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Bundeskartellamt konnte keine Preisabsprachen unter Mineralölkonzernen nachweisen – Dennoch liege ein Benzin-Oligopol vor

Dienstag, 24. Mai 2011 von Mario Lehmann

Das Bundeskartellamt analysierte drei Jahre lang Preis-Dynamiken am deutschen Benzin- und Sprit-Markt. Medienberichten zufolge seien Preisabsprachen nicht nachweisbar, dennoch falle der Preis an der Zapfsäule zu hoch aus. Der Markt werde beherrscht von fünf großen Unternehmen, die ihre Preise zwar nicht absprechen, aber abschauen. Die Politik und der ADAC fordern nun Konsequenzen. Den Ölmultis soll es an den Kragen gehen. Aber ist das überhaupt gerechtfertigt?


Benzinpreisentwicklung 1991 – 2009. Es geht steil bergauf, ein Ende ist nicht in Sicht. | Wikimedia Commons, Public Domain. Urheber: Boonekamp


Im Bericht des Kartellamtes sei die Rede von einem Benzin-Oligopol. Was ein Monopol (gr. mónos – allein, pōlein – verkaufen) ist, dürfte ein Großteil der Menschen wissen. Die Telekom war ein Monopol, ebenso wie die Post oder die Bahn. Da Monopolisten allein den Preis bestimmen können, ohne auf eine Konkurrenz achten zu müssen, widerstreben monopolistische Strukturen den Gesetzmäßigkeiten des Marktes und der bundesdeutschen Marktwirtschaft. Das ist soweit noch einleuchtend.

Ein Oligopol (gr. óligoi – wenige, pōlein – verkaufen) dagegen sieht eine Handvoll Anbieter einem Heer Nachfrager gegenüber. Hier ist keine willkürliche Preistreiberei möglich, denn die Konkurrenz kann durch günstigere Angebote die Nachfrage auf sich konzentrieren. Daher orientieren sich die Anbieter gegenseitig aneinander. Wucher ist aber dann möglich, wenn die wenigen Unternehmen Hand in Hand arbeiten und ihre (hohen) Preise absprechen und sich damit das Heer der Nachfrager untereinander aufteilen. Dies wiederum widerstrebt dem Marktgedanken und ist illegal. Und diesem Verdacht sollte das Bundeskartellamt nachgehen. Wie sich zeigte, seien die Preise nicht abgesprochen – was strafbar wäre – sondern über Preis-Scouts lediglich abgeschaut und angeglichen. Ein solches Vorgehen ist wiederum erlaubt.

Erhöht also ein Anbieter seine Sprit-Preise registrieren das die Konkurrenten und erhöhen ebenfalls den Preis. Das ärgert den Kunden und Autofahrer, schließlich soll er plötzlich 1,60 € für Super-Benzin löhnen.

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Preisverleihung: Die Gelben Engel gehen an BMW, Porsche und Toyota – ADAC und deutsche Automobilbauer feiern sich selbst

Montag, 17. Januar 2011 von Mario Lehmann

Am 13. Januar 2011 wurde in München zum siebenten Mal die vom ADAC initiierte Veranstaltung zur Vergabe des Gelben Engels abgehalten. In fünf Kategorien wurden Preise, Lobhudelei und Eierkuchenfriede verteilt. Der ADAC-Autopreis sorgte für Medienrummel und einen Schaulauf der deutschen Automobil-Prominenz.

Der BMW 5er F10 wurde von den Mitgliedern des ADAC zum beliebtesten Auto gewählt und ist somit in der Kategorie "Auto" mit dem Gelben Engel ausgezeichnet worden.

