Škoda-Roadtrip – Mit dem Škoda Octavia RS über die Nockalmstraße

Škoda-Roadtrip – Mit dem Škoda Octavia RS über die Nockalmstraße

Mein Kalender vermeldete für den 29. Mai: Škoda Wörthersee-Treffen 2014. Nun hält sich mein Enthusiasmus für Tuning-Treffen und -Messen in Grenzen, dennoch steigerte sich meine Vorfreude bei Betrachtung der An- und Abreise-Modalitäten ins Unermessliche: Von Salzburg sollte es im Octavia-Dreigestirn durch die Alpen zum Wörthersee gehen – und wieder zurück. Was war das ein Spaß.

Škoda-Roadtrip | technische Daten

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI Rio-Rot-Metallic (Typ 5E) Octavia Combi RS 2.0 TDI Sprint-Gelb-Metallic Octavia 1.8 TSI Race-Blau-Metallic Nockalmstrass

Von Roadtrips geht stets eine ganz eigene Magie aus. Seien es der Citroën-Roadtrip 2012, die Audi Alpen Tour 2013 oder der kürzlich geendete Trip #thepluses2 von Can und Sebastian. Es gibt kein Ziel, nur Wegpunkte; was zählt, sind das passende Team, das nie endende Asphalt-Band, das sich durch schöne Landschaften windet, die adrenalin-geschwängerte Atmosphäre im Innenraum, die Aura des Fahrens um des Fahrens Willen.

Vorgeplänkel – Flughafen Salzburg

Ich war heiß auf die Alpen – schon wieder. Am Flughafen enterte ich einen feuerroten Škoda Octavia RS 2.0 TSI. Rio-Rot – die richtige Farbe, um im Rückspiegel für Aufmerksamkeit zu sorgen. Mit 220 Pferden unter der Bughaube, 350 Nm Drehmoment sowie dem flotten Doppelkupplungsgetriebe DSG war ich gut gerüstet für Steigungen, Serpentinen und zügige Überholmanöver. Ergänzt wurde das Octavia-Gespann durch Škoda Octavia Combi RS TDI in Sprint-Gelb sowie Škoda Octavia 1.8 TSI in Race-Blau – beide handgerissen und jeweils 184 bzw. 180 PS stark.

Zunächst begann der Trip wie ein normaler Sonntagsausflug. Rauf auf die Bundesstraße und gemütlich cruisen. Die Wolkendecke brach auf, die ersten Sonnenstrahlen verkündigten einen traumhaften Tag.

Der Weg ist das Ziel – Turracher Höhe & Nockalmstraße

Der Škoda Octavia RS wirft keine Fragen auf. Er hängt gut am Gas, wenn ich es will und brauche. Auf der Bundesstraße 99 ließ ich es ruhig angehen, gleitete gen Horizont und fraß Höhenmeter um Höhenmeter. Bei gelegentlichen Überholmanövern zeigte sich mir, dass ich das 6-Gang-DSG in Eile lieber via Schaltwippen bediene. Zurück in den D-Modus schaltet das Doppelkupplungsgetriebe butterweich bis in die höchste Fahrstufe. Ich ließ ihn rollen.

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI (Typ 5E) Rio-Rot-Metallic Vorderansicht Detail Turracher Hoehe Turrachse

Kurz bevor ich die Turracher Höhe und den Turrachsee erreichen sollte, setzte leichter Regen ein. Mehr Gas, lass die Wolken hinter Dir. Und tatsächlich ging die Rechnung auf. Mit Erreichen des Sees glänzte der rio-rote Octavia RS im Kärntener Sonnenschein. Eine Zigarette und einige Fotos später erwartete mich nach einer scharfen Rechtskurve die Nockalmstraße. Dieser Weg sei mein Ziel. Es ging endlich los.

Nockalmstraße – Zur Glockenhütte auf 2.024 Meter

Von der Ebene Reichenau startet der Pass zunächst behäbig. Seichte Doppel-S-Kurven, stete Steigung. Ich passierte die Kasse, zahlte die veranschlagten 16,50 € und freute mich auf das Wiedersehen mit diesem wunderschönen Flecken Erde. Meine rechte Hand griff zum Wählhebel; ein kleiner Druck nach rechts und es ging weiter im S-Modus – S wie Sport, Spiel, Spaß. Auf der noch übersichtlichen Strecke überholte ich ein ums andere Mal, brachte in den Kurven Reifen und Bremsen auf Temperatur. Mein Griff um das mit perforiertem Leder bezogene Sportlenkrad wurde fester, als ich endlich am Ende der Straße die erste richtige Kurve sah. Meine Fingerknöchel traten weiß hervor. Ich schaltete runter.

