autoaid.de bei twitter autoaid.de bei Facebook Autoaid RSS 2.0 Feed

Neuwagen-Premiere: Mercedes stellt noch vor dem Genfer Auto-Salon das C-Klasse Coupé vor

Dienstag, 15. Februar 2011 von Mario Lehmann

Obwohl die Weltpremiere für das Coupé C 204 der Mercedes C-Klasse W 204 eigentlich für den Genfer Auto-Salon angedacht ist, wird das Nachfolgemodell des gefloppten Mercedes CLC schon jetzt anhand von Bildern und einem Pressetext öffentlich gemacht. Deutlich wird auf den ersten Blick die Orientierung an der Limousine. Damit dürfte das C-Klasse Coupé eher in die Fußstapfen des alten Mercedes CLK treten, der offiziell vom Mercedes E-Klasse Coupé abgelöst worden ist.

Das neue C-Klasse Coupé (C 204) beerbt offiziell den mäßigen CLC, aber eigentlich sehen wir hier den Nachfolger des CLK.

Schon gestern, am 14. Februar 2011, präsentiert die Daimler AG ihr neues Coupé basierend auf der C-Klasse W 204, obwohl die eigentliche Präsentation & Weltpremiere für den Genfer Auto-Salon gedacht ist. Schon seit Wochen geistern im Netz Bilder von Erlkönigen und ersten völlig enthüllten C-Klasse Coupés. Und diese erste Enthüllung war schließlich der BILD auch gut genug für einen  schlecht konstruierten Mini-Skandal. Angeblich verwende Mercedes-Benz den Hofmeister-Knick, den BMW seit den 60er Jahren an vielen Modellen verbaut. Typisch Boulevard und auch schön innerhalb der verschiedenen Springer-BILD-Redaktionen weitergereicht, sodass auch die Autobild brav propagiert, Mercedes würde den sogenannten Hofmeister-Knick von BMW verwenden.

Macht auch in rot eine gute Figur. Deutlich zu erkennen: Der steile Kühlergrill mit zentriertem Stern, der auch schon an SLS und dem neuen SLK prangt.

„Was ist eigentlich der Hofmeister-Knick?“ wird der ein oder andere Fragen. Dieser “Knick“ war ursprünglich eine statisch motivierte Konstruktion der hinteren Seitenscheiben. Die Kanten der Seitenfenster liefen spitz zu. Um eine Spitze im spitzen Winkel zu vermeiden, zog die untere Fensterlinie steil nach oben. Dieser steile Knick geschah aus statischen Gründen und ist nach dem dem BMW-Designer Wilhelm Hofmeister benannt. Durch diesen Knick gibt es keine Dreiecksfenster, die für Vier- und Fünf-Türer oft typisch sind.

Fest steht, der von der Springer-Presse vorgeworfene Hofmeister-Knick liegt nicht in typischer BMW-Design-Sprache vor. Beim Coupé der C-Klasse ist weniger ein Knick zu sehen denn mehr eine geschwungene Linie, die leicht nach oben schwingt. Das ist weicher und flüssiger, weniger kantig und eckig, als der BMW-Knick. Die charakteristische Spitze des Dreieck-Fensters bleibt vollständig erhalten. Der Vergleich mit dem BMW 3er Coupé zeigt deutlich, dass die Anatomie des sogenannten Hofmeister-Knicks eine andere ist als diejenige, die von Mercedes beim C-Klasse Coupé angewandt worden ist.

Knick des Anstoßes: Ist es einer, oder doch nicht? Man sieht es deutlich; Mercedes verwandte keinen Hofmeister-Knick. Der Vergleich mit dem 3er Coupé von BMW zeigt deutlich den Unterschied.

Ansonsten kommt das Mercedes C-Klasse Coupé als ein kleines Benz-Potpourri daher. Die Scheinwerfer weisen Anleihen vom Mercedes SL auf, während das Heck ganz klar der C-Klasse zuzuordnen ist. Das C Coupé ist jedoch vier Zentimeter flacher als die Limousine, bleibt allerdings im Gegensatz zu anderen Mercedes-Coupés einer B-Säule treu und weist darüber hinaus auch keine versenkbaren hinteren Seitenscheiben auf. Vorn weist auch das neues Coupé das neue Benz-Gesicht auf: steiler Kühlergrill mit zentral platziertem Stern und zwei Querlamellen in Alu-Optik mit dahinter liegendem Waben-Grill.

