TÜV-Report 2010 – Fast jedes fünfte Fahrzeug fällt durch die erste Hauptuntersuchung (HU)
Freitag, 17. Dezember 2010 von Mario LehmannDer diesjährige TÜV-Report sorgt für vielerlei Reaktionen bei denjenigen, die ihn sich näher betrachten. Einerseits Ernüchterung, denn die Abwrackprämie zeigt statistisch keine Auswirkungen auf die Mängel-Masse. Andererseits nährt der aktuelle TÜV-Report Besorgnis. Von den fast 7,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU), die der TÜV zwischen Juli 2008 und Juni 2009 durchgeführt hat, bestanden 17,6 % der geprüften Fahrzeuge aufgrund erheblicher Mängel die HU nicht.

Der Besitzer eines 911er Porsches braucht sich keine Sorgen um die HU machen. Im TÜV-Report 2010 belegt er Platz 1. / © Porsche
Freuen dürfen sich Porsche-Fahrer. Mit einer Durchfallquote von 1,9 % bei den 2- bis 3-Jährigen liefert der Porsche 911 die beste Vorstellung ab. Im Durchschnitt schaffen 5,1 % der zwei bis drei Jahre alten Autos die erste Hauptuntersuchung nicht. Schlusslicht: Der Kia Carnival mit 29,3 % nicht bestandener Hauptuntersuchungen. Gefolgt wird der Koreaner von Chrysler PT Cruiser (13,8 %), Peugeot 407 (12,1%) und dem Hyundai Atos (10,3 %).
Auf den Spitzenpositionen hinter dem Porsche 911 (1,9 %) finden sich der Mazda 2 (2,4 %), der VW Golf Plus (2,6 %), Ford Fusion (2,6 %) und der Mazda 3 (2,6 %).

Wie der TÜV-Report 2010 zeigt, ist der Anteil mangelhafter Autos, die bei der ersten Hauptuntersuchung keine Plakette bekommen, auf über 17 % angestiegen.
Insgesamt wiesen 80,5 % der 2- bis 3-Jährigen keine Mängel auf, 14,4 leichte und 5,1 % fielen durch schwere Mängel auf.
Auffällig ist, dass oftmals die Beleuchtung schon bei zwei- und dreijährigen Autos falsch eingestellt ist. Mangelhafte Beleuchtung ist nicht ohne Grund ein HU-Kriterium, da falsch eingestellte Scheinwerfer andere Verkehrsteilnehmer blenden können und so zu einem höheren Unfallrisiko beitragen.
Bei den 4- bis 5-Jährigen ging der VW Golf Plus als Sieger hervor. Nur 3,4 % der geprüften Modelle bestanden die Hauptuntersuchung des TÜV nicht. Gefolgt von einem weiteren Familien-Van ist der Toyota Corolla Verso mit 3,6 % dem Golf Plus auf den Versen. Weiter folgen der 1er BMW (3,7 %), Mazda 3 (4,1 %) und der Porsche Boxster (4,6 %).
Die Schlusslichter bei den vier und fünf Jahre alten Fahrzeugen sind der Renault Espace (20 %), wieder der Chrysler PT Cruiser (20,9 %), der Peugeot 106 und der Renault Laguna (jeweils 21,9 %) sowie der Kia Carnival mit 28,2 %. Und der bleibt auch insgesamt im TÜV-Report das Schlusslicht.

Der Kia Carnival - Er genießt keinen guten Ruf und ist kein begehrter Gebrauchtwagen. Zu recht, denn fast 30 % aller zugelassenen Carnival sind bereits bei einer HU nicht durchgekommen. / © Rudolf Stricker, Wikimedia Commons
Erschreckend sind die Ergebnisse der elfjährigen Fahrzeuge. Fast ein Viertel (24,1 %) erhielt die HU-Plakette vom TÜV erst nach einem Werkstattbesuch. Gerade bei den älteren Autos zeigten sich Mängel an Bremsen, Bremsleitungen und -schläuchen. Ebenso häufig betroffen waren die Auspuffanlage und die Achsen. Rost und Lenkungsspiel seien ebenso Schwerpunkte gewesen.
Anhand des TÜV-Reports 2010 ließen sich etwa 9 Millionen Fahrzeuge annehmen, die mit erheblichen Mängeln in Deutschland zugelasen und unterwegs seien. Problematisch: Wenn es den Fahrzeughaltern an Geld mangelt, wird häufig zuerst an Wartung und Inspektion der Autos gespart. Dies geht auf Kosten der Verkehrssicherheit.

[...] die Ergebnisse ihrer durchgeführten Hauptuntersuchungen. Auch der TÜV gibt mit seinem TÜV-Report eine Statistik aus, die Aussagen über Zuverlässigkeit und Qualität einzelner Fahrzeugmodelle [...]