Test & Fahrbericht: Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive – Einführung, Daten & Fakten

Und da war er wieder weg. Zwei Wochen autoaid-Test können so schnell vergehen. In dieser Zeit haben der Honda Civic 2.2 i-DTEC und ich uns kennen und schätzen gelernt. Okay, das klingt nüchterner, als unser Zusammensein tatsächlich sein durfte. Auch automobile Liebe wäre nicht ganz passend. Aber der Honda Civic hat mich überzeugt. Er hat viele Talente, aber auch Macken. Am wichtigsten jedoch: er hat Charakter.

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Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Heckansicht Eberswalde Oder-Havel-Kana

Ich fuhr nach Offenbach, um den Civic abzuholen. Schlüssel, Bord- und Infomappe ging es über den Presseparkplatz – auf der Suche nach meinem neuen Tester für die nächsten zwei Wochen. Seit Wochen schon freute ich mich auf den japanischen Kompakten. Bisher fuhr ich noch nie einen Honda, aber sympathisch fand ich seit meiner Kindheit bereits das ein oder andere Modell. Die neunte Generation Civic gehört für mich dazu. Voller Vorfreude ging es also zum Testwagen.

Och nö, schon wieder Rot?“

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Vorderansicht schraeg Beerbau

Ja, ich mag Rot nicht. Das war schon beim Audi A1 mein Problem. Jedenfalls gefällt mir nicht dieses knallige Feuerwehrrot; oder Mutti-Rot wie meine Mutter es nennen würde. Honda bezeichnet die Farbe als „Milano Rot“. Mailand – dort wurde anno 1910 Alfa Romeo gegründet. Mailand ist eine der führenden Mode-Metropolen. Interessante Assoziationen, die sich da auftun. Honda – ohnehin der japanische Automobil-Hersteller mit sportlichem Anstrich – mit Alfa Romeo vergleichen und mit modischem Design in Zusammenhang bringen. Ob das aufgeht?

Auch wenn die auffällige Lackierung nicht meinen Geschmack trifft; ich habe mich einerseits mehr und mehr daran gewöhnt. Andererseits kann ich mit etwas Nüchternheit durchaus anerkennen, dass die Farbe dazu beiträgt, dass der Civic neunter Generation nicht nur auf-, sondern auch gefällt. Manchmal ist eben ein Schritt nach hinten erforderlich, um das große Ganze besser auf sich wirken lassen zu können.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Seitenansicht Hohenwutze

Nach der achten Generation, die im Design irgendwie verlockend, aber auch verbaut wirkte, hatte Honda die grundlegende Formsprache dennoch beibehalten. Die Designer entschärften allerdings die Gesamterscheinung und gestalteten die Karosse zugleich harmonischer.

Einige Tücken und Eigenarten der Karosserie des Vorgängers wurden gleichwohl übernommen. So ist der Blick in den Rückspiegel mitunter wenig hilfreich.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Rundumsicht Rückspiegel Innenspiege

Unter der Haube des Testwagens werkelt der große Selbstzünder der Japaner. Den kleinen, erst kürzlich erschienenen Honda Civic 1.6 i-DTEC hatte ich bereits vorgestellt. Das größere Test-Triebwerk verfügt dagegen über 2.199 cm³ Hubraum und leistet 110 kW/150 PS sowie 350 Nm, die sowohl für eine mächtige als auch harmonische Leistungsentfaltung sorgen. Geschaltet wird manuell durch sechs Vorwärtsgänge.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Cockpit Innenraum Interieu

Bei einem Testwagenpreis von 34.760 € kann von „volle Hütte“ ausgegangen werden. Die einzigen optionalen Ausstattungsmerkmale im Testwagen sind das HDD-Navigationssystem (2.000 €), das Safety-Paket mit Notbrems- und Kollisionswarn-Assistent sowie einem Abstandsregeltempomat (1.990 €) sowie die Edelstahl-Einstiegsleisten mit Civic-Schriftzug in blauer LED-Beleuchtung (320 €). Die restliche Ausstattung (s. unten) ist serienmäßig. Günstig ist der gefahrene Civic damit keineswegs. Aber er bietet auch viel. Bereits in der Basis verfügt die höchste Ausstattungslinie „Executive“ über ein großzügiges Innenleben. Ich persönlich würde „meinen“ Civic 2.2 i-DTEC im Honda-Konfigurator auf 27.120 € bringen.

