Test & Fahrbericht: Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ – Exterieur & Interieur

Inzwischen ist einige Zeit vergangen. Obwohl die Eindrücke vom Mitsubishi Lancer bereits etwas zurückliegen, erscheint mir die Erinnerung frisch, meine Eindrücke gut greifbar. Dazu sicherlich beigetragen hat das Exterieur-Design des Lancer. Zwei Wochen konnte ich dieses auf mich einwirken lassen. Nicht jede Perspektive sagte mir zu.

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Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Vorderansicht Hol

Der Mitsubishi Lancer hatte von Beginn an einen leichten Stand bei mir – zumindest, was sein Front-Design betrifft. Als ich den Testwagen vereinbarte, vergaß ich völlig, darauf hinzuweisen, dass ich eigentlich die Sportlimousine testen wollte. Nicht weiter daran gedacht, stand plötzlich der Lancer Sportback in Merkur-Silber vor meiner Tür.
Dass ich auf Mitsubishis Jet-Fighter-Front stehe, hatte ich bereits mehrmals geschrieben. Und ich stehe dazu: Auch nach fast sieben Jahren steht dem Lancer das Jet-Fighter-Design ungemein gut. Auch dem damaligen Mitsubishi Colt stand es.


Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Vorderansicht Detail Xenon-Scheinwerfe

Die nach innen gezogenen, sich verjüngenden Xenon-Scheinwerfer, die wie leicht zusammen gekniffene Augen wirken, der steile Kühlergrill in Form eines gleichschenkligen Trapezes, das sich zwischen die Augen schiebt – ja, das wirkt freilich aggressiv. Aber es meint weniger diese negativ konnotierte Aggressivität, viel mehr eine spielerisch herausfordernde Aggressivität, die zu Spiel und Tanz einlädt.
Abschließend wird die Front an der Unterkante des Stoßfängers mit einem Frontspoiler abgerundet. Was ich vermisse: LED-Tagfahrlicht.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Seitenansicht Hol

Dieser Spoiler wird in der Seitenansicht von den Seitenschwellern aufgegriffen, die jedoch etwas überambitioniert wirken. Zwar wird damit eine gewisse Dynamik suggeriert, aber einerseits wird der 150 PSer Common-Rail-Diesel dieser Suggestion nicht gerecht, andererseits wirken die Seitenspoiler wie aus dem Zubehör. Etwas mehr Dezenz würde ich mir hier wünschen.

Im Gegensatz zur Vorderansicht gefällt mir die Silhouette des Lancer Sportback weniger. Eine kompakte Fließheck-Limousine, die nicht weiß, ob sie mal ein Kombi werden wollte. Mir fehlt es hier an einem roten Faden. Während die Stufenheck-Variante des Lancer die Erwartungen, die die Front schürt, über die Seitenlinie bis zum Heck erfüllen kann, enttäuscht mich die optische Erscheinung des Sportback in der Seitenansicht. Es trifft schlichtweg nicht meinen Geschmack.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Heckansicht Hol

Mein persönliches Lowlight ist jedoch das Heck. Alles, was das stramme Hinterteil der Sportlimousine ausmacht, lässt der Mitsubishi Lancer Sportback hängen. Der eigenwillige Dachkantenspoiler, dessen Zweck sich mir nicht so recht erschließen möchte, die an sich gut ins Design integrierten Rückleuchten, wirken leider schlapp, nichtssagend und langweilig.
Ich kann mir einfach nicht helfen. Das Design des Sportback möchte mir nicht zusagen. So viel schöner finde ich das klassische Lancer-Stufenheck.

Doch bei allem Ge- oder Missfallen bleiben die Qualitäten des Lancer erhalten und unangetastet. Ob nun Sportback oder Sportlimousine – das mag jeder für sich entscheiden. Am überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis ändert das nichts.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Seitenansicht Heck Feldwe

Und natürlich, der Preis kommt nicht von ungefähr und frei von Kritik ist kein Auto. So sind beim Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ etwa die wackligen Abdeckungen der Scheinwerferreinigungsanlage aufgefallen. Bemängeln könnte auch der ein oder andere die Verwendung von Hartplastik im Interieur. Aber einerseits geht das angesichts des Preises in Ordnung, andererseits sind Lenkrad, Schalthebel und Handbremsgriff mit Leder bezogen und fühlen sich keineswegs billig an. Zudem wurde der Innenraum für das Modelljahr 2013 durch einige Soft-Touch-Oberflächen aufgewertet, sodass das häufige Nörgeln über Hartplastik in dieser Preisklasse gänzlich obsolet wird. Klavierlackoptik sowie Chromrähmchen um Schalter und Kulissen lassen den Innenraum edler wirken.
Und es tut mir leid; Mitfahrer, die zuerst Armaturen und Mittelkonsole abklopfen, um sich anschließend über Hartplastik zu mokieren, sind mir suspekt.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Cockpit Interieur Innenrau

Das Interieur des Mitsubishi Lancer ist für mich ein gutes Beispiel für Übersichtlichkeit und Ergonomie. Geradezu narrensicher wurde das Cockpit gestaltet. Das griffige Multifunktionslenkrad kommt mit einer passablen Anzahl Knöpfen daher, nur der Satellit für die Telefon-Bedienung trübt die Optik.

