Freitag, 11. Mai 2012 von Mario Lehmann
Zugegeben, „wertlos“ trifft es nicht ganz, denn von Wert sind diese Preise für die jeweiligen Fahrzeug-Hersteller und Konzerne schon allein hinsichtlich der zu erwartenden Werbewirkung und Image-Pflege. Der als solcher bezeichnete „Innovationen-Preis“ dient letztlich allein der Werbung und birgt keinerlei Nutzen für etwaige Kunden an sich. Ein Kommentar.

Der Golf – Inbegriff des Volkswagens. Aber sind TSI und DSG anno 2012 noch innovativ? Das CAM sagt, ja. | © VW
Die Center of Automotive Management GmbH & Co. KG – Ein Institut?
Das in Bergisch Gladbach ansässige Unternehmen Center of Automotiv Management (CAM) führt jährlich Studien durch, an deren Ende der sog. Automotive Innovations Award in sieben Kategorien vergeben wird. Mehrere Aspekte an diesem Unternehmen sind auffällig.
Als Beiname und Untertitel verwendet das CAM die Bezeichnung „Das Auto-Institut“ und verwendet diese ebenfalls als Webseite (auto-institut.de). Das Problematische: Bei dem „Auto-Institut“ handelt es sich um kein Institut; weder im wissenschaftlichen noch im rechtlichen Sinne. Allerdings ist die Bezeichnung „Institut“ rechtlich nicht geschützt, dennoch in ihrem Gebrauch eingeschränkt. Ein Unternehmen wie das Center of Automotiv Management darf demnach als GmbH & Co. KG den Begriff des Instituts nicht im Namen führen.
Den ganzen Beitrag lesen »
1 Kommentar »
Montag, 19. September 2011 von Mario Lehmann
Neben den zahlreichen Fahrzeugherstellern sind auch viele andere Unternehmen auf der IAA in Frankfurt vertreten. So auch die ZF Friedrichshafen AG, eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerkstechnik. Neben einer Pressekonferenz war es mir möglich an einer Führung über den ZF-Stand auf der diesjährigen IAA teilzunehmen. Was ZF auf seinem Stand präsentiert, ist interessant und dient oftmals der Optimierung und Effizienzsteigerung im Automobilbau.

Hans-Georg Härter auf der Pressekonferenz der ZF Friedrichshafen AG am 13. September 2011 auf der IAA | Quelle: iaa.de
Am Anfang war das Wort
Alles fängt mit einer Pressekonferenz im Raum „Illusion“ des Congress Center der Frankfurter Messe an. Pünktlich um 12:30 Uhr eröffnet Hans-Geord Härter – Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG – die Pressekonferenz und erläutert die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, das trotz Weltwirtschaftskrise gesteigerte Gewinne einfahren konnte. Für 2011 können demnach 15–16 Milliarden Euro Umsatz erzielt werden, die Zahl der Beschäftigten solle die 70.000er Marke erreichen (Stand Ende August 2011: 68.630). Darüber hinaus kündigt Härter an, dass ZF mit Investitionen in Höhe von 70 Millionen Euro in das Windkraft-Geschäft einsteigen werde. Das Unternehmen stehe kurz vor Produktionsbeginn von Windkraft-Getrieben in einem ZF-Werk in Gainesville, Georgia. Weiterhin heißt es von Härter, dass ZF Zulieferer für den neuen VW up! sei.

Wird mit Teilen des Zulieferers ZF bestückt: der neue VW up! | (CC) MLe
Auch auf ZF-Neuheiten der diesjährigen IAA ging der ZF-Chef ein, etwa die 9- bzw. 8-Gang-Automatgetriebe, für deren weitere Produktion ZF 300 Millionen Euro investieren werde. Auf Nachfrage, ob ZF ein eigenes ZF-Auto plane, da Getriebe, Elektro-Lösungen, Fahrwerkstechnik und andere Teile bereits vorhanden und in Produktion sind, erklärte Härter, dass das Unternehmen weiterhin auf seine Kernkompetenzen setze und keine Ambitionen zeige, ein eigenes Fahrzeug auf den Markt zu bringen.
Den ganzen Beitrag lesen »
1 Kommentar »
Freitag, 16. September 2011 von Mario Lehmann
Am 13. September öffnete unter dem Motto „Zukunft serienmäßig“ die 64. Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main ihre Pforten – doch vorerst nur für Pressevertreter. Für den Publikumsverkehr öffnet die IAA erst am Montag, den 19. September. Ich war bereits vor Ort und konnte erste Eindrücke von der Messe und einer möglichen automobilen Zukunft sammeln.