Die Veranstaltung eröffnete Stefan Müller, seines Zeichens ADAC-Geschäftsführer, mit einem Grußwort, in welcher der Club-Chef darstellt, wie toll der Club ist, dem er vorsitzt. Der Eigenlob-Reigen ist damit eröffnet. Dieser wird auch konsequent fortgesetzt, wenn ADAC-Präsident Peter Meyer eine Reihe rhetorischer Fragen in den Raum stellt, die allesamt mit „ADAC“ beantwortet werden sollen. Sicherlich verrichtet der Allgemeine Deutsche Automobil-Club wichtige Arbeit, gerade als Verbraucherschützer. Aber Veranstaltungen wie die Verleihung des Gelbe Engels verdeutlichen auch, dass sich der ADAC peu à peu der Automobilbranche annäherte. Überdeutlich zu spüren, wenn Meyer den Verantwortlichen der Auto-Hersteller Honig ums Maul schmiert und darüber hinaus jegliche Selbstreflexion vermissen lässt. Auch die Bundesregierung bekommt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Im Beisein von Verkehrsminister Peter Ramsauer und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner unterstreicht ADAC-Präsident Meyer, der ADAC sei mit der Politik der Bundesregierung zufrieden. Das liege an der Nicht-Einführung der PKW-Maut.

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autoaid.de – das Auto-Service-Portal für Neuwagen und Werkstätten – bietet mit Beginn des Jahres auch Autoteile zum Online-Kauf an

Freitag, 7. Januar 2011 von Mario Lehmann

autoaid.de - Das Auto-Service-Portal bietet ab sofort einen weiteren Service an: den Online-Kauf von Autoteilen.

Das Auto-Service-Portal autoaid.de, über das Interessenten bisher schon Neuwagen von deutschen Vertragshändlern online kaufen und eine kompetente, passende Werkstatt in der Nähe finden konnten, bietet seit Beginn des Jahres einen weiteren Service an. Mit dem neuen Jahr 2011 ist es Interessierten und Besuchern über autoaid.de möglich, online Autoteile zu suchen und zu bestellen.

Auf der Hauptseite des Portals findet sich ab sofort neben den bisherigen Rubriken Werkstatt, Neuwagen, Gebrauchtwagen und Testberichte die neue Rubrik Autoteile.

Über dieses Menü sucht sich der Besucher die gewünschten Bauteile für sein Fahrzeug und kann diese bei Bedarf sofort bestellen.

Mit einem Klick auf die neue Kategorie gelangt der Kunde in ein übersichtliches Menü, das untergliedert wird in zehn Unterkategorien, wie z. B. Reifen, Felgen, Navigationssysteme, Car-Hifi oder Tuning.

Sucht ein Besucher bspw. Winterreifen, klickt dieser auf die Unterkategorie Reifen und gelangt damit zur Produktvorschau aller Reifen. Über eine Suchmaske kann schließlich festgelegt werden, welche Art Reifen, welche Reifengröße, welcher Reifenhersteller etc. gesucht wird. Mit Betätigung des „Reifen suchen“-Buttons werden schließlich die Reifen mit den entsprechenden Spezifikationen und der Preisangabe angezeigt. Mit einem weiteren Klick auf den Wunschreifen werden alle wichtigen Details zum jeweiligen Reifen angezeigt und aufgelistet. Über die Schaltfläche „Jetzt zum Shop“ können weitere Informationen abgerufen und bei Interesse der Kauf des von autoaid.de vermittelten Produkts mittels einer Bestellung abgeschlossen werden.

Auf der linken Seite können die Charakteristika des gesuchten Reifens angegeben werden. Die große Reifen-Vielfalt lässt wichtige Preisvergleiche zu.

Ein weiteres Angebot der neuen Autoteile-Rubrik des Auto-Service-Portals autoaid.de stellt der Autoteile-Preisvergleich dar. Über drei einfache Schaltflächen werden grundlegende Daten des betreffenden Fahrzeugs (Hersteller, Baureihe, Modell) eingegeben. Nach Bestätigung der Fahrzeugdaten werden die verfügbaren Teile für dieses jeweilige Modell aufgelistet. Mit der Auswahl des gewünschten Bauteils gelangt der Interessent letztlich zum Preisvergleich der gewünschten Baugruppe.