Ein auffälliges Detail war der für meinen Geschmack indifferente Druckpunkt des Blinkerhebels. Der Komfortblinker, der mittels einmaligem Tippen dreimal blinkt, ist im Stadtverkehr-Spurwechsel ein gern genutztes Komfort-Feature. Nur leider lässt sich der Blinker zu leichtgängig setzen, sodass ich öfter manuell den Blinker wieder ausschalten musste. Ungewöhnlich ist zudem die Position der Sitzheizungsschalter direkt vor der Mittelarmlehne. Wer das nicht weiß, ist eine Weile mit Suchen beschäftigt.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Cockpit Interieur Innenraum_0

Die Skalen des Kombiinstruments lassen sich einwandfrei ablesen. Mittig zwischen den beiden Rundinstrumenten befindet sich das Display des Bordcomputers. Die Darstellung mag nicht mehr zeitgemäß sein und eine analoge Darstellung von Tank- sowie Kühlmittel-Temperaturanzeige gefiele mir besser, aber Fragen kommen zu keiner Zeit auf.

Die Mittelkonsole ist kaum übersichtlicher zu gestalten. Zentral liegt zwischen den beiden Lüftungsdüsen das Touchscreen-Display, das ein Navigationsgerät vermuten lassen könnte. Über den Touchscreen lassen sich die Audio-Einstellungen vornehmen, gleichzeitig dient es der Bilddarstellung der Rückfahrkamera. Diese muss leider ohne dynamische Hilfslinien auskommen. Problematisch beim Zurücksetzen ist das stark verzerrte Bild der Kamera, das dafür sorgt, dass Hindernisse plötzlich sehr schnell näher kommen, als vermutet. Unter dem Bildschirm befindet sich der Schalter der Warnblinkanlage, flankiert von den Info-Buttons zu Beifahrer-Airbag-Deaktivierung und Beifahrersitz-Belegung.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Fond Ruecksitzban

Die Regler für Lüftung, Heizung und Klimaautomatik sind in drei Dreh-Drück-Regler gegliedert. Die Funktionen sind eindeutig und bedürfen keiner Umgewöhnung. Auch haptisch sowie optisch zeigen sich die Regler von einer guten Seite.

Im Testzeitraum erwiesen sich die Sitze des Mitsubishi Lancer Sportback als bequem und langstreckentauglich, aber für meinen Geschmack auch etwas zu weich. Gerade auf der Rückbank sitzen Passagiere dann ungewohnt tief eingesunken. Die Platzverhältnisse im Fond fallen großzügig aus – immerhin ist der kompakte Lancer auch mit über 4,58 Meter deutlich länger als ein VW Golf VII und etwa ebenso lang wie die inzwischen abgelöste Mercedes-Benz C-Klasse BR 204.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Kofferraum Laderau

Dank des höhenverstellbaren Ladebodens im Kofferraum ist die Innen-Ladekantenhöhe angenehm niedrig. Allerdings ist die Außen-Ladekante recht hoch. Reicht das Volumen nicht aus, kann die 60:40-geteilte Rücklehne per Hebelzug automatisch umgelegt werden. Sehr praktisch gelöst.

Insgesamt lässt sich festhalten, der Lancer ist grundsolide verarbeitet, bietet eine umfangreiche Ausstattung, die alles beinhaltet, was ich im Alltag benötige – und das alles zu einem unschlagbaren Preis. Im Laufe des Modellzyklus der CYO-Baureihe wurde der Lancer stets verbessert und verfeinert. Haptisch fühlt sich das Interieur angesichts des Preises mehr als überzeugend an. Subjektiv hinterließ der Mitsubishi Lancer Sportback zwar nicht einen so massiven wie soliden Eindruck im Vergleich zum Honda Civic, aber der Gesamteindruck sowie das überragende Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen.

Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ CYO 2013 Merkur-Silber-Metallic Heckansicht Detail Heckleuchte_0

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7 Reaktionen auf diesen Beitrag

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  2. Mario Lehmann

    Hallo Miro,
    der Test zum Lancer ist in mehrere Teile gegliedert. Der letzte beschäftigte sich eben mit Exterieur und Interieur. Der Artikel, der dann der Fahrbericht an sich sein wird, folgt demnächst.

    Dass Mitsubishi beim Blogger Auto Award 2014 nicht auftaucht, ist sicherlich bedauerlich, liegt aber im Ablauf der Wahl begründet, über den ich nicht zu bestimmen habe.

    Viele Grüße
    Mario

  3. Miro

    Schade, dass in dem Test nur die äußeren und inneren Designs und deren Ergonomie behandelt werden, während z.B. das Fahrgefühl und die Sicherheit des Fahrzeugs komplett außen vor bleiben, obwohl doch im Titel von einem „Fahrbericht“ die Rede ist. Dabei gilt gerade Mitsubishi in diesen Tagen als Hersteller von besonders sicheren Wagen bzw. als Marke, die gerne von einer besonders umsichtigen Klientel genutzt wird, siehe u.a. hier: http://www.fahrerbewertung.de/statistiken
    Und beim Auto Blogger Award taucht Mitsubishi, so weit ich mich entsinne, auch nicht auf. 🙁

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  6. Test & Fahrbericht: Mitsubishi Lancer Sportback 1.8 DI-D+ – Einführung, Daten & Fakten | autoaid.de blog

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  7. Deutscher Auto Blogger Digest vom 24.01.2014 › "Auto .. geil"

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