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI Rio-Rot-Metallic Heckansicht Nockalmstrasse Alpe

Ich preschte auf die erste Kurve zu, scharf angebremst, einlenken, runterschalten und sich mit Vollgas aus der Kurve ziehen lassen. Mit der Drehzahl im Idealbereich schießt der Škoda Octavia RS aus dem Kurvenausgang. Bemerkenswert, wie ruhig und souverän er dabei bleibt. Trotz meiner Stürmigkeit war der RS nicht aus der Ruhe zu bringen. Das Fahrwerk ist angenehm straff, ohne zu hart zu sein. Satt liegt der Octavia RS dank 15-Millimeter-Tieferlegung auf dem Asphalt, die feine Progressivlenkung gefällt mit stimmigem Feedback.

2013 Skoda Octavia III RS VRS 2.0 TSI Cockpit Innenraum Interieu

Es folgte eine zackige Linkskurve, die schnell genommen war und kurz darauf um eine Kehre ergänzt wurde. Der Anstieg wird steiler. Ich werfe beim Anbremsen einen Blick nach oben; die Straße ist frei, Vollgas. Bis 6.500 Umdrehungen sprintet der 2.0-Liter-Turbo die Drehzahlleiter hoch, zweiter Gang rein – bis 4.500 hochziehen und wieder ankern. Um fast 180° das Lenkrad eingeschlagen und wieder auf Kickdown. Der Motor ackerte hörbar; aber sportlicher Sound mochte sich bei mir nicht so recht einstellen. Egal, es macht Spaß. Und das ist es, was zählt.

Nach der letzten Kehre folgte ein Abschnitt, der hohes Tempo zulässt, sehr gut einsehbar ist und mit spaßigen Links-Rechts-Kombinationen unterhält. Die Strecke ist frei, ich habe die volle Breite der Straße für mich. Unter Volllast ploppte der Druckausgleich in meinem Ohr. Ah, jetzt hörte ich den Motor besser, ungefilterter. Ich fuhr mich in den ersten Rausch dieses Tages.

Mühelos fraß sich der VRS die Kehren und Steigungen hoch. Dann stieß ich auf eine Autokolonne, die meinen Vortrieb kurz vor Erreichen der Glockenhütte stoppte. Zwei, drei Autos vermochte ich noch eilends zu überholen, dann war die Strecke zu unübersichtlich, um sicher vorbeiziehen zu können. Egal, auf 2.024 Meter wurde ich von den beiden anderen Octavias erwartet. Auf dem Parkplatz pellte ich mich aus dem Sportsitz und kühlte mich an der frischen Alpenluft wieder herunter.

Nockalmstraße – Von der Glockenhütte auf die Eisentalhöhe

Nun stand ein Fahrzeugwechsel an und ich tauschte den Octavia RS gegen einen Octavia 1.8 TSI in Race-Blau, den ich so bereits in Faro fahren konnte. Was für ihn sprach: 6-Gang-Schaltgetriebe. Was gegen ihn sprach: 40 PS und 100 Nm Leistungs-Malus im Vergleich zum RS 2.0 TSI. Die Strecke ab der Glockenhütte wollten wir gemeinsam in einer Dreier-Kolonne abspulen.

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI Rio-Rot-Metallic Octavia Combi RS 2.0 TDI Sprint-Gelb-Metallic Octavia 1.8 TSI Race-Blau-Metallic Nockalmstrasse dynamisc

Nach einem kurzen Fotostopp bestiegen wir unsere Fahrerkabinen. Als Dritter im Bunde wollte ich mich an die beiden Octavia RS hängen. Doch ein kurzer Moment nur – und schon hatte sich ein zehn Jahre alter Hyundai Sonata zwischen mich und den beiden RS geschoben. Mit 40 km/h rollte der Sonata die Kurven hinab. Ich hatte die beiden anderen verloren, schnell waren sie außer Sichtweite. Ich war allein.

2013 Skoda Octavia III 1.8 TSI Elegance Race-Blau-Metallic Heckansicht Nockalmstrasse Alpe

Es dauerte eine Weile, bis sich eine Gelegenheit zum Überholen ergab. Und Feuer! Die munteren 180 PS ziehen gut, enttäuschten mich nicht. Was nun folgen sollte, ließe sich mit „Wahnsinn“ nur unzureichend umschreiben. Blind jagte ich dem RS-Tross hinterher. Die ersten kleinen, direkt nacheinander folgenden Kehren waren Schwerstarbeit. Bergab fuhr ich mit Vollgas auf die Serpentine zu, bremste kurz und heftig und quietschend an, lenkte scharf ein, warf einen Blick die Straße hinunter, rührte im Getriebe, stieg wieder aufs Gas und reifenquietschend zog der Octavia sein Halbrund. Dieses Spiel wiederholte sich einige Male, ohne dass ich am Asphalt-Horizont die anderen Octavia RS hätte erblicken können.