Den Konventionen eines Coupés bleibt das C-Klasse Coupé ebenfalls verhaftet: Eine lange Motorhaube geht in eine steil aufsteigende Windschutzscheibe über und das Heck fließt einem coupé-typischen Bürzel entgegen. Die klassischen Design-Anforderungen an ein Coupé werden also erfüllt.

Das Heck verrät es deutlich: Das ist eine C-Klasse.

Im Innenraum geht es weitgehend bekannt zu. Hier dominieren die Vorgaben aus der Limousine. Allerdings wird uns das Cockpit mit dem Lenkrad aus dem Mercedes CLS und den E-Klasse Coupé-Sitzen schmackhaft gemacht. Allerdings ist Mercedes auch hier bemüht, sich dezent sportlich und durch exklusivere Materialien, die alle auf Dynamik & Eleganz aus sein sollen, aufzuwerten. So wird das Lenkrad zwei-farbig gestaltbar sein können – selbstredend in Leder. Die Rund-Instrumente werden klassisch sportlich gewandet, orientieren sich am Piloten und heben sich damit deutlicher von der Limousine ab.

Zu Beginn stehen lediglich fünf Motorisierungen zur Auswahl. Drei Benziner und zwei Diesel müssen zu nächst reichen. Alle fünf Motoren kommen mit dem BlueEFFICIENCY (BE) genannten Öko-Paket, das ein Start-Stopp-System und Direkteinspritzung umfasst, daher. Sowohl der C 180 als auch der C 250 sind mit einem aufgeladenen 1.8-Liter-Benzin-Motor ausgerüstet – einem Reihen-Vier-Zylinder – der jeweils 156 und 204 PS entwickelt. Der C 350 wird von einem 3,5-Liter-V6 mit 306 PS angetrieben, jedoch ohne Aufladung.

Zwei-farbiges Leder-Lenkrad und Zierleisten in Perlmutt. Wer will und die Finanzen hat, kann sein C-Klasse Coupé stark individualisieren.

Die beiden Diesel-Versionen C 220 CDI und C 250 CDI werden mit einem 2.2-Liter-Motor gefertigt, der 170 und 204 PS leistet.

Die Diesel-Versionen und der kleinste Benziner sind serienmäßig mit einem Sechs-Gang-Getriebe ausgestattet, die beiden C 250 CGI und C 350 CGI haben das neue Siebengang-Automatikgetriebe 7G-Tronic Plus spendiert bekommen. Eine AMG-Version wird voaussichtlich später folgen.

Zusätzlich ist das C-Klasse Coupé mit allerlei Assistenzsystemen ausrüstbar, die teils warnen und teils aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen können. Hier wird mit erheblichen Aufpreisen zu rechnen sein.

In der Pressemitteilung heißt es, die Zielgruppe bewege sich im Alter von 35 bis 45 Jahren, während das Modell des C-Klasse Coupés jugendlich, dynamisch und stilvoll sei. Für mich klingt das nach einem klassischen Widerspruch.

Die eigentliche Premiere und Enthüllung finden Anfang März im Rahmen des Genfer Auto-Salons statt. Nach Aussagen von Mercedes beginne die Auslieferung der ersten Modelle im Juni 2011.


2 Kommentare zu “Neuwagen-Premiere: Mercedes stellt noch vor dem Genfer Auto-Salon das C-Klasse Coupé vor”

  1. Mercedes Presents Before The Geneva Motor Show of The C-class Coupe at Automotive Blog

    [...] on autoaid]Related News [...]

  2. » autoaid auf der 64. IAA in Frankfurt am Main – Großer Andrang am ersten Pressetag - autoaid.de blog

    [...] nicht. Stattdessen schart sich eine Journalisten-Traube tumultartig um die Enthüllung des DTM AMG Mercedes C-Coupé durch Michael Schumacher und Nico Rosberg. Ein Durchkommen scheint unmöglich, ein Foto aus der [...]

Einen Kommentar schreiben