Im Test: Fahrbericht Suzuki Swift Sport

Ehrliche Technik ohne Schnickschnack, unverfälschtes Autofahren – der Suzuki Swift Sport mit seinem munteren, drehfreudigen 1.6er Sauger ist ein Quell der Freude, der sich wohlig nach vergangenen Tagen anfühlt. Ganz ohne Downsizing-Quark oder Mini-Turbo als Anfahrhilfe vermitteln spaßige 136 Pferdchen im japanischen Kleinwagen ganz eigenen Fahrspaß. Und sparsam ist er dabei auch noch.

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Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Vorderansicht seitlich Wies

Ich gebe unumwunden zu: Bei der Betrachtung des Suzuki Swift Sport bin ich befangen – nicht zuletzt nach den Er-Fahrungen während der Suzuki Driving Xperience im letzten Jahr. Er wäre für mich ein aussichtsreicher Kandidat, wenn bei mir privat eine Neuanschaffung anstünde. Er sieht scharf aus, steht für puren Fahrspaß bei relativ einfach gehaltener, wenig komplexer Technik und kann sowohl alltagstauglich und sparsam als auch hastig und dynamisch bewegt werden. Und letztlich stimmen obendrein Verbrauch und Preis/Leistung.

Suzuki Swift Sport – Im Stand

Kashmir Blue Metallic – Die Farbe, in der der Testwagen erstrahlt, wäre für mich erste Wahl. Und so sehr ich den Swift in mein kleines Herz geschlossen habe; manchmal empfinde ich seine Karosserie als zu hoch, zu kastig. Ein Problem, das für meinen Geschmack viele Kleinwagen haben, und auf das ich bereits in der Betrachtung zum Exterieur des Toyota Yaris Hybrid einging.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Heckansich

Aber dann betrachte ich den Swift Sport wiederum aus einem anderen Winkel und er gefällt mir wieder ausnehmend gut. Das Heck mit den sich auf die Seitenwand schwingenden Rückleuchten, der zweiflutigen Abgasanlage und dem dunkel abgesetzten Heckdiffusor – hier stimmen die Proportionen, hier wird Passion erweckt, die auf Fahrt gestillt werden will.

Die weder zu schmalen noch zu breiten 195er Reifen und die 17-Zoll-Alufelgen im 5-sternigen Vielspeichen-Design fügen sich stimmig in die Seitenansicht ein. Die Xenon-Scheinwerfer strecken sich wie die Heckleuchten weit in die Flanke. Der grobwabige Kühlergrill verjüngt sich nach unten trapezförmig und macht Platz für die auffälligen Nebelscheinwerfer. Nicht nur, dass das Ganze schnieke aussieht, es kostet darüber hinaus keinen Aufpreis.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Vorderansicht Landstraß

Was mir dagegen weniger gut gefiel, waren am Exterieur die Biegekanten unterhalb der B-Säulen, die nicht gut aussehen. Anscheinend ist das verwandte Blech sehr dünn, sodass bei der Produktion beim Biegen und Anpassen diese beiden Kanten die Folge waren. Auch die Lackqualität überzeugt nicht. Bei ungünstigem Lichteinfall ist unschöne Orangenhaut zu sehen. Zudem würde ich die verbauten Scheibenwischer durch Flachbalkenwischer austauschen.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Interieur Cockpit Innenrau

Das Interieur punktet bei mir mit roten Ziernähten, die einen feinen, sportlichen Kontrast zum sonst verwandten Schwarz und Dunkelgrau bilden. Materialanmutung und Haptik mögen höheren Ansprüchen nicht genügen, aber die Verarbeitung passt – nichts klappert, knarzt oder wackelt. Einerseits störe ich mich persönlich nicht am viel gescholtenen, japanischen Hartplastik-Charme, andererseits relativieren der niedrige Preis sowie die reichhaltige Grundausstattung des Suzuki Swift Sport so einiges.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Cockpit Tacho Kombiinstrumen

Das Lederlenkrad mit perforiertem Anteil auf drei und neun Uhr sieht gut aus, liegt sicher in der Hand und fühlt sich ansprechend an. Der Schaltknauf in Leder liegt ebenfalls gut, aber schmeichelt der Hand wegen der silbernen Plastikplakette mit dem Schaltschema weniger. Die Sportsitze sind bequem und langstreckentauglich, boten mir mit meinem schlanken Körperbau zu wenig Seitenhalt und die Seitenwangen selbst erwiesen sich zudem als zu weich und nachgiebig. Die Anzeigen im Kombiinstrument lassen sich einwandfrei ablesen. Vermisst habe ich jedoch die Kontrollleuchte für eingeschaltetes Abblendlicht.

