Ersteindruck – Mazda3 Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 im Kurz-Fahrbericht

Nach wie vor geht Mazda eigene Wege. Statt Downsizing gibt es unverändert große Motoren. Der gefahrene Diesel bringt es sogar auf 2.191 cm³. Der variable zweistufige Turbolader macht dem kompakten Hatchback Beine. Hier nun meine Eindrücke vom automatikgetriebenen Mazda3.

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Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Vorderansich

Schon im Stand wirkt er dynamisch. Die lang gezogene Haube, das kräftige Rubinrot sowie das schnittige KODO-Design sorgen für bleibenden Eindruck. Die Front wirkt nahezu identisch zum Mazda6, das Heck fällt für einen Hatchback ungewohnt seicht ab, macht den Mazda3 mehr zum Schräg- denn zum Steilheck. Somit wirkt der Mazda3 nicht nur größer als ein VW Golf VII, er ist sogar fast 20 Zentimeter länger.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger wurde der neue Mazda3 flacher und breiter, ruht also gefühlt geduckter auf dem Asphalt. Der verlängerte Radstand, aber insbesondere die ungewöhnlich lange Motorhaube strecken den Mazda3 optisch deutlich, sodass die dritte Generation trotz fast identischer Länge von 4,46 Meter im Vergleich zum Vorgänger geduckter und zugleich größer erscheint.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Heckansicht Detai

Weniger gefällt mir die Einfassung der Nebelscheinwerfer in schwarzem Kunststoff. Das ginge mit Sicherheit schöner. Etwas ernüchtert war ich vom Lackbild. Trotz der wunderschönen Farbe zeigte sich bei näherer Betrachtung und ungünstigem Lichteinfall, dass die Lackverarbeitung nicht optimal ist. Das Lackbild zeigte sich leider wellig.

Platz genommen im formschönen schwarzen Ledersitz und das Cockpit wirken lassen. Mazda scheint meine Schwäche für rote Ziernähte zu kennen und geizte mit diesen folglich nicht. Nicht nur, dass das Rot schön mit der Außenfarbe korrespondiert, ich mag zudem den Kontrast auf Schwarz. Sei es am Lenkrad, den Handbrems- sowie Wählhebel oder eben den Sitzen. Das Lenkrad fällt formschön aus, liegt bei engagierter Kurvenarbeit meist gut in der Hand. Als störend empfinde ich allerdings die Vielzahl der Knöpfe und das billig wirkende Pseudo-Carbon auf drei und neun Uhr.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Cockpit Interieur Innenrau

Zentral im Kombiinstrument ruht der sportlich angehauchte Drehzahlmesser. Einen konventionellen Tacho gibt es in der Sports-Line-Ausstattung nicht. In den beiden unteren Ausstattungslinien befindet sich dagegen zentral der Tacho und links davon ein digitaler Drehzahlmesser. Im Testwagen wird die Geschwindigkeit digital rechts unten im Drehzahlmesser dargestellt, lässt sich aber auch problemlos über das HUD ablesen.
Vermisst habe ich eine Kühlwassertemperaturanzeige.

Die Mittelkonsole gefällt ob ihrer Übersichtlichkeit. Klima-, Heizungs- und Lüfterfunktionen liegen günstig gebündelt in logischer Anordnung knapp über dem Wählhebel. Darüber finden sich die wenigen Tasten für Sitzheizung und die vorderen Parksensoren. Gut so, denn die Sitzheizung muss im Mazda6 umständlich durch sehr tief liegende Tasten unterhalb des Klimabedienteils ein- und ausgeschaltet werden.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Vorderansicht Detai

Das verbaute Infotainmentsystem und dessen Bedienung halte ich im Rahmen dieses Ersteindrucks für sehr gelungen. Nicht nur, dass die Steuerung über Touchscreen (im Stand), Dreh-Drück-Regler und Spracheingabe ermöglicht wird, auch die Menüstruktur ist schnell erlernt und die vorhandenen Schalter der zentralen Bedieneinheit sind sinnvoll angeordnet. Gerade die fünf Tasten für die fünf Finger der rechten Hand erweisen sich als sinnvoll.

