Ersteindruck: Škoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 4×4 im Kurz-Fahrbericht

Ersteindruck: Škoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 4×4

Zwei Jahre nach Einführung der dritten Generation Škoda Octavia (Typ 5E) bringen die Tschechen mit dem Combi Scout wie schon für den Octavia II einen Softroader auf den Markt. Allradantrieb ist stets serienmäßig an Bord, motorseitig geht nichts unter 150 PS. Damit kann der Octavia Scout ziehen sowie kraxeln und bietet damit mehr als manches SUV. Eine SUV-Alternative?

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Skoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 135 kW 4x4 DSG Green tec Moon-Weiß-Perleffekt Vorderansicht Gut Thanse

Škoda ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, erweiterte immer wieder das eigene Portfolio und arbeitet trotz einiger konzernseitiger Einschränkungen unablässig daran, mehr und mehr Marktanteile zu gewinnen. Was bisher (noch) in der Produktpalette fehlt, ist eines dieser furchtbar angesagten Mittelklasse-SUVs, die in den Zulassungsstatistiken seit einigen Jahren durch die Decke gehen. Der jetzt vorgestellte Octavia Combi Scout soll diese SUV-Lücke in der Mittelklasse, wenn nicht schließen, so doch zumindest verkleinern. Und dabei kann der Octavia Scout mehr als die meisten Sport Utility Vehicles.

Überhaupt stellt sich die Frage, wozu es ein Mittelklasse-SUV braucht, wenn der Scout auf Basis des Škoda Octavia Combi alle Anforderungen erfüllt, die heutzutage an hiesige SUVs gestellt werden. Segen und Fluch zugleich mag sein, dass der Scout des Octavia Combi ausschließlich mit Allradantrieb daherkommt. Diese Entscheidung der Tschechen ist löblicherweise konsequent, aber viele SUV-Käufer greifen bewusst vermehrt auf reine Fronttriebler, da im Asphalt-Alltag der 4×4-Antrieb nicht als notwendig erachtet wird. Es besteht daher die Gefahr, dass der Škoda Octavia Combi Scout Exot bleibt.

2014 Skoda Octavia Combi Scout Typ 5E 4x4 Denim-Blau-Metallic Seitenansicht Race-Blau-Metallic Heckansicht Gut Thanse

Gefahren bin ich den Škoda Octavia Combi Scout mit dem stärksten Diesel. Gekoppelt ist das 2.0-TDI-Aggregat an ein 6-Gang-DSG, mittels Haldex-5-Kupplung werden die Antriebsmomente bedarfsgerecht an die Räder verteilt. Im Extremfall sind das bis zu 85 % des Drehmoments, das an ein einzelnes Rad geschickt werden. Optisch fällt die Scout-typische Eigenständigkeit auf. Die Kunststoff-Beplankungen entlang der Schweller und Radkästen vermitteln Robustheit, die Front erhielt zur Profilschärfung einen geänderten Stoßfänger mit Scout-Schriftzug am Kühlergrill. Zusätzlich gibt es jeweils an Front und Heck einen prägnanten Unterfahrschutz.

Um ein gewisses Maß an Geländegängigkeit gewährleisten zu können, wurde die Bodenfreiheit im Vergleich zum Škoda Octavia um 31 auf 171 Millimeter erhöht. Neben diesen Modifikationen bleibt vieles beim Alten. Auch der Octavia Combi Scout weist all die Vorzüge auf, die den Standard-Octavia auszeichnen: saubere Verarbeitung, enormes Platzangebot vorn wie hinten, den riesigen Kofferraum, der sich im Scout auch elektrisch öffnen und schließen lässt.

2014 Skoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 135 kW 4x4 DSG Green tec Moon-Weiß-Perleffekt Vorderansicht Gelaend

Wie das Exterieur ist auch das Interieur überarbeitet worden. Schriftzüge, Zier- und Einstiegsleisten künden vom Scout-Charakter. Farblich geht es in schwarz-braun gediegen und edel zu. Die feinen Leder-Alcantara-Sitze in dunklem Braun sehen nicht nur gut aus, der Sitzkomfort wird dem optischen Eindruck ebenso gerecht. Die Haptik passt, obschon diese nicht das bekannte Audi-Niveau erreicht.