Es ist schon beeindruckend, wie groß diese Messe tatsächlich ist. Ganze Horden von Journalisten aus aller Welt versammeln sich am 13. September 2011 am Messegelände in Frankfurt, schieben sich durch die drei Eingänge und drängen sich um die wenigen Presse-Akkreditierungsstände, geiern um die neuesten Modell und Studien herum und pressen sich durch Kollegen – Schreiberlinge, Fotografen und Vertreter der Automobil-Hersteller – und behindern sich gegenseitig im Kampf um ein aussagekräftiges Foto, einen Blick auf das Cockpit einer Designstudie oder einer Berührung, die anderswo als sexuelle Belästigung aufgefasst werden würde. Ob der schieren Größe des Geländes sollte angenommen werden, dass sich die Journalisten-Masse gutmütig verteilen würde; an Platz mangelt es freilich nicht. Stattdessen schart sich eine Journalisten-Traube tumultartig um die Enthüllung des DTM AMG Mercedes C-Coupé durch Michael Schumacher und Nico Rosberg. Ein Durchkommen scheint unmöglich, ein Foto aus der dritten Reihe ebenso. Gut, dann stören weniger Menschen den Ausblick auf die wirklich wichtigen Protagonisten dieses Tages. So ging es schnell vorbei an der Traube, hin zu den Neuheiten und Studien von Mercedes-Benz.

Mercedes auf der IAA 2011 – Das Gedränge ist groß, gerade an der Studie F125 und der neuen Mercedes B-Klasse sowie dem smart forvision. | (CC) MLe
Den ganzen Beitrag lesen »
4 Kommentare »
Montag, 21. März 2011 von Mario Lehmann
Porsche gab heute bekannt, dass die Studie des Hybriden 918 Spyder 2013 in Serie geht und ab sofort vorbestellt werden kann. Der Preis für den auf 918 Stück limitierten Supersportwagen mit drei Motoren liegt bei unglaublichen 768.026,- €.

Der Porsche 918 Spyder. Ab dem 18. September 2013 soll der Hybrid-Supersportler ausgeliefert werden; zu Preisen von 768.026,- €. // © Porsche
Seit heute, dem 21. März 2011, können Kaufinteressierte den vor einem Jahr auf dem Auto-Salon in Genf vorgestellten Porsche 918 Spyder vorbestellen. Dieser wird mit einem mindestens 500 PS straken V8-Motor ausgerüstet sein und erhält zusätzliche Unterstützung von zwei Elektromotoren, die zusammen mindestens 218 PS leisten können sollen. Nach Porsche-Angaben soll der Verbrauch nach dem genormten europäischen Fahrzyklus bei lediglich 3 Liter auf 100 Kilometer liegen. Der Preis: 768.026,- €. Damit setzt Porsche dem weltweit herrschenden Hybrid-Wahnsinn die Krone auf; und bringt nebenher das teuerste Serienfahrzeug Deutschlands auf den Markt.
Um die Exklusivität noch zu steigern, wird der 918 Spyder auf 918 Stück limitiert werden. Produktionsbeginn 18. September 2013, eine Reminiszenz auf den Produktnamen. Man beachte die amerikanische Schreibweise des Datums: 9/18.
Den ganzen Beitrag lesen »
1 Kommentar »
Montag, 31. Januar 2011 von Mario Lehmann
Mit einem Festakt beging die Daimler AG in Stuttgart den 125. Geburtstag des Automobils. Unter den 1.400 geladenen Gästen fanden sicher allerlei namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Sport, der Automobil-Branche und den Medien wie etwa Angela Merkel oder Michael Schumacher. Nachdem man anscheinend auch bei Mercedes bemerkt hat, dass das Auto mit Verbrennungsmotor nach 125 jähriger Lebenszeit im Sterben liegt, propagiert Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, dass das Unternehmen als Erfinder des Automobils den Anspruch erhebt, auch in Zukunft wegweisende Impulse für die Mobilität der Zukunft zu geben.

Der Patent-Motorwagen Nummer 1, den Carl Benz am 29. Januar 1886 zum Patent anmeldete.
Unter der Patentnummer 37435 meldete Carl Benz – eigentlich geboren und getauft als Karl – seinen (Patent-)Motorwagen Nummer 1 beim Kaiserlichen Patentamt zu Berlin zum Patent an. Das Dreirad wurde angetrieben von einem Einzylinder-Viertaktmotor aus 0,954 Litern Hubraum, leistete 0,9 PS bei 400 Umdrehungen pro Minute und fuhr bis zu 16 Kilometer pro Stunde schnell. Zwar fanden erste Probefahrten auf einem Innenhof bereits 1885 statt, doch wurde erst mit der Patentierung vom 29. Januar 1886 das Automobil offiziell, mit dem schließlich auch öffentliche Probefahrten unternommen worden sind. Die erste dokumentierte Ausfahrt fand am 03. Juli 1886 in Mannheim statt. Carls Sohn Eugen Benz lief mit einer Flasche Benzin nebenher, um den Patent-Motorwagen bei Bedarf zu betanken.
Den ganzen Beitrag lesen »
3 Kommentare »
Montag, 22. November 2010 von Mario Lehmann
Teil Ib – Zur Geschichte des Bio-Kunststoffs