Mit der neu verfügbaren Rubrik Autoteile ergänzt autoaid seinen Service für den Verbraucher und leistet seinen Beitrag zur Transparenz des breit gefächerten Auto-Dienstleistungsmarktes.

Der Wintereinbruch ist da – Von Unfällen und der Winterreifenpflicht

Montag, 29. November 2010 von Mario Lehmann

Er kommt, jedes Jahr, man kann quasi die Uhr danach stellen oder ihm einen guten Teil des Kalenderjahres zuweisen: Der Winter. Und doch scheint er für viele Autofahrer immer ganz plötzlich und unerwartet über sie hereinzubrechen. Wenige hatten damit gerechnet, dass zum Ende des Jahres die Temperaturen unter Null Grad Celsius sinken, dass Niederschläge in Flocken fallen und dass Wasser zu Eis gefriert. Ohne Vorwarnung werden Straßen glatt, liegt weißes Pulver auf Straßen und Gehwegen, lässt sich auf Autos und Bäumen nieder. Das sieht nicht nur schön aus, das kann auch gefährlich werden.

So schön kann der Winter sein, hier in der Rhön. | (CC) Wikimedia Commons, Marco Klüber

Erst vor kurzem schrieb ich einen ähnlich gearteten Artikel. Dort ging es darum, wie das Auto wintertauglich gemacht wird. Kurz ging ich darauf ein, dass Winterreifen einerseits aufgezogen werden sollten. Zusätzlich scheint der Winter für viele Autofahrer unerwartet zu kommen. Denn jedes Jahr müssen ähnliche Trauerspiele ertragen werden. Jedes Jahr werden Winterreifen-Tests veröffentlicht, versuchen Automobil-Zeitschriften und Fernsehsendungen die Leser und Zuschauer zu sensibilisieren, dass es lebensrettend sein kann, Winterreifen aufgezogen zu haben. Die Autofahrer werden also ab dem Herbst mit den sich verändernden Witterungsbedingungen im Winter konfrontiert, wird der Wintereinbruch angekündigt. Und doch: wenn er dann endlich kommt, offenbart sich jedes Jahr ein Verkehrschaos, das hätte verhindert werden können. Plötzlich und unerwartet fällt der Winter wie eine losgelassene Bestie über die Autofahrer her. Etliche Auffahrunfälle und schwere Unfälle auf Bundestraßen und Autobahnen resultieren häufig aus einer nicht der Witterung angepassten Fahrweise, werden durch Sommerreifen hervorgerufen. Unter diesen Bedingungen können enorme Kosten entstehen. Nicht nur der eigene Werkstattaufenthalt muss bezahlt werden. Die Haftpflichtversicherung kann Zahlungen verweigern, wenn Unfälle durch Winterreifen vermeidbar gewesen wären.

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Auto-Ratgeber: Wildunfälle – In Herbst und Winter steigen die Unfallzahlen mit Wildtieren sprunghaft an

Freitag, 12. November 2010 von Mario Lehmann

Viele Phänomene unseres Alltags und überhaupt der Natur treten zyklisch, in regelmäßigen Abständen auf und verändern sich nur langsam, fast unmerklich. Zwei dieser Zyklen sind zum einen die alljährliche Winterreifen-Empfehlung mit der verbundenen Warnung vor dem stets plötzlich und unerwartet über uns hereinbrechenden Winter und zum anderen die Warnung zum Jahresende vor dem Hantieren mit Sprengstoffen, Schwarzpulver und Polen-Böllern. Ein andere periodisch auftretende Nachricht sind die in den Herbst- und Wintermonaten erhöhten Unfälle mit Wildtieren.