Serienausstattung (Auszug)
  • schlüsselloses Zugangssystem
  • Nebelscheinwerfer
  • Rückfahrkamera
  • LED-Tagfahrlicht
  • 3x 12-Volt-Steckdose
  • Ambientbeleuchtung
  • Bluetooth-Freisprechanlage
  • Geschwindigkeitsregelanlage mit Speed Limiter
  • automatisch abblendender Innenspiegel
  • Zwei-Zonen-Klimaautomatik
  • Leder-Innenausstattung
  • Panorama-Glasdach
  • Premium-Sound-System (360 Watt) mit Subwoofer
  • Sitzheizung vorn
  • Lichtautomatik
  • Regensensor
  • Xenon-Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistent

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Vorderansicht Hohenwutzen Wal

Wie bereits erwähnt, ist der Honda Civic ein Auto mit Charakter. Zwangsläufig bedeutet das auch, dass er Eigenarten mit sich bringt, die mir nicht gefallen. Über diese kann ich jedoch oftmals hinwegsehen, da er in anderen Punkten gefällt und aus der Masse hervorsticht. Zur Folge hat das eine Bindung zwischen Fahrer und Fahrzeug, die auf Emotionen fußt. Und je mehr positive Emotionen ein Auto vermitteln kann, umso mehr Schnitzer darf es sich leisten. Um es vorweg zu nehmen: Viele Schnitzer erlaubt sich der Civic nicht. Er ist ein grundsolides, ein gutes Auto, das obendrein eine emotionale Beziehung zwischen Mensch und Maschine zulässt.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Kombiinstrument Drehzahlmesser Tachobeleuchtun

Aber auch nüchtern betrachtet, hat der Honda Civic 2.2 i-DTEC vieles zu bieten. Die Assistenzsysteme machen das Fahren sicherer, der Motor arbeitet souverän, ist stark und sparsam. Das Sitzkonzept im Fond (Stichwort „Kinositze“) gibt es nur bei Honda und bietet Käufern, die auch mal Sperriges transportieren möchten, einen Mehrwert, den andere Hersteller nicht im Portfolio haben.

Um also auf Mailand und Alfa Romeo zurück zu kommen: gewisse Parallelen könnte es durchaus geben. Beide Marken hegen einen gewissen Anspruch in puncto Agilität bei gleichzeitiger Eigenständigkeit bezüglich des Designs. Der Honda Civic wie etwa auch die Giulietta von Alfa Romeo zeichnen sich durch ihre optische Auffälligkeit, aber auch durch die ein oder andere Tücke aus.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Heckansicht LED-Rücklich

In den nächsten Artikeln zum Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive werde ich auf die unterschiedlichen Bereiche genauer eingehen, das Für und Wider darlegen und euch zeigen, was mir gut, und was mir nicht gefallen hat.

Mit exakt diesem Testfahrzeug waren bereits Camillo Pfeil und Tom Schwede auf einem kleinen Road-Trip unterwegs. Für die beiden ging es nach Monza – zum Auftakt der WTCC. Und wo liegt Monza? Genau, etwa 25 Kilometer entfernt von Mailand. So schließt sich der Kreis.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,8 Litern Diesel zeigen die beiden, was ich im Stadtverkehr erahnte: der Civic 2.2 i-DTEC knausert geradezu unverschämt mit dem Sprit.

Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive Milano Rot Vorderansicht schraeg Hohenwutzen Wal

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7 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Deutscher Auto Blogger Digest vom 24.05.2013 › "Auto .. geil"

    […] AutoAidTest & Fahrbericht: Honda Civic 2.2 i-DTEC Executive – Einführung, Daten & FaktenUnd da war er wieder weg. Zwei Wochen autoaid-Test können so schnell vergehen. In dieser Zeit haben der Honda … […]

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