Einige Aspekte allerdings fielen auch im Innenraum negativ auf oder wussten mich nicht zu überzeugen.
So etwa schränken die stark ansteigende Fensterlinie und die breite C-Säule die Sicht nach schräg hinten ein. Die kleine Heckscheibe ist ebenso wenig zuträglich für die Übersicht und eine Rückfahrkamera ist nicht erhältlich. Die tiefe Sitzposition sowie die lange, nach vorn abfallende Haube erschweren das Abschätzen der Front. Parksensoren leisten hinten wie vorn jedoch Abhilfe.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Seitenansich

Und wie fährt er sich nun? Dank 2.191 cm³ Hubraum und variabler zweistufiger Turboaufladung verfügt das 2.2-SKYACTIV-D-Triebwerk über ein bäriges Drehmoment von 380 Nm, das ab 1.800 Umdrehungen anliegt. Bei 4.000 Touren liegen noch etwa 260 Nm an. Das ist für einen Diesel recht ordentlich. Und auch im Fahrbetrieb spürte ich die Kraft, die auf die Vorderachse wirken möchte. Allein: Das 6-Gang-Automatikgetriebe weiß dies zu verhindern. Trotzdem beschleunigt der Mazda3 2.2 SKYACTIV-D 150 unaufgeregt und spielerisch.

An sich erledigt der Automat seine Aufgaben souverän. Die Schaltvorgänge gehen fix und sauber vonstatten. Im manuellen Betrieb gefällt die kurze Schaltzeit im oberen Drehzahldrittel sowie das überaus schnelle Herunterschalten. Aber dennoch: Über die gesamte Zeit ließ mich der Motor wissen, er könnte noch mehr, wenn er gelassen werden würde. Allerdings verschluckt das Getriebe einen ordentlichen Teil der Leistung. 1,6 Sekunden nimmt das Automatikgetriebe im Vergleich zum 6-Gang-Schalter dem Mazda3 auf dem Standardsprint ab.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Vorderansicht Touchscree

In den bergigen Passagen fiel die angenehm direkte Lenkung auf, die zwar zielgerichtet jedem Befehl folgte, aber nicht zu schwergängig ausfiel. Allerdings wünschte ich mir etwas mehr Feedback. Das Gefühl, die Verbindung zum Asphalt ging irgendwo zwischen Rad und Volant verschütt. Für die Landstraße mag das schade sein, für den wuseligen Stadtverkehr finde ich das jedoch nicht verkehrt.

Auch bemühte sich Mazda spürbar um ein sowohl komfortables als auch sportives Fahrwerk. Zwar fühlte sich dieses nicht unscharf an, scheint mir jedoch mehr den Akzent auf Komfort zu legen. In engagiert angegangenen Kurven fühlt sich das Ganze gen Grenzbereich etwas weich an.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Heckansich

Dass der 2.2 SKYACTIV-D ein Selbstzünder ist, lässt sich – wenn auch dezent und unaufdringlich – hören. Der Klang ist aber ein sehr charakteristischer, der auf die niedrige Verdichtung zurück zu führen ist. So klingt der Motor bei Volllast durchaus kernig, mit nageligen Untertönen. Vibrationen dringen dabei erfreulicherweise nicht in den Innenraum.

Insgesamt zeigen die Japaner mit dem Mazda3 einen ausgereiften Kompaktwagen, der äußerlich mit Stilsicherheit punktet und gefällt. Das Interieur präsentiert sich übersichtlich und aufgeräumt, bei weitestgehend angenehmer Verarbeitung und Haptik. Der Antrieb mag technisch speziell sein, verhält sich im Betrieb jedoch unauffällig. Persönlich würde ich jedoch zum 6-Gang-Schaltgetriebe greifen.

Mazda3 BM Hatchback Sports-Line 2.2 SKYACTIV-D 150 Automatik Rubinrot-Metallic Heckansicht Bergstraß

Der gefahrene Testwagen hat einen Listenpreis von 33.790 €.
Teuer? Angenommen es müsste der Diesel in der Sports-Line-Ausstattung sein: Muss es denn Leder sein? 1.500 € gespart. Das Automatikgetriebe wirkte etwas antiquiert, lieber selbst schalten. 1.900 € gespart. Benötige ich Assistenzsysteme wie eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, Fernlichtassistent, dynamisches Kurvenlicht oder einen Spurhalteassistenten? Wer darauf verzichten kann, spart weitere 1.650 €. Mein konfigurierter Diesel landet bei 28.740 €. Sicherlich, zum Schnäppchen wird der Mazda3 damit nicht. Aber, um das einmal zu verdeutlichen, ein vergleichbarer Golf VII kostet über 33.000 €. Und zu diesem Tarif bekomme ich einen Mazda3 mit allen möglichen Optionen.

Weitere Informationen zum neuen Mazda3 gibt es auf der Hersteller-Webseite.

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7 Reaktionen auf diesen Beitrag

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