Ersteindruck: Škoda Fabia III 1.2 TSI Style

Ersteindruck: Škoda Fabia III 1.2 TSI Style

Ich verrate anfangs wohl nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass Škoda mit der in Paris vorgestellten dritten Generation Fabia (NJ) einen großen Schritt nach vorn macht. Im aktuellen Škoda-Design gekleidet, kommt der tschechische Kleinwagen keck ums Eck und lässt das unschöne, kastige Hochdach-Design des Vergängers links liegen. Das kantig-schnörkellose Exterieur, moderne Assistenzsysteme und EURO-6-Motoren machen den Fabia III zum direkten Polo-Konkurrenten. In Portugal konnte ich den neuen Fabia antesten.

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2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Metal-Grau Vorderansicht Pinhal Nov

Intern dürfte es in den nächsten Monaten spannend werden. Immerhin bietet der VW-Konzern mit Škoda Fabia, VW Polo, Audi A1 und Seat Ibiza vier Kleinwagen an. Zwar sind diese teils unterschiedlich positioniert, das ist richtig, allerdings ist der Fabia III der modernste dieses Quartetts. Teilweise darf der intern NJ genannte Fabia mit MQB-Technik auftrumpfen. Auch optisch kann der kleine Škoda punkten, der ab dem 15. November bei den hiesigen Händlern stehen wird.

Škoda Fabia III – Das Exterieur

Der neue Škoda Fabia III ruht nun deutlich selbstbewusster und stämmiger auf der Straße. Im Vergleich zum Fabia II (5J) wurde der NJ 90 Millimeter breiter und 31 Millimeter flacher, aber auch acht Millimeter kürzer. Gefühlt ist das Mehr an Breite im Innenraum deutlich zu spüren. Hier herrscht in der vorderen Reihe Platz wie in der Kompaktklasse. Hinten reicht der Platz für Personen bis ca. 1,75 Meter völlig aus, wenn der Fahrersitz auf meine Größe (1,80 m) eingestellt war. Mit einem Ladevolumen von 330 Litern überflügelt der Fabia den Polo um 50 Liter.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Rallye-Gruen-Metallic Metall-Grau-Metallic Vorderansichten Pinhal Nov

Der Testwagen in der Style-Ausstattung und in Metall-Grau-Metallic zeigte auch bei regnerischem Wetter, wie gut das unaufgeregte Škoda-Design mittels Lichtkanten hier, Falze da angenehm sehnig und straff erscheint. Die verdunkelten Scheinwerfergehäuse und die dunkleren Rückleuchten bringen etwas sportiven Charakter ein. Etwas überdimensioniert finde ich die breiten 215er Pneus im 16-Zoll-Format.

Škoda Fabia III – Das Interieur

Nicht nur das Raumangebot selbst fühlt sich nach mehr als Kleinwagen an. Das Lenkrad ist angenehm griffig, der Schalthebel flutscht mit leichtem Widerstand zackig durch die sechs Gänge und die optionalen Sportsitze bieten neben leicht verbessertem Seitenhalt dank ihrer festen Polsterung ebenso angenehmen Komfort.

Ergonomisch gibt es nichts zu zetern; fast nichts. Das Klimabedienteil liegt in akzeptabler, der Touchscreen in idealer Höhe. Wie gewohnt, ist der Großteil der Bedienelemente sinnvoll angeordnet, sodass das Cockpit kaum Fragen aufwirft. Sicherlich eine Frage des Geschmacks sind die umlaufenden Skalen von Tacho und Drehzahlmesser, die ich jedoch nicht optimal finde.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ Cockpit Interieur Innenrau

Es lassen sich jedoch auch Kleinigkeiten finden, an denen sich zeigt, dass Škoda hier und da etwas spart. Aufgeschäumte Kunststoffe gibt es nicht mehr; Hartplastik. Ein Manko? Nein, denn die Verarbeitung passt. Es sei denn, der Fahrer gehört zur Kategorie Armuturenbrett-Kuschler. Einzig die glatte Zierblende, die sich über die Armaturen zieht, wirkt weniger wertig.

Škoda Fabia III 1.2 TSI – Auf Fahrt

Der kleine 1.2-Liter-Turbobenziner im Škoda Fabia des Typs NJ schnattert fröhlich rasselnd im Leerlauf vor sich hin – eine Geräuschkulisse, die mir noch vom Škoda Rapid 1.2 TSI in den Ohren lag. Das klingt anfangs etwas eigenartig, entwickelt mit der Zeit jedoch auch einen eigenwilligen Charme. Im Gegensatz zum 105-PS-Motor des Rapid (CBZB) werden die Nockenwellen des intern CJZD genannten Motors im Fabia III per Zahnriemen durch die Kurbelwelle angetrieben. Das dürfte wohl der Tribut sein, den der Volkswagen-Konzern für die Steuerketten-Problematik zahlen durfte. So verfügen etwa auch alle neuen Diesel- sowie Otto-Motoren im Polo wieder einen Zahnriemen.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Metall-Grau-Metallic Heckansich

Mit 81 kW/110 PS fuhr ich das Top-Modell des Fabia-Portfolios, das gegen Aufpreis auch mit DSG erhältlich ist. Ich war jedoch mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe durchaus zufrieden. Auf Fahrt ließ sich nach kurzer Zeit er-fahren, dass der Fabia dritter Generation primär komfortables Stadtgefährt sein soll. Die Lenkung ist leichtgängig, das Getriebe lässt sich mit wenig Nachdruck butterweich durch die Gassen führen, das Fahrwerk federt den Fabia weich und souverän ab. Genau richtig, um im wuseligen Stadtverkehr oder auf dem Weg von Dorf zu Dorf ruhig und entspannt von A nach B zu gelangen.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Metall-Grau-Metallic Seitenansicht Pinhal Novo Schrei-Katz