Suzuki Swift Sport – Auf Fahrt

Ganz gleich, ob Du ihn streichelst oder prügelst; der Suzuki Swift Sport bockt nicht, zickt nicht, ist nicht nachtragend und tut, was Du willst. Das für Kleinwagen inzwischen ungewohnt große 1600er Aggregat lässt gemütliche Stadtrundfahrten oder anspruchsvolle Landstraßenpartien zu. Letzteres machte ohne Frage am meisten Spaß, aber der Posten Stadtfahrt muss im Alltag schließlich auch beackert werden. Allerdings stellen sich einem die Nackenhaare eben nur auf, wenn Du mit knapp 7.000 Umdrehungen auf die nächste Kurve zufliegst.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Heckansicht Detai

Das Schöne am Swift Sport: Hier ist noch echte Handarbeit gefragt. Und diese ergänzt sich so wunderbar altmodisch mit diesem frei atmenden Saugmotor. Klar, 160 Newtonmeter beeindrucken nicht wirklich, zumal sie erst bei 4.400 Touren anliegen. Aber wozu Fakten in den Raum werfen? Zahlen sind Schall und Rauch, allein der Bauch, der sich zusammenziehende Magen entscheidet, ob die gelieferte Leistung einen packen kann oder nicht. Und der Swift Sport kann. Die sechs handverlesenen Gänge flutschen schnell und sauber rauf und runter, der krakeelende Sauger erzeugt eine Musik, die mir heute viel zu selten angeschlagen wird. Es ist einfach ein Heidenspaß, dem Kleinen die Sporen zu geben, am Begrenzer zu kratzen, mit Schmackes den nächsten Gang zu befehlen und mit mächtig Dampf die Drehzahlleiter erneut zu stürmen.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Seitenansicht vorn Gut Boernick

Ich hätte vor Freude und Dankbarkeit weinen können – aber dann hätte ich die Kurve übersehen. Als es voller Lust in den Harz ging, ich Kurve um Kurve jagte – da passte einfach alles. Der Swift macht es seinem Fahrer so leicht, lässt ihn Straße und Beschaffenheit noch spüren, verfälscht nichts und macht mit seiner Drehzahllaune und der wunderbar direkten Lenkung unerhörten Spaß. Das Fahrwerk ist straff und zeigte sich nahezu narrensicher. In der Abstimmung nahm ich es als wirklich guten Kompromiss zwischen der anvisierten Sportlichkeit und dem nötigen Komfort, den es auf den schlechten Berliner Straßen braucht, wahr. Das Feedback von Fahrwerk und Lenkung, das den Fahrer über den aktuellen Fahrzustand informiert, passt ganz herrlich zum Antrieb. Warum nur gibt es solche Autos so selten?

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Log

Nach zwei Wochen vermeldete der Bordcomputer einen Verbrauch von 7,2 Litern Super. Unter sieben sind auch ohne Wehwehchen drin. Und das alles ohne diese Effizienzhelferlein, die gerade so in Mode sind. Und für den Alltag in Berlin bietet Suzuki so viel Auto wie ich hier benötige. Auch im Fond reicht der Platz, um mal jemanden einzusacken und ein Stück des Weges zu kutschieren. Einziges wirkliches Manko: Der Kofferraum ist mit 211 Liter echt klein.

Suzuki Swift Sport – Das Fazit

Mehr Auto brauche ich nicht. Der Suzuki Swift Sport macht Spaß und zeigte sich als unterhaltsamer Gefährte, der sparsam im Verbrauch und günstig in der Anschaffung ist. Bereits im Grundpreis ist alles drin, was es braucht. Seien es Metallic-Lackierung, Xenon-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung oder das schlüssellose Zugangs- und Startsystem. Für aktuell unter 19.000 € Listenpreis ist der Suzuki Swift Sport für mich eine echte Kaufempfehlung und landete nicht ohne Grund noch vor dem Ford Fiesta ST auf Platz 3 in meiner Testwagen-Top3 2013.

Suzuki Swift Sport FZ NZ 2013 Kashmir Blue Metallic Frontalansich

Hinzu kommt sein Sauger-Charme, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Wenn mit ansteigender Drehzahl der Schub stetig ansteigt, bis die 6.900 Umdrehungen erreicht sind und das genüssliche Orgeln in der nächsten Schaltstufe seinen Fortgang findet – dann springt mir das Herz in der Brust vor echter, unverfälschter Fahrfreude.

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5 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Rückschau: Meine persönlichen Top-3-Testwagen 2014 | autoaid.de blog

    […] – das machte mit dem 6er richtig Freude. Ähnlich wie mit dem 2013 auf dem 3. Platz gelandeten Suzuki Swift Sport war es einfach schön, den heutzutage seltenen Saugmotor unterm Hintern durch die Heide zu bewegen. […]

  2. Deutscher Auto Blogger Digest vom 26.03.2014 › "Auto .. geil"

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