Test & Fahrbericht: Porsche Cayman (981c) – Einführung, Daten & Fakten

Zweifelsohne ist es nicht übertrieben, wenn im Zusammenhang mit Porsche von „Traumwagen“ die Rede ist. Zwar gilt der 911er als die Ikone schlecht hin. Aber ganz gleich, mit welchem Zuffenhausener Modell Berliner Straßen befahren werden – die Blicke sind einem gewiss. Mit einem Grundpreis von knapp über 50.000 € für den Cayman klingt der Einstieg in die Porsche-Welt sogar fast erschwinglich.

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Porsche Cayman 2013 981c Vorderansicht seitlich Dunkelblau-Metallic Feld Wal

Eine Woche, eine sehr kurze Woche, blieb mir Zeit, den Porsche Cayman kennenzulernen und zu testen. Wie gewohnt, soll der erste autoaid-Artikel das Modell vorstellen, nennt Daten & Fakten.

2005, also neun Jahre nach Einführung des ersten Boxster, brachte Porsche eine Coupé-Variante des Zweisitzers auf den Markt. Der Cayman des Typs 987c wurde bis 2013 gefertigt und erfuhr 2009 ein Facelift. Seit 2013 ist der aktuelle und getestete Cayman der Baureihe 981c im Handel. Im Vergleich zu seinem Vorgänger wurde er leichter, verfügt über einen vergrößerten Radstand und erhielt etwas mehr Leistung. Wie schon zuvor ist auch der aktuelle Cayman als Coupé-Variante des Boxster (981) preislich höher positioniert als das Cabrio.

Porsche Cayman 2013 981c Heckansicht seitlich Dunkelblau-Metallic Feld Wal

Das gefahrene Modell des 981c fuhr mit der Basismotorisierung vor – wobei der Begriff „Basis“ angesichts der Leistung von 275 PS in einem 1,4-Tonnen-Coupé wie Hohn anmutet. Als ich den Testwagen anfragte, bat ich um ein Modell, das möglichst wenig Zusatzausstattung hat. Das sei nicht möglich, wurde mir mitgeteilt. Nun gut, dann eben etwas mehr Ausstattung. So kann ich immerhin schmerzfrei feststellen, was ich für verzichtbar halte.

Als ich schließlich den Porsche Cayman in Zuffenhausen abholte, erwartete er mich bereits – mit zu mir gewandtem Rücken tat er zunächst etwas bockig. Zu Recht. Denn anfangs wollte ich ihn nicht. Porsche fahren heißt, selbstfahren – also auch das Getriebe in Eigenregie zu sortieren. Aber der Cayman in Dunkelblau-Metallic verwaltete seine Gänge selbst über das Porsche Doppelkupplungsgetriebe PDK. In einem Porsche? Doppelkupplungsgetriebe?

Porsche Cayman 2013 981c Interieur Innenraum Cockpit PD

Nun gut, das ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ändern. Und, um es vorweg zu nehmen: Ohne je den Handschalter gefahren zu sein, würde ich das PDK im Cayman bestellen. Grandios – ein derart überzeugendes DKG fuhr ich bis dato nicht. Mit über 2.800 € hat das PDK auch seinen Preis.

Und wie ich während meiner Testwoche mit dem Cayman 981c erfahren musste, ist es damit nicht getan. Weitere Extras, wie Porsche Torque Vectoring (PTV) inkl. mechanischer Hinterachs-Quersperre, das Porsche Active Suspension Management (PASM, Dämpferregelung inkl. Tieferlegung um 10 Millimeter), das Sport Chrono Paket sowie die Servolenkung Plus, sind unabdingbar für denjenigen, der seinen Porsche auch „richtig“ bewegen möchte. Dazu noch die Sportsitze Plus für mindestens 1.900 €, aber aufgrund der Ästhetik in puncto Interieur-Farbe eher über 3.500 € inklusive der Lederausstattung.

