Test & Fahrbericht: Toyota Yaris Hybrid – Einführung, Daten & Fakten

Der kleinste Hybrid-Ableger der Japaner unterzog sich einem zweiwöchigen Test und durfte zeigen, was ein Hybrid-Kleinwagen in der Stadt zu leisten im Stande ist. In der Basis-Ausstattung inklusive weniger optionaler Extras bewies der Yaris Hybrid der Baureihe XP13 obendrein, dass Hybrid-Fahren nicht übermäßig teuer sein muss. Der Auftakt zur autoaid-Testreihe führt das Modell ein und nennt Daten & Fakten.

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Toyota Yaris Hybrid platinsilber Seitenansicht schraeg Windrad Fel

Zugegeben, als ich den Toyota Yaris Hybrid in Köln abholte, erlitt ich zunächst einen mittelschweren Schock. Grau wie Köln-Marsdorf stand er da – unlackierte Außenspiegel und Türgriffe, ohne die schönen LED-Rückleuchten. Noch etwas perplex wollte ich das Auto entriegeln und suchte nach dem entsprechenden Knopf auf der Funkfernbedienung. Eine solche hielt ich jedoch nicht in Händen. Ein einfacher Autoschlüssel, ganz ohne Knöpfchen oder Funksender – einfach nur ein Schlüsselbart. Anno 1996 sah das nicht anders aus.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Seitenansicht Windrad Fel

Schwungvoll Platz genommen im Innenraum des Yaris Hybrid der nächste Dämpfer: kein Navigationssystem. Vom äußersten Westrand Kölns sollte es zurück nach Berlin gehen – wo genau ich war, wohin ich hätte fahren müssen, wusste ich nicht. So hieß es per Smartphone zu navigieren.

Aber, um es bereits jetzt vorweg zu nehmen: Ich habe mit dem Toyota Yaris Hybrid meinen Frieden gemacht. Er erwies sich im Testzeitraum als gutes Auto und idealer Stadtbegleiter. Zudem war es für mich eine angenehme Abwechslung, einen Testwagen in seiner Basis zu er-fahren und damit einen tatsächlichen Alltagstest durchführen zu können. Denn die oftmals top-ausgestatteten Testwagen bilden außerordentlich selten das Gros der verkauften Modell-Versionen ab. Insofern ließ ich mich vom Yaris gern erden und auf den Boden der Tatsachen holen.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Heckansicht schreag Windrad Fel

Optisch unterscheidet sich die Hybrid-Version des Yaris im Vergleich zu einen Verbrenner-Brüdern in einigen Punkten. Am auffälligsten ist dabei die Front. Angelehnt an den „Keen Look“ bekommt das Hybrid-Modell einen exklusiven Frontstoßfänger und einen schmaleren oberen Lufteinlass. Der trapezförmige Kühlergrill erinnert optisch an die aktuellen Lexus-Modelle. Insgesamt ist das Hybrid-Modell 20 Millimeter länger als die konventionell angetriebenen Yaris. Hinzu kommen Scheinwerfer mit Projektionslinsen und LED-Tagfahrlicht, die es gleichfalls nur für den Yaris Hybrid gibt.
Typisch für die Hybrid-Modelle sind die blauen Toyota-Logos an Front und Heck.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Vorderansicht Toyota-Logo Windrad Fel

Der Innenraum des Yaris Hybrid unterscheidet sich dagegen kaum von den anderen Varianten. Die schmucken Innenraum-Details mit den meist blauen Akzenten, die häufig in Werbung und Prospekten zu sehen waren, sind den höheren Ausstattungslinien vorbehalten und waren nicht im Testwagen vorhanden.
Auf den Hybrid-Antrieb wiesen lediglich das blau beleuchtete Kombiinstrument sowie die Schaltkulisse des CVT-Getriebes hin.

Toyota Yaris Hybrid Cockpit Kombiinstrument Innenraum Interieur Nach

Schlecht ausgestattet, wie mein anfänglicher Schock suggerieren könnte, ist der Yaris Hybrid jedoch keineswegs. Nur im Detail mutet die Ausstattung etwas ungewöhnlich an. Mit dem Hybrid-Antrieb, dem CVT-Getriebe und der 2-Zonen-Klimaautomatik scheint der Hybride zeitgemäß ausgerüstet zu sein. Dafür sprechen auch die sieben Airbags inklusive eines Knie-Airbags für den Fahrer oder etwa das LED-Tagfahrlicht.