2013 Skoda Octavia III 1.8 TSI Elegance Race-Blau-Metallic Vorderansicht Nockalmstrasse Alpe

Ich passierte mit heftigem Gummiabrieb die Wolitzen Alm auf 1.777 Meter. Noch immer ging es bergab, allmählich rasend gelangte ich in ein sich sanft senkendes Tal. Der Pass war hier frei von Serpentinen und scharfen Kurven. Ich hastete vorbei am schönen Alpen-Panorama, an Spazierfahrern jedweder Couleur, bevor ich ab dem Karlbad wieder bergauf fuhr. Kurz vor der ersten Serpentine erhaschte ich einen Blick auf den roten und gelben RS. Sie waren zwei Kehren über mir.

Mit quietschendem Elan schmiss ich den 1.8er TSI in die Kurve, pfiff aus der Kurve heraus und quetschte das letzte Newtonmeter aus dem Turbomotor raus. Hier oben brauchte ich nicht mehr als zwei Gänge. Wieder bremste ich mich geräuschvoll in die Kurve, pausierende Motorradfahrer schauten mich entgeistert an, ersten Gang rein, laut brüllend aus der Serpentine raus, und hoch, zweiten Gang reingerisssen und einen Blick nach oben riskiert. Ich hab’ sie fast. Nur noch eine Kehre über mir.

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI Rio-Rot-Metallic Octavia Combi RS 2.0 TDI Sprint-Gelb-Metallic Seitenansicht Nockalmstrass

Ich fuhr fort wie gehabt, direkt in meinen zweiten Rausch. Und tatsächlich; endlich sah ich ein RS-Heck vor mir. Noch ein, zwei zartere Kurven und pünktlich mit Erreichen der Eisentalhöhe, mit 2.042 Metern der höchste Punkt der Nockalmstraße, hatte ich mich am Hintern des zweiten RS festgesaugt. Ab hier ging es kontinuierlich bergab. Gemeinsam nahmen wir also die letzten acht Kilometer der Nockalmstraße in Angriff.

Nockalmstraße – Von der Eisentalhöhe nach Innerkrems

„Angriff“ scheint mir die passende Vokabel. Fahrerisch harmonierten wir drei gut während der Abfahrt – und waren ein offensichtlicher wie lärmender Blickfang. Gelb – Rot – Blau raste es an Rastenden vorbüber. Drei Motoren, die um die Wette röhrten, drei Vorderachsen, die um Haftung bemüht waren und Reifen, die vor Fahrfreude an Profil verloren. Den Spaß, den ich bei dieser gemeinsamen Abfahrt hatte, diesen Adrenalin-Schwall kann ich kaum in passende Worte kleiden. Sicher ist nur: Dies war mein dritter Rausch und für echten, emotionalen Fahrspaß braucht es keine 300, 400 PS. Und ich war sehr angenehm überrascht, wie gut und problemlos ich im 1.8 TSI mithalten konnte.

2013 Skoda Octavia III Elegance 1.8 TSI Cockpit Innenraum Interieu

Gerade als dritter Octavia dieses bunten Dreiklangs hatte ich gelegentlich einen guten Blick auf das Geschehen, die Reaktionen am Fahrbahnrand, die wir auslösten. Das ungläubige Dreinschauen, das dreifache Kopfverdrehen, wenn wir mit Vollgas an Almhütten vorbei rauschten – unbezahlbar. Viel zu schnell waren die verbliebenen acht Kilometer abgespult, die letzten Serpentinen mit Schwung und Dynamik bewältigt, als wir in Innerkrems die Mauthäuschen erblickten und somit das Ende der Nockalmstraße erreicht hatten. Verschwitzt und erschöpft, aber berauscht und glücklich passierte ich die Schranke. Schnell die Klimaautomatik runterregeln; jetzt habe ich endlich Gelegenheit dazu.

Eine Fotogalerie zum Škoda-Roadtrip findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

2013 Skoda Octavia III RS 2.0 TSI (Typ 5E) Rio-Rot-Metallic Octavia Combi RS 2.0 TDI Sprint-Gelb-Metallic Octavia 1.8 TSI Race-Blau-Metallic Nockalmstrasse Heckansich

Škoda-Roadtrip | technische Daten

Zur Fahrveranstaltung und dem Wörthersee-Treffen 2014 wurde ich von Škoda Auto Deutschland eingeladen. Alle anfallenden Kosten wurden vom Hersteller übernommen. Zu keinem Zeitpunkt wurde versucht, auf meine Berichterstattung Einfluss zu nehmen.

Text: M. Lehmann
Fotos: Elena Funk (7, 9, 10, 12), M. Lehmann

7 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Fahrbericht: Škoda Octavia RS Limousine 2.0 TDI mit DSG › Motoreport

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