Der aus dem Octavia RS TDI bekannte Dieselmotor leistet 184 PS sowie 380 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist für ausreichend starken Zug gesorgt. Schließlich soll der Octavia Combi Scout auch Lasten von 1,8 Tonnen ziehen können. Auf Fahrt konnte mich der 2.0 TDI entgegen meiner alten Vorbehalte überzeugen. Ganz im Gegensatz zum Škoda Yeti 2.0 TDI 4×4 gefällt der weiterentwickelte Selbstzünder endlich mit Laufruhe und dank des Doppelkupplungsgetriebes auch mit sauberer Kraftentfaltung. Der Diesel dröhnt nicht, vibriert wenig und ist leise. Und so soll es auch sein.

2014 Skoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 135 kW 4x4 DSG Green tec Interieur Innenraum Cockpi

Im Rahmen der Fahrveranstaltung ging es ebenfalls in leichtes Gelände. Auf einem ADAC-Parcours konnte der Škoda Octavia Combi Scout zeigen, dass das Trimmen auf Geländegängigkeit in der Praxis auch Früchte trägt. Lose Untergründe wie Sand, Schotter, kleineres Geröll stellen schon allein wegen des 4×4-Allradantriebs kein Hindenris dar. Interessanter wird es bei alltags-untypischen Neigungen, Steigungen und Gefällen. Doch auch diese Disziplinen werden problemlos gemeistert. Hier kommt der aus Bodenfreiheit und kurzen Überhängen resultierende erhöhte Büschungswinkel (16,7 Grad vorn, 13,8 Grad hinten) zum Zug.

2014 Skoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 135 kW 4x4 DSG Green tec Moon-Weiß-Perleffekt Heckansicht ADAC-Parcous Gelaend

Dennoch: Zum Geländewagen mutiert der Octavia Scout damit nicht, logisch. Bergabfahrhilfe, Geländeuntersetzung und weitere typische Charakteristika eines Geländewagens gibt es im Octavia nicht – aber das gilt meist auch für die hiesigen SUVs. Der Octavia ist und bleibt ein Pkw, mit dem sich der Fahrer aber immerhin in leichtes Gelände wagen kann. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, wozu es ein SUV braucht. Denn in der Summe seiner Eigenschaften verschränkt der Octavia Combi Scout die Vorzüge eines Kombi mit denen eines SUV so geschickt, sodass sich mir die Frage stellt: Wozu Yeti fahren? Betrachte ich den gefahrenen Testwagen und ziehe die Extras ab, die für den Yeti nicht erhältlich sind, ist der Octavia Scout gute 1.000 € teurer. Aber dann bietet der Octavia noch immer erheblich mehr Platz und kommt obendrein mit dem neueren, deutlich besseren sowie stärkeren 2.0-TDI-Motor ums Eck. Und in puncto Assistenzsysteme hat der Yeti ohnehin nichts zu melden.

2014 Skoda Octavia Combi Scout 2.0 TDI 135 kW 4x4 DSG Green tec Moon-Weiß-Perleffekt Vorderansicht ADAC-Parcous Gelaend

Wie auch beim zivilen Octavia fällt Kritik am Škoda Octavia Combi Scout schwer, denn als wirklich kritikwürdig fiel mir nichts auf. Bis auf meine Škoda-Dauer-Kritikpunkte der fehlenden Kontrollleuchte für das Abblendlicht im Kombiinstrument und den mitlaufenden Zahlen in Tacho und Drehzahlmesser gibt es nach der kurzen Ausfahrt für mich nichts zu meckern. Allein konzeptionell scheint mir der Octavia Scout angreifbar. Ich behaupte, er sei zu speziell, wird womöglich seine Kunden in den bergigen Gegenden Deutschlands finden, vielleicht auch bei Förstern. Aber Ottonormalverbraucher werden womöglich auf Allradantrieb verzichten wollen und überhaupt lieber Yeti oder VW Tiguan fahren. Insofern denke ich, wird der Octavia Combi Scout ähnlich selten anzutreffen sein wie Audi A4 Allroad quattro und VW Passat Alltrack.

2014 Skoda Octavia Combi Scout Typ 5E 4x4 Denim-Blau-Metallic Vorderansicht Gut Thanse

Verdient haben dieses Nischendasein die genannten Softroader-Crossover-Pkw freilich nicht. Wie der Octavia Scout mir zeigte, ist er eigentlich das bessere und sympathischere SUV. Mit dem 01. August 2014 erfolgte die Bestellfreigabe, die Preise beginnen bei 30.250 €.

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Zur Pressepräsentation des Škoda Octavia Combi Scout in und um Hamburg wurde ich von Škoda Auto Deutschland eingeladen. Alle anfallenden Kosten wurden vom Hersteller übernommen. Zu keinem Zeitpunkt wurde versucht, auf meine Berichterstattung Einfluss zu nehmen.

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