Porsche Cayman 2013 981c Interieur Innenraum Cockpit Achatgrau PD

So werden allein durch die sportliche Verfeinerung 10.567,20 € fällig. Plötzlich ist der Grundpreis von 51.385 € in weite Ferne gerückt. Der gefahrene Testwagen kommt insgesamt auf einen Listenpreis von 78.290,90 €. Viele Extras, die in diesem Preis enthalten sind, halte ich für nötig und zeitgemäß. Einige andere betrachte ich als entbehrlich. Allerdings würde das nur wenig am Preis ändern. Wenn ich dagegen könnte, wie ich wollte – ich läge jenseits der 90.000er Marke. Und dennoch schwirren ständig diese Fragen in meinem Kopf.Porsche Cayman 2013 981c Vorderansicht Draufsicht Dunkelblau-Metallic Feld

„Müssen es all diese Extras sein? Ist der Cayman nicht in der Basis bereits zur Genüge auf Sport getrimmt?“ Dass ich für Xenon-Scheinwerfer, Klimaautomatik sowie Tempomat Extrageld auf den Tisch legen muss, verdränge ich spöttisch. Letztlich müsste ein Vergleichstest her, ob es ein Cayman 981c für etwa 55.500 € nicht auch tut. Nichtsdestoweniger wollte ich mich mithilfe des kleinsten Porsche dem Zuffenhausener Phänomen nähern. Was ist dran am Porsche, ist er wirklich so gut, wie es sein Ruf verspricht? Das werden die nächsten Artikel zeigen müssen.

Porsche fahren heißt aber auch, aufzufallen. Zumindest in Berlin und Brandenburg ist ein Porsche verhältnismäßig selten anzutreffen. Entsprechende Aufmerksamkeit zog ich während des Testzeitraums auf mich. Auffällig waren jedoch die meist negativen Reaktionen anderer Autofahrer, die Lücken dicht machten, mich schneideten und ohne zu blinken in meine Spur fuhren. Das ist die Kehrseite: des Deutschen Sozialneid. Starke Nerven und ein dickes Fell sind von Vorteil.

Porsche Cayman 2013 981c Seitenansicht Dunkelblau-Metalli

Parkte der Cayman jedoch und war der arrogante Schnösel von Fahrer nicht erkenn- und sichtbar, begutachteten viele Männer jedweder sozialer Couleur den Porsche genau, liefen herum, betrachteten die Karosserie des 981c aus allen Blickwinkeln, schauten ins Cockpit und erfreuten sich am Anblick des Zuffenhauseners.

Um ein Vielfaches schöner waren die Reaktionen von Kindern. Ein etwa 9-jähriger Junge, der mit dem Rücken zu mir auf seinem Fahrrad fuhr, während ich mit etwa 25 km/h über das Kopfsteinpflaster eines brandenburgischen Dorfes zuckelte,Porsche Cayman 2013 981c Schriftzug Logo Dunkelblau-Metallic stieg ohne mich gesehen zu haben ab, drehte sich um und zeigte mir mit breitem Grinsen seine empor gereckten Daumen. Oder wenn sich ein Vierjähriger, der Auto von Auto noch nicht zu unterscheiden vermag, am Fenster die Nase platt drückt und mit Verzückung „Porsche“ ruft, dann habe ich doch noch etwas Hoffnung. Diese Reaktion zeigt aber auch: Porsche hat alles richtig gemacht. Ganz gleich, ob 911er, Boxster und Cayman – das Design ist so spezifisch, sodass sofort „Porsche“ erkannt wird. Und ja, genau das ist eines der Elemente, die für mich Porsche zur Ikone machen. Ein Porsche ist stets als solcher erkennbar – Cayenne und Macan mal ausgenommen.

Porsche Cayman 2013 981c Vorderansicht seitlich Detail Dunkelblau-Metallic Feld Wal

In den kommenden Artikeln werde ich wie gewohnt einen Blick auf Ex- sowie Interieur werfen und michdem Kapitel „Antrieb & Dynamik“ widmen. Zusätzlich gibt es separat die technischen Daten und eine Blogschau zum Porsche Cayman 981c.

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