Blogschau – Nissan im Bloglight Juni 2012

Der japanische Autohersteller Nissan wurde von den deutschsprachigen Autobloggern – gebündelt im Blogger Auto Award – zum Bloglight des Monats Juni gekürt. Unterschiedliche Argumente führten die Blogger zu Nissan. Mit ein wenig Vergangenheitsbewältigung möchte ich mich den Japanern nähern und gleichzeitig auf den einen oder anderen Autoblog-Artikel verweisen. Denn in letzter Zeit war Nissan in deutschsprachigen Autoblogs relativ stark vertreten.

Mit dem Nissan Qashqai konnten sich die Japaner anhaltenden Erfolg sichern. | © Nissan

Seit Beginn dieses Jahres bündelt die Auto-Blogosphäre ihre Präsenz mittels des Blogger Auto Award und kürt seit April jeweils einen besonders herausragenden Automobil-Hersteller, dem die jeweiligen Auto-Blogs entsprechende Artikel widmen und die Gründe für das Besondere der Marke darlegen. Nach Renault im April sowie Škoda im Mai folgen die Japaner von Nissan im Juni.

Auch wenn ich nicht im Blogger Auto Award vertreten bin, möchte ich mich meinen Mit-Bloggern anschließen und meine Gedanken zum Thema „Nissan“ schweifen lassen.

Meine erste Begegnung mit Nissan – Der Sunny B11. | © Nissan

Es muss irgendwann 1996 oder 1997 gewesen sein, als ich – noch als Grundschüler – mit der Marke Nissan erstmals in Berührung kam. Meine Tante hatte gerade ihren Führerschein gemacht und brauchte ein Anfängerauto, das sich über die eine oder andere Beule oder Delle nicht beschweren würde. Letztlich erstand sie ein Rentner-Auto; wenn ich mich nicht täusche für um die 800,- DM. Dabei handelte es sich um einen Nissan Sunny B11 Stufenheck – produziert zwischen 1981 und 1985. Schon damals erschien mir das Auto alt, strahlte aber auch eine gewisse Faszination aus. Er war knallrot, leuchtete, ganz ohne ausgeblichenen Lack. Die 75 PS ließen das rote Stufenheck dabei spielerisch mit seinem Leergewicht von unter 900 Kilogramm bewegen. Und obwohl mir der Nissan schon damals antiquiert vorkam, mochte ich ihn, erlag seinem Charme und war traurig, als meine Tante ihren Sunny Ende 1998 gegen einen der letzten Toyota Starlet P9 eintauschte.

Mein erstes eigenes Auto war auch ein Nissan – Einen Primera P10 legte ich mir anno 2006 zu. | © Nissan

Meine zweite Begegnung mit Nissan ließ daraufhin einige Jahre auf sich warten. Ich war 19 und kaufte mir für 1.900,- € mein erstes Auto. Und das war ein Nissan. Um genauer zu sein: ein Nissan Primera P10 2.0 SLX – das Vor-Facelift-Modell mit 115 PS in Anthrazit-Metallic. Der Primera hatte mir Spaß gemacht, war ein problemloses, schlichtes und zuverlässiges Auto.

Der Nissan Primera, der mich leider nur kurze Zeit begleitete, und nicht zuletzt die Toyota Carina E 2.0 GLi Liftback, die mein Vater einige Jahre fuhr, begründeten wohl meine Affinität zu Japanern der 90er Jahre.

Obwohl ein Dynamiker lädt schon der bloße Anblick zum Verweilen ein – auch im Stand. | © Nissan

In diese Zeit, als ich den Primera besaß, fiel meine Aufmerksamkeit u. a. auch auf den Nissan 350Z und sowie den Nissan Murano. Beide Modelle versinnbildlichen meines Erachtens den neuen Aufschwung der Marke Nissan, bilden die Vorboten des heutigen Erfolgs. Andererseits ging es zu der Zeit, als 350Z und Murano auf den Markt kamen, gleichzeitig ordentlich bergab. Mit dem Nissan Primera P12 stellten die Japaner einen Flop auf die vier Räder, der nach fünf Jahren Bauzeit ohne Nachfolger eingedampft wurde. Auch der Nissan Tiida, der den Almera beerbte, war für mich an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen. Der Nissan Micra K12 trug für mich neben seinem Äußeren etwa mit seinen störanfälligen Steuerketten dazu bei, Nissan nicht mehr sonderlich attraktiv zu finden.

Böses Gerät – Versehen mit dem Antriebsstrang des Nissan GT-R zerfetzt der Juke-R nahezu jeden Straßenbelag. | © Nissan

Doch zum Glück konnten sich die Yokohamaer wieder fangen. Was sie mit 350Z und Murano 2002 bzw. 2003 begonnen, fand in seiner progressiven Formensprache Niederschlag im Crossover-Segment: der 2006er Nissan Qashqai ist bis heute ein Erfolg. Mit dem 370Z und dem kleinen frechen Qashqai-Bruder Juke fanden sich entsprechend ausgerichtete Nachfolge- und Neuwagen-Modelle. Auch die vierte Generation des Nissan Micra scheint mir ein wichtiger Fortschritt zu sein.

Das Projekt "The Big Turn On" lädt zum 100-tägigen Dauertest des Nissan Leaf ein. Mit dabei sind auch einige Autoblogger. | © Nissan

Mit Blick auf die letzten Wochen und Monate zeigt sich darüber hinaus, dass sich Nissan erfreulich aufgeschlossen gegenüber Auto-Bloggern zeigt. Das große Nissan Leaf-Testprojekt „The Big Turn On“ hinterlässt dabei einen guten und großen Eindruck, ebenso wie die ein oder andere Ausfahrt im Nissan Juke-R oder Nissan GT-R.

Nach dem eher belanglosen Vorgänger weiß die vierte Generation des Nissan Micra wieder zu überzeugen. | © Nissan

Gemeinsam mit Renault ist Nissan darauf bedacht, die Zukunft der Renault-Nissan-Allianz zu elektrifizieren und damit zu sichern. Das Bündnis weist derzeit die wohl größte Elektro-Auto-Flotte auf, die auf dem Markt frei verfügbar ist. Und besonders interessant finde ich dabei neben dem Nissan Leaf den Renault ZOE, auf den ich schon sehr gespannt bin.

Bloglight Juni 2012 in anderen Blogs:

2 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Deutscher Auto Blogger Digest vom 06.07.2012 › "Auto .. geil"

    […] AutoAidBlogschau – Nissan im Bloglight Juni 2012Der japanische Autohersteller Nissan wurde von den deutschsprachigen Autobloggern – gebündelt im Blogger Aut… […]

  2. » Test & Fahrbericht: Nissan Juke Tekna 1.6 DIG-T 4×4 – Einführung, Daten & Fakten - autoaid.de blog

    […] Nissan geht bewusst andere Wege und verlässt ausgetretene Pfade. Mit dem Crossover-Modell Juke stellen die Japaner einen Großstadt-Rebellen auf die Räder, der meist zu polarisieren weiß – entweder man findet ihn hässlich oder cool. Ich finde ihn schön hässlich; und genau deswegen auch cool. Seine dunkle Farbe, die Nissan „Machine Brown“ nennt, lässt einen Arbeiter vermuten, der sich nicht scheut, die Hände schmutzig zu machen. Und schmutzig macht er sich gerne, allerdings weniger als Arbeiter. Der Juke ist mehr der verspielte Raufbold, der über Feldwege jagt, in jede Pfütze springt und diebisch grinst, wenn der Dreck spritzt. […]

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