Großer Sommerreifen-Test – China-Reifen fallen erneut durch

Mitte März, etwa einen Monat vor dem halbjährlichen Reifenwechsel, ist es wieder an der Zeit, zu überprüfen, welcher Sommerreifen für den Straßenverkehr zu empfehlen ist und von welchen Pneus wir gefälligst die Finger lassen sollten – selbst dann, wenn Tiefstpreise uns zu verlocken drohen. Also haben ADAC gemeinsam mit der Stiftung Warentest und die Autobild Sommerreifen in den Dimensionen 175/65 R 14 T, 195/65 R 15 V sowie 205/55 R 16 (überwiegend V, teilweise W) getestet. Alle Tester stellten unabhängig von den Reifendimensionen fest: Billigreifen aus China sind gefährlich und gehören eher auf den Müll, denn auf deutsche Straßen.

Viele, viele Reifen werden jedes Jahr zu Testzwecken verschlissen. Nun haben ADAC, die Stiftung Warentest und die Autobild auktuelle Sommerreifen getestet. // (CC) Wikimedia Commons, TUBS

Schlusslicht und Negativ-Beispiel bei den Sommerreifen ist der chinesische Reifen Chengshan CSR66. Während des gemeinsamen Tests von ADAC und Stiftung Warentest platzte der Chengshan im Schnelllauf bei 230 km/h, obwohl der V-Reifen ein Maximum von min. 240 km/h sicher bewältigen können muss. Auch der Summerstar 2 des Reifendienstleisters Point S platzte, allerdings bei 250 km/h. Getestet werden sollte, wie gut die Sommerreifen mit überhöhter Geschwindigkeit zurecht kommen. Alle Reifen bestanden diesen Schnelllauf, bis auf den Chengshan CSR66 und dem Point S Summerstar 2.

Bei Nässe sieht es noch düsterer aus. Hier geben sich Chengshan aus China, Point S und Sava aus Slowenien die Blöße. Kein Reifen war bei Nässe schlechter als diese drei.

Testsieger nach ADAC und Stiftung Warentest in den Dimensionen 175/65 R 14 und damit empfehlenswert sind:

  • Continental PremiumContact 2 – Note 2,1 (gut), bester Reifen auf trockener & nasser Fahrbahn
  • Michelin Energy Saver – Note 2,2 (gut), geringster Verschleiß & Kraftstoff-Verbrauch
  • Uniroyal RainExpert – Note 2,3 (gut)
  • Hankook Optimo K715 – Note 2,3 (gut)
  • Semperit Comfort-Life 2 – Note 2,5 (gut)

Den Testsieger von Continental gibt es über den autoaid-Shop bereits für 51,- €.

Augenfällig bei diesen Tests ist, dass die meisten Abwertungen und Schwächen in den Nässe-Disziplinen zu finden sind. So gibt es einen mangelhaften Reifen (Dayton D110) und drei mit der Bewertung „ausreichend“ (Sava Perfecta, Kleber Dynaxer HP 3, Debica Passio 2) und damit ebenso wenig empfehlenswert.

Bester und ausgewogenster Reifen in Sachen Verschleiß & Kraftstoffverbrauch ist der Michelin Energy Saver, der damit eine hohe Laufleistung und geringeren Verbrauch verspricht.

In den Dimensionen 195/65 R 15 wurden gleich sieben Reifen mit „gut“ bewertet. Testsieger ist der Vredestein Sportrac 3, der darüber hinaus auch günstig in der Anschaffung ist. Im Autoteile-Bereich von autoaid ist der Sportrac 3 bereits für 57,- € zu haben.

Die besten sieben Reifen im Überblick:

  • Vredestein Sportrac 3 – Note 2,1 (gut), bester Reifen auf nasser Fahrbahn
  • Bridgestone Ecopia EP 150 – Note 2,2 (gut)
  • Maloya Lugano – Note 2,2 (gut)
  • Nokian V – Note 2,2 (gut), bester Reifen auf nasser Fahrbahn
  • Continental PremiumContact 2 – Note 2,3 (gut)
  • Dunlop SP Sport FastResponse – Note 2,3 (gut)
  • Semperit Speed Life – Note 2,4 (gut)

Die Autobild testete ihrerseits Sommerreifen in den Dimensionen 205/55 R 16. Zu Beginn wurden 50 verschiedene Reifen getestet. Nur bei Bremswegen unter 40 Metern bei trockener und unter 50 Metern bei nasser Fahrbahn wurden Reifen für weitere Tests berücksichtigt.

Im Autobild-Test benötigte der Chengshan CSR 169 eine Strecke von 61,5 Metern auf nasser Fahrbahn, um zum Stehen zu kommen. Zum Vergleich: der Fulda Carat Progresso nahm lediglich 45,7 Meter in Anspruch.

Neben Chengshan gehören zu den gefährlichen und nicht empfehlenswerten Reifen-Marken Federal, Infinity, Kenda, Matador und Regal, Sunny, Wanli sowie Zeetex. All diese Reifen überschritten die kritischen Marken von 42 bzw. 54 Metern bei Trockenheit und Nässe.

Von den 15 Reifen, die es in den eigentlichen und ausführlichen Reifentest geschafft haben, bewertete die Autobild sechs als empfehlenswert und zwei als vorbildlich.

Die beiden Testsieger bei den 205er Pneus sind:

  • Pirelli P 7 – Noten: Nass 2+, Trocken 2, Kosten 1
  • Vredestein Sportrac 3 – Noten: Nass 2+, Trocken 2, Kosten 2+

Abgesehen von den bloßen Zahlen und Werten zeigte sich bei den Tests zweierlei: Am Reifen sparen kann in puncto Bremsen und Fahrverhalten bei Nässe teuer zu stehen kommen und außerordentlich teuer werden. Und gute Reifen sind nicht wesentlich teurer als die vermeintlichen Schnäppchen, zumal der Mehrpreis über die höhere Laufleistung und den teils verringerten Sprit-Verbrauch neutralisiert wird.

4 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. » Ratgeber: Räderwechsel zu Ostern – Der März ist der Monat der Sommerreifen-Tests - autoaid.de blog

    […] haben der ADAC und die Stiftung Warentest auch in diesem Jahr gemeinsam einen Sommerreifen-Test durchgeführt. Getestet wurde dieses Frühjahr in den Dimensionen 165/70 R14 an einem VW Polo IV […]

  2. Tom

    Ich sehe das wie „Matthias“. Vor allem Reifen sind mir einfach zu wichtig, als das ich hier sparen möchte. Oder besser gesagt, an der Qualität sparen möchte. Und heute hat man ja wirklich einige Möglichkeiten, sich vorab zu informieren, eben bei den vorgenannten Tests. Aber scheinbar gibt es auch einfach genügend Kunden für diese Billig-Reifen, sonst würden diese gar nicht erst hergestellt werden.

  3. Ratgeber & Service: Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint – Es steht wieder der Räderwechsel an | Werkstattratgeber – Ihr Ratgeber für Kfz-Werkstätten und Autohäuser

    […] gut und empfehlenswert ist. Wie jedes Jahr haben bereits ADAC, Stiftung Warentest und die Autobild Sommerreifen-Tests durchgeführt. Diese Tests erleichtern es dem Verbraucher, die richtige Reifenwahl zu treffen. So […]

  4. Matthias

    Es ist wohl wie bei vielen Sachen, wer günstig kauft, kauft zweimal.
    Bei einigen Auto Teilen, kann man sicher etwas sparen. Gute Reifen sollten nicht dazu gehören.

    Super Zusammenstellung!

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