Dämmriges und diesiges Wetter an einem Morgen – eine fast typische Konstellation bei Wildunfällen | (CC) Wikimedia Commons, Xocolatl

Gerade dann, wenn es schön wird, bekommen Autofahrer wieder zu hören, man müsse die Aufmerksamkeit erhöhen, sich stärker konzentrieren. Dabei ist der goldene Herbst, der Altweiber-Sommer – der ja nun schon vorbei ist – so schön anzusehen, wenn wir in unserem Auto gemütlich über die Landstraße gleiten. Das Grün der Bäume gewandet sich allmählich in Gold und Purpur, während der Waldboden geschmückt ist mit knisterndem Herbstlaub, das der verspielte Aiolos mal hin und wieder her bläst und die Fahrbahn mit Herbstfarben säumt, während seine Frau Eos den Morgenhimmel in zartes Rosé taucht. Mit 80 Sachen gehen wir in dieser schönen Kulisse auf Kurvenjagd und genießen die gold-herbstliche Atmosphäre.

Plötzlich taucht 20 Meter vor uns ein Reh auf der Straße auf und wir steigen voll in die Eisen.

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Gerade jetzt, im Herbst und wenn es dämmert, sind vermehrt Wildtiere an Straßenrändern und auf Landstraßen anzutreffen. Das Fell des Rotwilds deckt sich beinahe nahtlos mit dem Rotbraun des laubbedeckten Waldbodens, sodass das Wild oft erst erkannt wird, wenn es sich auf dem grauen Asphalt farblich abhebt. Dadurch, dass ab Spätsommer bis in den Winter hinein für viele Wildtiere Brunftzeit herrscht, reagieren diese Tiere plötzlich und unvorhersehbar. Doch auch zum Äsen verlassen die Tiere den schützenden Wald und begeben sich auf Futtersuche auf benachbarten Feldern und Wiesen. Besonders tückisch kann dies während der Dämmerung, bei Nacht und Nebel sein.

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Welcher Winterreifen darf es denn sein?

Freitag, 15. Oktober 2010 von Mario Lehmann

Wenn der aufmerksame Autofahrer den Wecker nach einem Ereignis stellen kann, dann ist es der alljährliche Winterreifen-Test des ADAC. Und dieser sagt uns, es gibt keine sehr guten Winterreifen, aber immerhin in den zwei getesteten Dimensionen jeweils drei gute Gummis. Auch haben die Tester die Winter-Pneus erstmals auf Matsch getestet. Was noch? Finger weg von China-Gummis!

Es ist alljährliche Tradition, dass der ADAC uns Autofahrer die passenden Auto-Schuhe für den Winter empfiehlt. In den Dimensionen 185/65 R15 T und 225/45 R17 H pflügten die ADAC-Tester durch Schnee, Matsch und Nässe. Die Erkenntnis: einen sehr guten oder gar perfekten Winterreifen gibt es nicht. Zwar konnten pro Dimension jeweils drei gute Reifen präsentiert werden, schon fast wichtiger sind aber die Hinweise auf hiesige Tücken des Winterverkehrs. Wir alle wissen: Aquaplaning ist nicht gut. Wenn der Reifen aufgrund übermäßiger Nässe den Fahrbahnkontakt verliert, kann das Auto aufschwimmen und unkontrollierbar werden. Wie sich im Test des ADAC und der Stiftung Warentest zeigte, ist ein ähnliches Phänomen bei Schneematsch beobachtbar. Allerdings tritt bei letzterem das Aufschwimmen sehr viel zeitiger, nämlich schon bei 30 km/h auf. Wer Winterreifen mit sehr guten Nässe-Eigenschaften aufzieht, hat aber gute Chancen, Haftung und Fassung nicht zu verlieren. Trotzdem: Bei Schneematsch, runter mit dem Tempo!

Einer der besten: Goodyear UltraGrip 7+

Doch auch die anderen Anforderungen an einen modernen Winterreifen haben es in sich. Immerhin muss ein guter Winterreifen widersprüchliche Eigenschaften kombinieren. Er soll gut auf Eis und Schnee sein, bei Schneematsch und Nässe den Kontakt zur Fahrbahn nicht verlieren, also eine hohe Wasserverdrängung aufweisen, und gleichzeitig auf trockener Fahrbahn mit guten Eigenschaften punkten. Da stoßen die Reifen-Entwickler an die Grenzen der Physik. Kein Wunder, dass es das Optimum wohl nie geben wird.

