenn alle Räder zur Kraftübertragung verwendet werden: Der Allradantrieb.

Gute und sichere Fahrt!

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