Auf portugiesischen Landstraßen aber durfte der Fabia auch zeigen, wie viel Dynamik in ihm steckt. Der Downsizing-Motor dreht erfreulich willig, die Gasannahme weiß zu gefallen. Und mit seinen 110 PS kann der kleine Fabia – so es der Fahrer wünscht – in angnehm flotten 9,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt werden. Während der Fahrt fällt mir auf, dass ich gern tiefer sitzen wollen würde, als es der höhenverstellbare Fahrersitz zulässt. Für meinen Fahrstil empfinde ich zudem das Fahrwerk als etwas zu weich, die Lenkung könnte mehr Widerstand leisten. Mit dem 190 € günstigen Sportfahrwerk und der damit einhergehenden 15-Millimeter-Tieferlegung könnte zumindest ein wenig Abhilfe geschaffen werden.

Škoda Fabia III – Technologie

Wer wert auf Assistenzsysteme legt, findet diese nun bei Škoda auch im Kleinwagen-Segment. Dank MQB-Technologie gibt es nicht nur die neuesten VAG-Aggregate oder die elektromechanische Servolenkung – auch Systeme wie einen Notbremsassistenten, die Multikollisionsbremse sowie Müdigkeitserkennung. Neben der klassischen Geschwindigkeitsregelanlage gibt es ebenso einen Speed Limiter. Was leider dem Polo vorbehalten bleibt, ist die Adaptive Cruise Control. Auch Xenon- oder gar LED-Scheinwerfer sind – zumindest derzeit – nicht erhältlich.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Metall-Grau-Metallic Heckansicht Pinhal Nov

Immerhin verbaut Škoda Projektionslinsen für die Halogenscheinwerfer. Allerdings bleibt der etwas ernüchternde Farbunterschied zwischen Halogen-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht. Das ist beim Škoda Rapid Spaceback, den ich testete, anders: Das farblich dröge Halogen-Tagfahrlicht stört angesichts der verbauten Xenon-Scheinwerfer. Das Ganze fühlt sich ungut nach Konzernmutter-Diktat.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ MirrorLinkDa in der Kleinwagenklasse laut Škoda erfahrungsgemäß weniger Navigationsgeräte geordert werden, setzen die Tschechen auf das sogenannte MirrorLink, das über ein 6,5 Zoll großes Touch-Display gesteuert wird. MirrorLink spiegelt dabei das angeschlossene Smartphone. Über die Navigations-App Sygic lässt sich eine günstige Navigation realisieren. Das Problem ist nur: Die Navigation läuft nicht sonderlich zuverlässig. Ansagen kommen teilweise sehr spät, plötzlich soll auf der Route gewendet werden oder Reaktionen erfolgen recht träge. Hinzu kommt, dass derzeit lediglich das HTC One 8 für MirrorLink unterstützt wird.

Des Weiteren bietet Škoda mit SmartGate die Möglichkeit, Fahrzeugdaten via App – etwa Effizienz, einen erweiterten Bordcomputer etc. – anzuzeigen und zu speichern. Das Dumme ist nur, dass SmartGate lediglich für Apples iPhone verfügbar ist. Wer also MirrorLink und SmartGate nutzen möchte, benötigt derzeit sowohl ein HTC One 8 als auch ein iPhone.

Škoda Fabia III – Fazit

Der neue Škoda Fabia (Typ NJ) erweist sich als gelungener Kleinwagen, der einerseits das Zeug hat, dem Polo gewaltig auf die Pelle zu rücken und dem andererseits leider anzumerken ist, dass die Konzernmutter nicht alle technologischen Möglichkeiten teilen möchte. Aber das wird kein Beinbruch sein. Der Fabia III wird ohne Zweifel seine Käufer finden, denn er bietet (beinahe) alles, was ich von einem Kleinwagen erwarte. Zumal ich in einem Fahrzeug dieser Klasse kein Wischwasch-Display mit Smartphone-Tralala benötige.

2014 Skoda Fabia III Typ NJ 1.2 TSI Style Metall-Grau-Metallic Vorderansich

Mit seinem gut ansprechenden, kleinen Turbobenziner und dem angenehm komfortablen Gesamtpaket fährt der Fabia III schnarrend ganz nach vorn – weil das Gesamtpaket stimmt. Wer es darauf anlegt, kann mit dem Fabia III auch dynamisch seinen Spaß haben. Die obligatorischen ‚Simply Clever‘-Details sind so praktisch und ideal für den Alltag wie eh und je, der Kofferraum schluckt ohne Mühe den Einkauf, Parkpiepser vorn und hinten bewahren mich vor ungewolltem Fremdkontakt. Und ein Navigationssystem halte ich in einem Stadtwagen für entbehrlich. Obendrein kann der neue Škoda Fabia mit den richtig gesetzten Häkchen richtig gut aussehen. Was ich dagegen vermisse: 1.4-Liter- und 1.8-Liter-Turbomotoren sowie Xenon-Scheinwerfer.
„Mein“ Fabia käme laut Konfigurator auf einen Listenpreis von 19.820 €, der Testwagen kostet demgegenüber ca. 20.600 €.

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Zur Fahrveranstaltung in und um Lissabon, Portugal wurde ich von Škoda Auto Deutschland eingeladen. Alle anfallenden Kosten wurden vom Hersteller übernommen. Zu keinem Zeitpunkt wurde versucht, auf meine Berichterstattung Einfluss zu nehmen.

Text: MvB
Fotos Exterieur: MvB
Fotos Interieur: Škoda

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