Neuwagen-Vorstellung: Vorverkauf des viertürigen VW up! startet am 6. März 2012 – Ein Anachronismus auf vier Rädern
Donnerstag, 26. Januar 2012 von Mario LehmannVolkswagen stellt offiziell die viertürige Version des VW up! vor. 475,- € werden für die beiden Fond-Türen zusätzlich fällig. Damit liegt der Basispreis für den VW up! bei 10.325 €. Ab Mai 2012 wird der Neuwagen bei den Händlern stehen. Dennoch bleibt der VW up! zu teuer und unzeitgemäß.
-Die viertürige Version des VW up! – Ab dem 6. März 2012 beginnt der Vorverkauf, im Mai rollt er zu den Händlern. | © VW
Nachdem die auf der IAA 2011 präsentierte, zweitürige Version des VW up! seit kurzem die Zulassungsstatistik in der Klasse der Kleinstwagen anführt, präsentiert die Volkswagen AG den Viertürer. Das Konzept bleibt dasselbe, auch wenn der Viertürer mit deutlich verkürzten vorderen Türen und ohne Hüftschwung in den hinteren Fenstern daherkommt. Front und Heck bleiben identisch. Ab der B-Säule sei der up! mit vier Türen eigenständig. Der Viertürer des VW up! unterscheidet sich in seinen Dimensionen, in der Ausstattung und Motorisierung nicht vom Zweitürer. Das Weglassen der ansteigenden Fensterlinie Richtung C-Säule verbessert die Rundumsicht. Die sehr kurzen vorderen und hinteren Türen dagegen versprechen einen eher unbequemen Zustieg.

Die vorderen Türen wurden stark gestaucht, um Platz für die Fondtüren zu schaffen. Dennoch dürfte der Einstieg in den Fond eng werden, wie das Bild mit der schmalen Fond-Schwelle vermuten lässt. | © VW
Ob nun zwei- oder viertürig, der Rotstift ist dem up! leider anzusehen. Dennoch erweist sich der Kleine, der ein Volkswagen sein möchte, als reichlich teuer. Die Basisversion wird wahrscheinlich keiner freiwillig ordern, ist sie doch außerordentlich karg und spartanisch ausgerüstet. Details, wie eine Handschuhfachklappe können schon einmal zusätzliches Geld kosten. Doch auch andere Charakteristika, die sich auch nicht gegen Geld ausbessern lassen, zeugen vom Sparzwang.

Was der Lupo hatte, wird dem up! vorenthalten: beleuchtete Fensterheber für Fahrer und Beifahrer mit Absenkautomatik für die Fahrerseite. | © VW
Wenn dem up! sein eigentlicher Vorgänger, der VW Lupo, gegenübergestellt wird, offenbaren sich die an vielen kleinen Ecken und Enden die Schwächen des up!, die weder den hohen Preis noch das überschwänglich positive Medien-Echo rechtfertigen. Vieles, das der Lupo hatte, gibt es im up! nicht mehr. Wie etwa beleuchtete Fensterheberschalter für Fahrer und Beifahrer mit Absenkautomatik für die Fahrerseite in der Armlehne des Fahrers. Der VW up! hat in der Armlehne lediglich einen Schalter für die Fahrerseite, der unbeleuchtet ist und ohne Absenkautomatik auskommen muss. Möchte der Fahrer, wenn er allein unterwegs ist, die Beifahrerscheibe öffnen oder schließen, muss er sich auf die andere Seite lehnen. Auch fehlen dem up! die Haltegriffe der Fond-Passagiere, die der Lupo noch spendiert bekam oder etwa die Gasdruckfeder für die Motorhaube. Ganz konventionell wird beim VW up! eine Haltestange verbaut. Wer als Fahrer die Sitzlehne verstellen möchte, kann dies im Lupo stufenlos, im up! wird lediglich grob gerastet. Hinzu kommt, dass weder die Kopfstützen und die Sicherheitsgurte in der Höhe noch das Lenkrad in der Tiefe verstellbar sind.

Beim Viertürer gibt es plötzlich Ausstellfenster, die mehr Sinn beim Zweitürer machen würden. | © VW
Auch in punco Laufruhe übertrifft der VW Lupo den „Volks“-Wagen up!, denn im letzteren kommen ausschließlich Dreizylinder-Motoren zum Einsatz, die den Passagieren ihre Bauart ungeniert im Innenraum mitteilen.

Die Hutablage bleibt beim Öffnen der Heckklappe unten. Hier sparen die Wolfsburger tatsächlich an zwei Nylon-Strippen. | © VW
Weiterhin weist der VW up! keine Halteschnüren für die Hutablage auf, sodass bei jedem Öffnen der Kofferraumklappe die Ablage manuell nach oben geklappt werden muss. Auch nicht erhältlich für den Zweitürer sind Ausstellfenster im Fond. Das könnte für dicke Luft sorgen. Irrwitzigerweise kommen im Viertürer anstatt konventioneller Fensterheber Ausstellfenster zum Einsatz. Hier wird wieder gespart.

Damals bekam der Lupo noch einen Haubenlifter spendiert. Die Gasdruckfeder musste weichen. Im up! kommt ein kurzer Plastik-Hebel zum Einsatz. | © VW
Für Stirnrunzeln dürfte gleichfalls die Serienausstattung sorgen: keine Zentralverriegelung, keine elektrischen Fensterheber, weder Radio noch Lautsprecher – wahrscheinlich auch keine Kabel für die Lautsprechervorbereitung.
All diese Auslassungen zeigen deutlich, dass VW eine Spardose auf die Straßen schickt. Allerdings spart nicht der Kunde, sondern der Konzern. Darüber können auch nicht die lackierten Blechteile im Innenraum oder die in die Vordersitze integrierten Kopfstützen hinwegtäuschen, die versuchen, aus der Spar-Not eine Style-Tugend zu zaubern.
Wer sich anschließend – nur so zum Spaß – auf die VW-Webseite begibt und einen VW up! konfiguriert, der besser ausgestattet ist, als ein Polo II anno 1987, der wird spätestens jetzt erkennen müssen, das der VW up! ein völlig überteuertes Produkt ist. Und trotz dieses automobilen Anachronismus wird der up! marktschreierisch angepriesen und beworben, von der „Fach“-Presse in den Himmel und über den grünen Klee gelobt.

[...] AutoAidNeuwagen-Vorstellung: Vorverkauf des viertürigen VW up! startet am 6. März 2012 – Ein Anachronis…Volkswagen stellt offiziell die viertürige Version des VW up! vor. 475,- € werden für die beiden Fond-Türe… [...]
[...] der Neuwagen an, als sei er eine optisch modifizierte, 14 Jahre alte Variante des VW Lupo – eben ein Anachronismus auf vier Rädern. Es sei kein Fortschritt spürbar und es fehle obendrein an Innovationen. Positiv dagegen sei der [...]