Im Test letztlich überzeugt haben diejenigen Reifen, die die besten Kompromisse finden konnten und sehr gut in den sicherheitsrelevanten Bereichen sind. Testsieger sind damit in den 185er-Dimensionen jeweils der Dunlop SP Winter Sport 3D, Goodyear UltraGrip 7+ der Esa-Tecar Super Grip 7. Bei den 225er Pneus sind die besten Winterreifen der Michelin Alpin A4, Continental ContiWinterContact TS830P und Dunlop SP Winter Sport 3D.

Und eine weitere Erkenntnis förderte der ADAC-Winterreifen-Test zu Tage: Um Winterreifen aus China oder Autos, die diese aufgezogen haben, muss der Bogen, den man um diese machen sollte, mindestens 22 Meter betragen. Denn genau 22 Meter länger ist der Bremsweg der chinesischen Winterreifen im Vergleich zu den besten Bremsleistungen des Tests auf nasser Fahrbahn. Wer mit diesen sparen möchte, spart an der eigenen Sicherheit und der, der anderen Verkehrsteilnehmer.

Wie Sie Ihr Auto winterfest machen – Sicher durch die kalte Jahreszeit

Montag, 11. Oktober 2010 von Mario Lehmann

Alle Jahre wieder im Oktober beginnt die – zumindest für Autos und ihre Fahrer – pflegeintesive Jahreszeit, da viele Teile und Bereiche des eigenen Autos gepflegt und gewartet gehören, um sicher und mobil durch Herbst und Winter zu kommen.

Alles beginnt, wie sollte es anders sein, mit dem Herbst. Im Idealfall ist das ein goldener Oktober, der uns schönes Wetter und Sonnenschein, einen klassischen Altweibersommer beschert. Doch oft sieht es anders aus: Regen, Laub und Wind, Dreck und niedrige Temperaturen. Bei solchen Witterungsverhältnissen gibt es einige Dinge zu beachten.

Auf die richtige Bereifung kommt es an

Generell ist darauf zu achten, dass stets die passende Bereifung aufgezogen wird. Winterreifen sind bei niedrigen Temperaturen, Matsch und Schnee unabdingbar und gegenüber Sommerreifen merklich überlegen. Winterreifen weisen eine weichere Gummi-Mischung auf als Sommerreifen. Dies ist nötig, damit die Reifen auch bei Minusgraden elastisch und flexibel bleiben. Es ist allerdings zu beachten, dass Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen einen wesentlich erhöhten Abrieb aufweisen und teils gefährliche Fahreigenschaften entwickeln. Es ist daher dringend davon abzuraten, Winterreifen im Sommer und Sommerreifen im Winter zu fahren.

Die viel gerühmte, magische Sieben-Grad-Grenze, die von der Reifenindustrie propagiert wurde und wird, ist, wie sich in zahlreichen Tests zeigte, hinfällig. Über Jahre hinweg wurde empfohlen, ab einer Temperatur von unter sieben Grad, Winterreifen zu verwenden, da diese aufgrund der weicheren Gummierung bessere Traktion böten. In der Theorie stimmt das auch: Weicheres Gummi bietet besseren Halt als härteres. Das Problem: Winterreifen sind mit vielen kleinen Einschnitten, Lamellen im Profil versehen. Diese sind nötig, um Haftung auf Schnee und Matsch zu gewährleisten. Diese Lamellen sorgen jedoch dafür, dass der Vorteil der weicheren Gummimischung auf trockenem und kaltem Asphalt hinfällig wird. Schlimmer noch; selbst bei unter sieben Grad sind die Bremswege mit Sommerreifen bei trockenem und nassem Asphalt kürzer als mit Winterreifen. Das bedeutet, es gibt keine eindeutige Temperaturgrenze, ab welcher Winterreifen die eindeutig besseren Reifen sind. Und Winterreifen sind erst richtig gut bei Schnee und Matsch.