Die Sonnenblume – Inbegriff für Natur und Ökologie | (CC) Wikimedia Commons, 3268zauber
Im ersten Teil dieser Artikel-Serie konnten wir sehen, dass der Hybrid-Antrieb im Automobil-Bereich keine dauerhafte Lösung sein kann. So verwundert es, dass trotz alledem fröhlich entwickelt und mit Verbrennungsmotoren hantiert wird, wenn die Menschheit doch vom fossilen Energieträger loskommen möchte. In einem ersten Ergänzungsteil haben wir uns angesehen, wer unter welchen Umständen maßgeblich an der Entwicklung des Hybrid-Antriebs beteiligt war. Deutlich wurde, Toyota kommt keine Pionier-Rolle zu.
In diesem zweiten Ergänzungsteil werden wir sehen, dass Toyota ebenso keine Pionier-Arbeit in der Verwendung von Bio-Kunststoffen leistet. Stattdessen greifen die Japaner mal wieder die Pionier-Arbeiten von vor 100 Jahren auf.
Im ersten Ergänzungsteil konnten wir sehen, welche Rolle Toyota tatsächlich bei der Hybrid-Entwicklung spielt; nämlich historisch gesehen keine Vorreiterrolle. In diesen zweiten Ergänzungsteil wollen wir uns nun den Bio-Kunststoffen widmen und sehen, ob es sich hier wie mit dem Hybrid-Auto verhält.
Bio-Kunstoffe sind künstlich hergestellte Stoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, dabei biologisch abbau- und kompostierbar sein sollen (letzteres ist bis dato leider nicht immer so einfach gegeben) und dabei die Eigenschaften von auf Mineralöl basierenden Kunststoffen aufweisen. An sich ist das eine tolle Sache, wenn Kunststoffe, wie in Plastiktüten, Folien, Verpackungen u. ä. vorhanden, im Bio-Müll landen könnten und dort mithilfe von Bakterien, Pilzen und Regenwürmen, Wasser und Luft zu Humus werden würden. Solche Stoffe gibt es auch, und irrigerweise sind diese bereits seit Jahrzehnten bekannt.
Den ganzen Beitrag lesen »
2 Kommentare »
Montag, 8. November 2010 von Mario Lehmann
Teil I – Das Hybrid-Auto
.

Der Prius – Toyotas Hybrid-Primus
Wer dieser Tage oder überhaupt in den letzten Monaten und Jahren die aktuelle Entwicklung der Automobil-Industrie verfolgte, wird wohl kaum an dem Thema Ökologie & Umwelt vorbeigekommen sein. Seit einiger Zeit gehört das Entwickeln von vermeintlich umweltschonenden Fahrzeugen zum guten Ton eines jeden Automobil-Konzerns. Zu jeder Messe werden „neue“ Hybridelektrokraftfahrzeuge und „einzigartige“ Elektro-Automobil-Konzepte präsentiert und vorgestellt. Um den Eindruck der Sauber- und Jungfräulichkeit herauszuarbeiten und zu verdeutlichen werden die entsprechenden Stände, Podeste und Fahrzeuge in den Farben Grün, Gelb, Weiß und Himmelblau präsentiert.
Selbiges vollziehen die Hersteller in ihren Prospekten ihrer umwelt- und ressourcen-schonenden Autos. Das suggeriert – man möchte fast Ochsen oder Rindviecher schreiben – den Messebesuchern und Kaufinteressenten, man befände sich in einer naturbelassenen Umgebung, frei von Schadstoffen, reich an gutem Sauerstoff und gesunder, frischer Luft, am Fahrbahnrand huschen die in vollen Blüten stehenden Sonnenblumen an uns vorüber, während die freundlich lächelnde Sonne die Solarzellen auf dem Autodach bedient und uns Schulter und Innenraum wärmt. Einen Augenblick später passieren wir auch schon eine wunderschöne, von Bäumen gesäumte Landstraße. Ganz allein, summend und surrend gleiten wir dahin, als scheinbar einziges Auto dieser Welt, vorbei an Windkrafträdern, die den herrlich sauberen Strom produzieren, den ich durch mein mief-freies Auto konsumiere. Unser jungfräulich weißes Öko-Unschuldslamm-Auto gleitet dahin, lässt saftig grüne Wiesen – meist ist es dann doch künstlich angelegter, unnatürlich grün leuchtender Rasen – die unsere Hoffnung auf eine glückselige Zukunft nähren, vorüberziehen. Die neugierigen, strahlendgelben Sonnenblumen-Köpfe schauen verwundert unserem geräuscharmen Gleiter hinterher, der weiße Unschuldswindkrafträder links und rechts hinter sich lässt und uns in verheißungsvoll leuchtendes Azur, das uns am Horizont zu erwarten scheint, fährt, als sei es das natürlichste der Welt.
Den ganzen Beitrag lesen »
9 Kommentare »