Test & Fahrbericht: Škoda Yeti 2.0 TDI 4×4 – Antrieb & Dynamik

Zwei Wochen musste sich der Škoda Yeti im Alltag sowie in leichtem Gelände als auch auf Schnee und Eis bewähren. Doch nicht nur das. Was wäre ein Fahrbericht ohne einen Ausflug auf Landstraße und Autobahn? In meinem letzten Artikel zum Škoda Yeti 2.0 TDI 4x4 dreht sich alles um Motor und Fahrbetrieb.

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Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Vorderansicht schraeg Schnee

Motorisch kommt der Yeti als Diesel-Topmodell daher. Das heißt, unterm Bug-Deckel schlummern 125 kW bzw. 170 Selbstzünder-PS, die stolze 350 Nm Drehmoment entwickeln. Als Sahnehäubchen gibt es oben drauf permanenten Allrad-Antrieb, der je nach Untergrund seine Kraft bedarfsgerecht an Vorder- und Hinterachse verteilt.

Der Škoda Yeti 2.0 TDI 4x4 überzeugt mit souveränen Fahrleistungen, sodass ich beinahe von sportlichem Vortrieb sprechen könnte. Zügiges Beschleunigen aus dem Stand oder Überholvorgänge auf der Landstraße – willig und spontan setzt der Tscheche die Wünsche des Fahrers um. Die angenehm direkt ausgelegte Lenkung liefert sauberes Feedback. Damit scheint der Yeti ebenfalls prädestiniert für schnelle, spaßige Kurvenfahrten.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Seitenansicht schraeg Schnee

Und tatsächlich: Dank des überraschend sportlich-straff ausgelegten Fahrwerks und des Allrad-Antriebs ließ sich der Yeti flott um Kurven zirkeln. Das Erstaunliche dabei ist, dass der Yeti trotz seines hohen Aufbaus kaum aus der Ruhe zu bringen ist. Und trotz der straffen Federung schluckt das Fahrwerk die meisten Unebenheiten ohne zu murren weg.

Der Schalthebel des knackigen 6-Gang-Schaltgetriebes lässt sich sowohl komfortabel als auch sportlich durch die Gassen jagen. Auf kurzen Wegen findet sich schnell der passende Gang, auch wenn sich das Ganze teilweise etwas knorpelig anfühlt. Einzig bei schnellen Schaltvorgängen kam es gelegentlich vor – meist vom zweiten in den dritten Gang – dass die Schaltung etwas hakelig wurde. Ähnliches stellte ich bereits beim Škoda Octavia III in Faro fest.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Heckansicht schraeg Schnee

Die in der Elegance-Ausstattung verbauten Alcantara-Sitze fallen positiv auf, was den Sitzkomfort betrifft. Das angenehm harte Gestühl gewährleistet auch auf Langstrecken ein relativ ermüdungsfreies Fahren. Nur etwas mehr Seitenhalt hätten die Sitze bieten können. Aber andererseits ist der Škoda Yeti konzipiert als praktischer Alleskönner, für den Sportlichkeit nicht im Vordergrund steht.

Auf dem Papier scheint das Aggregat aus dem Konzernregal bestens für den Yeti geeignet zu sein. In der Praxis jedoch, konnte mich das Triebwerk nicht völlig überzeugen. Das beginnt bereits mit der Geräuschdämmung – der Diesel-Motor ist stets präsent und nagelt auch, wenn er warm gefahren ist. Hier würde ich mir eine effizientere Dämmung wünschen. Denn eigentlich geht es im Yeti angenehm ruhig zu, auch auf der Autobahn bleiben Windgeräusche trotz der Kastenform dezent im Hintergrund. Andererseits: die nagelnde Untermalung passt natürlich zum Nutzfahrzeug-Charme des Škoda Yeti.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Seitenansicht Schnee Baustelle

Ein weiterer Punkt, der mir während des Tests auffiel, waren die recht starken Vibrationen, die im Innenraum zu spüren waren. Für Passagiere nicht weiter störend, für den Fahrer auf Dauer aber mindestens irritierend. Egal, ob der Motor kalt oder warm, der Yeti gerade im Leerlauf oder unterwegs ist: am Lenkrad spüre ich permanent die vom Diesel-Motor dargereichte Laufunruhe. Besonders rappelig wird der 2.0 TDI, wenn der Fahrer der Schaltempfehlung folgt und er niedertourig unterwegs ist. Das gefällt dem Yeti gar nicht. So musste ich zu Beginn des Testzeitraums feststellen, dass die Schaltempfehlung zu ignorieren ist – viel zu früh fordert diese auf, hochzuschalten.

Eine Folge der starken Motorvibrationen waren knisternde und knarzende Geräusche aus der Mittelkonsole; und das bei einer Laufleistung von etwa 3.000 Kilometern.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Innenraum Cockpit Interieur

Auch wenn die Fahrleistungen gut sind – das steht außer Frage – bleibt festzuhalten, dass das tatsächlich nutzbare Drehzahlband eher kurz geraten ist. Obwohl das maximale Drehmoment bereits bei 1.750 Umdrehungen anliegen solle, schiebt der Yeti erst knapp über 2.000 Touren mit Nachdruck nach vorn. Aber bereits nach der 3.000er Marke verpufft diese Nachdrücklichkeit. Wer also eilig unterwegs sein möchte und dabei das volle Drehmoment-Potential nutzen möchte, muss entsprechend viel Schaltarbeit verrichten.

Unterhalb von 2.000 U/min. wirkt der 2.0 TDI etwas zugeschnürt, oberhalb von 3.000 Umdrehungen dagegen zunehmend angestrengt.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Cockpit Interieur

Wer es aber ruhig angeht, der ist mit dem stärksten Diesel gut bedient. Souverän schiebt der Škoda Yeti über die Landstraße und spielt seine Cruiser-Qualitäten aus. Ähnliches gilt für die Autobahn. Sowohl spaßig als auch vernünftig lässt sich der Yeti durch die Stadt bewegen. Wer es darauf anlegt, ist beim Ampelstart stets zügig aus dem Stand gen Horizont unterwegs. Aber genauso gut kann das Kompakt-SUV im Verkehrsfluss mitschwimmen.

Skoda Yeti 2.0 TDI 125 kW 4x4 Elegance Vorderansicht schraeg Schnee Wald

So zeigt sich der Škoda Yeti 2.0 TDI 4x4 als rundherum praktisches Auto, das mit seinem eigenwilligen Charme punkten kann. Er unterliegt keinem Modetrend, erweist sich als Pragmatiker und Lastesel, der auch abseits befestigter Wege brauchbar ist. Allein der nicht ganz so gelungene Motor gibt Anlass zur Kritik. Aus diesem Grund würde ich vermutlich eher zu einem Benziner tendieren.

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5 Reaktionen auf diesen Beitrag

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