Neuwagen-Vorstellung: Der neue Audi A3 Sportback im Kurz-Fahrbericht – Ersteindruck an der Côte d’Azur

Auf Einladung von Audi durfte ich mich nach Nizza begeben, um mich vor Ort am Flughafen mit dem neuen Audi A3 Sportback vertraut zu machen. An der Côte d’Azur angelangt, wartete bereits eine ganze Armada sportlicher Kompakter auf unser Kommen.

Audi A3 Sportback S lin

Ein halbes Jahr nach dem dreitürigen A3 der Generation 8V wird nun endlich der fünftürige Sportback vorgestellt, der optisch schon fast als halber Avant durchgeht. Obwohl schon jetzt die Präsentation stattfand, wird der Audi A3 Sportback erst ab Februar 2013 bei den Händlern stehen. Das eigentliche Basismodell, der Audi A3 Sportback 1.2 TFSI mit 105 Turbo-PS, wird sogar noch später das Licht der Welt erblicken. Der Grundpreis wird dann bei 22.500 EUR liegen.

Außen

Da ich privat einen Audi A4 B8 fahre, bin ich freilich etwas voreingenommen, möchte jedoch nicht unkritisch an den A3 Sportback herantreten. Festhalten muss ich jedoch, dass ich auf dieses klare, schnörkellose Design, das ohne modische Kanten und Sicken auskommt, stehe.

Audi A3 Sportback S lin

Der Wagen wirkt in den von mir gefahrenen S line-Varianten schön bullig, insbesondere von hinten. Das angeschärfte Scheinwerfer-Design mit den optional in Voll-LED erhältlichen Scheinwerfern und dem obligatorischen LED-Tagfahrlicht steht dem A3 Sportback ungemein – genauso wie das S line Exterieur-Paket. Die schwarzen 18-Zöller im Rotor-Design stehen satt im Radkasten und wirken, als hätte ein detailverliebter Tuner Hand am fünftürigen A3 8V angelegt.

Beide Farben der Testwagen stehen ihm ausgesprochen gut – Gletscherweiß-Metallic und Misanorot-Perleffekt. Letzteres ist die identische Perleffekt-Lackierung, die auch den Audi A1 1.4 TFSI in unserem Test ziert.

Insgesamt wirkt der Audi A3 Sportback aufgrund seiner Formgebung trotz aller Konventionalität andersartig. Der Kompakte wirkt Dank des optisch stark verlängerten Hecks wie ein Kombi – ein A3 Avant.

Audi A3 Sportback S lin

Kritik – Leider hat sich beim neuen A3 Sportback äußerlich zu wenig am Design verändert, als dass er leicht als Neuer wiederzuerkennen wäre. Das ist schade.

Audi A3 Sportback S lineDieser Kritikpunkt gilt nicht nur dem A3 – ähnlich empfinde ich auch vielen anderen Audi-Modellen gegenüber. Das Design der Vorgängerversionen von A6 C6 und A3 8P war damals frisch, innovativ und elegant. Jetzt traut sich Audi meiner Erachtens zu wenig. Der Wagen wirkt jetzt fast zu perfekt, sehr technokratisch. Das würde mich persönlich davon abhalten, unbedingt erneut einen Audi zu kaufen.

 

Innen

Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger am meisten getan. Das Cockpit wirkt auf den ersten Blick sehr modern und noch hochwertiger. Die Materialien sind top, nirgends ist billiger Kunststoff auszumachen. Gut gefallen haben mir auch die vielen Aluminium-Applikationen im Innenraum, z. B. um die Lüftungsdüsen. Das große Display liegt gut im Blickfeld und wirkt sehr hochwertig, ganz im Gegensatz zur neuen A-Klasse. Das Multifunktionslenkrad ist sehr griffig und unten abgeflacht, was bei den gefahrenen Serpentinen richtig gut war.