Der Spiegel berichtete bereits im Jahr 2005 von der so getitelten „Sieben-Grad-Lüge“ und veröffentlichte eine Übersicht, aus der ersichtlich wird, dass Winterreifen bei sieben Grad Celsius und nasser Fahrbahn einen über 50 Meter langen Bremsweg aufweisen, während Sommerreifen darunter bleiben. Deutlicher und größer wurde der Unterschied bei trockener Fahrbahn, auch wenn die Winterreifen bei unter 50 Metern blieben.

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Alle Jahre Wieder … Winterreifen

Montag, 7. Dezember 2009 von Kevin A. Clipper

Obwohl es draußen eisig ist, liegt fast nirgendwo Schnee, dennoch ist es Zeit, das Auto mit Winterreifen zu besohlen. Aber warum brauchen wir überhaupt extra Winterreifen? Zwei Gründe gibt es dafür mindestens:

Erstens ist das Profil von Sommerreifen nicht in der Lage, mit dem Schnee und Matsch der kalten Jahreszeit umzugehen, ohne dabei aufzuschwimmen – ähnlich wie beim als Aquaplaning bekannten Effekt. Das Profil des Winterreifens besitzt mehr Lamellen, um dem Schnee und Matsch eine größere Oberfläche entgegen zu setzen. Das heißt auch, dass stark abgefahrene Winterreifen mit wenig Profil keine sichere Fahrt durch den Schnee mehr erlauben. Daher wird, obwohl in Deutschland das gesetzliche Mindestprofil 1,6 mm ist, eine Profiltiefe von mindestens 4 mm empfohlen. Wer diesen Winter zum Skifahren nach Österreich will, sollte besonders darauf achten, da dort eine Profiltiefe von 4 mm sogar vorgeschrieben ist. Alles andere betrachtet man dort als Sommerreifen!

Zweitens verschlechtert sich bei tieferen Temperaturen die Haftung der Gummimischung auf Asphalt. Winterreifen haben eine andere Mischung der Bestandteile, die diesen Effekt wieder ausgleicht. Experten raten daher, ab 7°C Außentemperatur auf Winterreifen zu wechseln.

Und wem die Sicherheit nicht Grund genug ist die Reifen zu wechseln, der sollte bedenken, dass es 20 Euro kostet, falls Ihre Sommerreifen der Polizei auffallen (beispielsweise in einer Verkehrkontrolle nach der feuchtfröhlichen Silvesterfeier zusätzlich zu allen anderen eventuellen Beschwerdegründen). Gleich das Doppelte wird abkassiert, wenn man steckenbleibt und damit auch noch andere Vehrkehrsteilsnehmer behindert. Und wer mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt wird, bekommt 20% Teilschuld, auch wird die Kaskoversicherung wahrscheinlich nicht für den Schaden aufkommen. Aber keine Sorge, falls Sie durch einen Verkehrsraudi mit Sommerreifen verunfallt werden, wird dessen Haftpflicht wenigstens für die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten aufkommen.

Schneeflocken-ZeichenWer sich nicht sicher ist, was für Reifen er auf dem Auto hat, der sollte nachschauen ob er das „Schneeflocken-Zeichen“ auf der Seitenwand findet. Manchmal steht auch „M&S“  in der Reifenbezeichnung. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass diese Reifen wintertauglich sind, da es auch „M&S“ Sommerreifen gibt. In einem solchen Fall sollte man lieber zu einem Fachmann in der Nähe fahren und ihn kurz drüberschauen lassen.

Zu guter letzt sei auch dran erinnert, dass die Reifen eventuell in die Jahre gekommen sind, obwohl man in den letzten Wintern gar nicht sonderlich viel gefahren ist. Die Reifen sollten spätestens alle sechs Jahre gegen neue getauscht werden, denn das Gummi wird unabhängig von der Fahrleistung Jahr für Jahr ein bisschen poröser.

Gute und sichere Fahrt!