Dem gegenüber stehen jedoch teils anachronistische Eigenarten, etwa der bereits erwähnte Schlüssel, die Kurbelfenster im Fond oder das Radio-Display im 90er Jahre-Stil. Auch, dass die Zentralverriegelung lediglich über Fahrertür und Heckklappe zu ver- und entriegeln war, störte mich. Eine neuzeitliche Unart ist dagegen, elektrisch verstellbare Spiegel zu verbauen, die nicht beheizbar sind. Zudem habe ich auch anderes vermisst, auf das ich ungern verzichte.

Toyota Yaris Hybrid Cockpit Innenraum Interieu

Die Rückleuchten in LED-Technik braucht niemand wirklich. Aber gerade am Yaris Hybrid vermisste ich diese. Lackierte Außenspiegel und Türgriffe: unnötig, aber schmerzlich vermisst. Homogenes Design und kohärente Erscheinung gehen so verloren.

Ein wirklich wichtiges Feature, das mir fehlte, waren Anzeigen zum Hybrid-Status. Ich wusste nie, wie der Ladezustand des Akkus aussah. Die eigentlich typische Visualisierung des Anstriebsstrangs fehlte gänzlich. Schon allein deswegen würde ich persönlich zur nächsthöheren Ausstattungslinie greifen, weil dann das Multimedia-Audiosystem Toyota Touch serienmäßig verbaut wäre und mich mit zusätzlichen Informationen zum Betriebszustand des Fahrzeugs versorgen könnte.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Heckansicht Detail Rücklich

Nebelscheinwerfer sind für mich ein Extra, das der Sicherheit dient. Zumindest optional sollten diese allen Modell-Varianten zur Verfügung stehen. Elektrische Fensterheber im Fond fände ich praktisch, da ich insbesondere im Sommer gern Fenster diagonal öffne, um die abgestandene heiße Luft ins Freie zu entlassen. Eine Mittelarmlehne fehlte mir auch gelegentlich.

Das klingt an dieser Stelle womöglich so, als könnte ich kein gutes Haar am Yaris Hybrid lassen. Stimmt so natürlich nicht. Selbst in der von mir gefahrenen Basis entpuppte sich der kleine Japaner nicht zum Flop.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Heckansicht schraeg Windrad Fel

Und sonst?
Navi? In der Stadt benötige ich das eher selten.
Tempomat? Wäre zwar auf der Autobahn sehr nützlich gewesen, aber für ein reines Stadtfahrzeug wäre auch dieses – ohnehin im Grundmodell nicht verfügbare – Extra verschmerzbar.
Leder an Lenkrad und Handbremshebel? Wozu? Klar, viele sind das inzwischen gewohnt und es sieht auch ohne Frage edler und anmutiger aus – aber muss ich das in einem Kleinwagen haben? Nö, eigentlich nicht.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Heckansicht Windrad Fel

Softtouch-Elemente gibt es, aber nicht im Grundmodell. Vermisst habe ich den weichen Kunststoff aber auch nicht.

Fahrerisch gab sich der Toyota Yaris Hybrid keine Blöße. Gerade im Stadtverkehr spielt er seinen Hybrid-Trumpf aus. Spaßarm war ich dabei nicht unterwegs. Im hektischen Großstadt-Gedränge kann der Kleine nicht nur mitschwimmen, auch flott kann er sein. Erstaunlich dabei war immer wieder, wie oft ich rein elektrisch unterwegs war; auch über unerwartet lange Strecken.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Vorderansicht Acker Fel

Wie genau sich der Toyota Yaris Hybrid im Fahrbetrieb geschlagen hat, darauf gehe ich in einem gesonderten Artikel ein. Nur so viel sei verraten: bei optimalen Bedingungen und einem krampfhaft sensiblen Gasfuß sind mehr als die von Toyota angegebenen zwei Kilometer rein elektrisches Fahren möglich, auch jenseits der 50 km/h.

In den nächsten Artikeln werde ich dann noch ausführlicher auf einzelne Bereiche des Toyota Yaris Hybrid eingehen.

Der Grundpreis des Testwagens liegt bei 16.950,- €. In Platinsilber metallic (laut Konfigurator eigentlich nicht für die Basis verfügbar) sowie mit den 15-Zoll-Leichtmetallfelgen Pavona und dem Audiosystem liegt der Testwagenpreis bei 18.480,- €.

Toyota Yaris Hybrid platinsilber Vorderansicht Scheinwerfer LED-Tagfahrlich

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11 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. toyota yaris

    wir warten alle gespannt auf den
    “gesonderten Artikel”

  2. Mario Lehmann

    Keine Sorge, die erwähnten, noch ausstehenden Artikel werden folgen. Ich habe sie nicht vergessen. ;-)

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    […] Artikel basiert auf meine mehrteilige Artikel-Serie zum Toyota Yaris Hybrid von […]

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