Audi A3 Sportback S line Cockpi

Praktisch wie auch sportlich sind die integrierten Schaltpaddel, wenn man nach Kurven wieder hochschalten und gleichzeitig lenken muss. Guten Seitenhalt bieten in engen und schnellen Kurven die aufpreispflichtigen Sportsitze, die orangefarbenen Lederapplikationen haben aber weniger meinen Geschmack getroffen. Nette Spielerei ist für mich der Komfortschlüssel, sodass der Motor schließlich mittels eines Startknopfes in Alu angelassen wird.

Audi A3 Sportback S line InterieurDie Sitzposition und Platzverhältnisse vorne sind sehr gut, selbst ich konnte mit 1,96 Meter sehr gut sitzen und hatte den perfekten Abstand zum Lenkrad gleich gefunden. Ein- und Aussteigen fiel mir sogar leichter als beim A4, weil man nicht so weit hinter der B-Säule sitzt. Hinter mir war natürlich kaum mehr Platz, ist halt auch kein richtiger Kombi, sondern ein kompakter Sportback. Der Kofferraum hat einen flachen Boden, war edel mit schwarzem Stoff ausgekleidet und mit 380 Litern ganz vernünftig in der Größe.

 

Fahrwerk/Bremsen

Der A3 Sportback liegt mit den 18-Zöllern und 225er Bereifung sowie Sportfahrwerk und Tieferlegung wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Die Dämpfung ist dabei nicht zu hart geraten. Die Abrollgeräusche und das Lenkgefühl sind im Vergleich zum Vorgänger deutlich besser geworden. Geschmeidig kann man, ohne viel Kraft aufzuwenden, in enge Kurven einlenken. Das war bei meiner Fahrt in den französischen Seealpen hinter Monaco schon beeindruckend.

Audi A3 Sportback S lin

Beim Weg zurück zum Flughafen von Nizza habe ich dann mal Gas gegeben und auch da fühlte sich die Lenkung sehr souverän an. Das gibt einem auch bei hohen Geschwindigkeiten eher das Gefühl man sitzt in einem A4, statt in einem Audi A3. War früher auch anders beim A3. Die Bremsen sind leicht zu dosieren und packen gut zu.

 

Motor und Fahreindrücke

Ich bin zunächst den Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro S tronic mit 184 PS, das in Gletscherweiß und mit dem S line Exterieurpaket daherkam, gefahren. Der Motor ist zunächst kaum als Diesel zu erkennen, da er sehr leise ist, schon beim Start. Was sofort auffällt, ist die harmonische Kraftentfaltung beim Tritt auf das Gaspedal: Es mag auch am quattro liegen, aber der Wagen sprintet sofort und ohne „Gedenksekunde“ aus dem unteren Drehzahlbereich hoch auf 4.500 Umdrehungen. Der Motor klingt jetzt kraftvoll und hat für einen Diesel einen schönen Sound. Besonders eindrucksvoll ist die Beschleunigung, wenn man den A3 Sportback manuell mit den Schaltpaddeln schaltet.

Audi A3 Sportback S lin

Schade, aber beim Diesel bauartbedingt, ist, dass man in den Serpentinen bis zur nächsten Kehre viel zu schnell die 4.500 Umdrehungen erreicht hat, sodass ein hochschalten in den dritten Gang unumgänglich wurde. Gerne hätte ich hier den Vergleich mit dem Benziner als 180-PS-Variante gezogen. Der hätte im zweiten Gang die kurzen Strecken zwischen den Kehren sicherlich „durchgehalten“ und somit noch mehr Fahrfreude ermöglicht.

Eindrucksvoll war der niedrige Verbrauch des Diesels: Obwohl ich den Wagen sehr sportlich und viele Kilometer bergauf gescheucht habe, standen am Ende noch sehr vernünftige 8,5 Liter Verbrauch im Display. Natürlich ist auch viel weniger möglich – laut Audi soll sich dieser Motor im A3 Sportback mit Frontantrieb und als Handschalter im Mittel mit nur 4,4 Litern Diesel begnügen.

Audi A3 Sportback S lin

Der Audi A3 Sportback 1.8 TFSI quattro mit 180 PS stand mir, wie bereits erwähnt, ausschließlich auf der Landstraße bzw. Autobahn zwischen Monaco und Nizza zur Verfügung. Aber auch diese Etappe hat sehr viel Spaß gemacht. Der Wagen beschleunigt noch dynamischer, laut technischer Daten von Audi in nur 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und erst bei 232 km/h ist Schluss mit dem Vortrieb. Die Gasannahme ist exzellent, das Hochschalten mit der S tronic funktioniert ruckfrei – dabei klingt der Motor für einen Vierzylinder schön sportlich. War ich bislang ein großer Fan von modernen Dieselaggregaten, bin ich bei diesem Motor so richtig für die neue Generation der Benziner ins Schwärmen geraten. Die heutigen Downsizing-Motoren mit Benzindirekteinpritzung, Abgasturbolader und Ladeluftkühlung stellen schon ab sehr niedrigen Drehzahlen ihr volles Drehmoment zur Verfügung (hier 250 Nm ab 1250 U/min) und lassen den Frust bei älteren Benzin-Aggregate im zähen Drehzahlkeller völlig vergessen. Wunderbar.

 

Entertainment

Audi A3 Sportback S lineWeil das Fahren so viel Spaß gemacht hat, konnte ich zwar die wunderbare Bang & Olufsen-Anlage genießen, aber das sonstige Entertainment kam leider etwas zu kurz bei meinen kleinen Ausfahrten. Dabei hat Audi hier viel Neues zu bieten, was bislang nur in höheren Fahrzeugklassen zur Verfügung stand: Über das neue MMI lassen sich jetzt Navi, Telefon und Internet ganz intuitiv mit dem Finger bedienen. Dabei kann man MMI als Touchpad nutzen und Buchstaben und Zahlen mit dem Finger schreiben. Das ist praktisch, wenn man z. B. im Navi ein neues Ziel auswählen möchte, eine Nummer anwählen oder eine SMS schreiben will. Möglich ist jetzt auch der Zugang zum Internet mit Audi connect und damit auch das Nutzen von Diensten wie Facebook, Google und Twitter im Auto. Sicherlich nicht verkehrt, da für viele diese Dienste nicht mehr wegzudenken sind.

 

Fazit

Audi A3 Sportback S lineTrotz des wenig überraschend geratenen Äußeren des neuen A3 Sportback hat Audi wieder ein Auto vorgestellt, das in allen sonstigen Eigenschaften sofort überzeugen kann. Innenraum, Motor, Fahrwerk zählen zum Besten was man in diese Klasse bekommen kann. Wie immer hat das ganze seinen stolzen Preis. Weder der getestete 1.8 TFSI S line quattro S tronic noch der 2.0 TDI S line quattro S tronic sind in der Preisliste oder im Online-Konfigurator zu finden – unter 33.500 EUR wird es aber wohl nicht losgehen.

Text/Fotos: Moritz Funk

 

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10 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Wagner Peter

    Premium Soundsystem ist beim neuen A3 nicht Bose sonder Bang & Olufsen

  2. Mario Lehmann

    Hallo Peter,
    Dank Dir für den Hinweis; der Fehler wurde korrigiert.

  3. Klaus Dieter

    Hallo,

    war im Testfahrzeug denn das normale Sportfahrwerk oder das S Line Sportfahrwerk verbaut?

    Außerdem, wie wirken die schwarzen Rotorfelgen in echt? Billig oder doch recht edel?

    Gruß

    Klaus Dieter

  4. moritz

    Hallo Klaus Dieter,

    die Ausstattungsliste der beiden A3 habe ich leider nicht mehr zur Hand. Ich kann Dir deshalb die erste Frage nicht beantworten. Die Zweite allerdings schon: Die Felgen wirken keinesfalls billig sondern sehr edel.

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