Blogschau: Bloglight August 2012 – Die Katze ist aus dem Sack

Die deutschsprachigen Autoblogger haben das Bloglight für August 2012 verliehen. In diesem Monat haben die indischen Engländer von Jaguar das Rennen gemacht. Wie üblich, würdigen die unterschiedlichen Blogger ihre Wahl mit jeweils einem Artikel zum Thema und legen dar, worin die Faszination an der Katze liegt und was sie zur Wahl Jaguars zum Bloglight des Monats August bewogen hat.

Mangels gemeinsamer Geschichte und Berührungspunkte mit der Marke Jaguar beteiligte ich mich diesen Monat nicht am Jaguar-Bloglight – ich wüsste einfach nicht, was genau ich zu Marke und Modellen sagen sollte – außer, dass Jaguar viele zeitlose Klassiker zu verantworten hat, endlich wieder richtig schöne Autos baut, aber einen 12-Ender vermissen lässt und bisherige Schwächen ausgemerzt zu haben scheint.

Aus diesem Grund gibt es von mir diese kleine Blogschau: Werfen wir einen Blick über den Tellerrand des eigenen Blog und schauen, was andere Autoblogger beim Thema Jaguar zum Besten geben.

Für viele war sicherlich ein bestimmtes Ereignis Beweggrund für die Wahl der Briten: Jaguar Cars hatte im August in die Eifel geladen, die Katzen auf dem Nürburgring aus dem Sack gelassen und die Blogger lieferten entsprechend euphorischen Cat Content. Das allein ist schon gute Werbung für die edle Fahrzeugschmiede. Mit dem Bloglight kommt die nächste Welle. Und ja, gelegentlich könnte der Verdacht aufkommen, dass Jaguar eben wegen dieser Veranstaltung gewählt worden ist.

Jaguar prescht voran – hier der XFR. Belohnt wurden die Briten nun mit dem Bloglight des Monats August. | © Jaguar

Übermäßig stark euphorisierte Blogger? Vielleicht, ein bisschen. Verständlich. Doch auch andere Gründe sprechen für die Traditionsmarke – wie versichert wird.

Bjoern Habegger etwa lobt u. a. den Mut der Verantwortlichen, als verhältnismäßig kleiner Autohersteller souverän mit der Blogosphäre in Kontakt getreten zu sein und gekonnt erste Beziehungen zu diesen ominösen „Bloggern“ geknüpft zu haben. Das verdiene Anerkennung; denn immerhin schaffen es weitaus größere Hersteller nicht, auf anständiger Grundlage mit Autobloggern umgehen und kommunizieren zu können.

Ebenfalls positive Erwähnung findet die Kehrtwende, die Jaguar erfuhr, seit die Marke 2008 an Tata Motors verkauft worden ist.

Dagegen begründen Kai Bösel auf motoso.de und Moritz Nolte auf automobil-blog.de eben genau mit diesem ausgerichteten Fahr-Event auf dem Nürburgring und dem damit einhergehenden Kennenlernen einiger Jaguar-Modelle – wie dem XKR, XF und XJ.

Der Jaguar XJ ist das Oberklasse-Modell der Briten. | © Jaguar

Das Mut-Argument, Jaguar würde sich den digitalen Medien öffnen und Blogger involvieren, mündet letztlich zwangsläufig in der Eifel, wo Jaguar und Blogger aufeinandertrafen. Ansonsten heißt es in weiteren Begründungen, Jaguar baue endlich wieder schöne, sportliche Autos. Gelobt wird die Entwicklung, die Jaguar seit der Übernahme durch Tata durchgemacht hat. Zwar ist es absolut begreiflich, dass Blogger von der Marke, die zu solch einer Veranstaltung einlädt, euphorisiert an den heimischen Rechner einkehrt – aber ist das nicht schon zu viel Überschwang?

Reicht das für einen Award, für das Bloglight?

Ich bin diesbezüglich zwiegespalten. Sicherlich, die Annäherung an Digital Natives, Online-Publisher und Blogger ist eine feine Sache und in vielen Bereichen auch überfällig. Aber sind ein erstes Beschnuppern und gelungenes Automobil-Design schon alles, das es braucht, um den Blogger Auto Award 2012 zu erhalten? Viele Hersteller bauen schöne Autos, einige Hersteller machten eine subjektiv positive Entwicklung in den letzten Jahren durch. Mir fehlen Alleinstellungsmerkmale, die eine Auszeichnung rechtfertigen könnten. Was ist mit richtungsweisenden, zukunftsträchtigen Innovationen? Einen 5.0-Liter-V8-Motor zähle ich nicht dazu, gelungenes Sportwagen-Design auch nicht; bestenfals als Ergänzung.

Das XKR Coupé – hier treffen Eleganz und Sportlichkeit aufeinander. Aber ist das alles, das es braucht für den BAA? | © Jaguar

Warum eigentlich so kritisch? Ist es Neid, weil ich keinen Jaguar gefahren bin?

Ich denke nicht. Vermutlich hätte ich einerseits Schiss, andererseits zu viel Respekt, um eine weit über 100.000€ teure Raubkatze zu treten. Auf der anderen Seite hätte ich womöglich nach kurzer Eingewöhnung doch die Katze aus dem Sack gelassen. Wer weiß. Allerdings sehe ich eine Fahrveranstaltung – sei sie auch noch so gut organisiert – nicht als alleinigen Auszeichnungsgrund. Da helfen auch nicht das schöne Design, die groß dimensionierten Motorisierungen und die allzu natürliche Fortentwicklung einer Automobil-Marke. Mir ist das zu wenig.

Und weil es mir an Beweggründen fehlte, wieso Jaguar das Bloglight verdient hätte, gibt es keinen Artikel diesbezüglich von mir. Dennoch Glückwunsch nach England und Indien; schöne Autos baut ihr ja.

Und hier noch einmal alle Links zu den Bloglight-Artikeln:

Blogger Auto Award

Auto-Geil.de (Jan Gleitsmann)

Rad-ab.com (Jens Stratmann)

Auto-Diva.de (Nicole Y. Männl)

Autophorie.de

Veight.de

PACEMATTERS.com (Stefan Maaß)

mein-auto-blog.de

passiondriving.de (Sebastian Bauer)

motoso.de/motoBlog (Kai Bösel)

bycan.de (Can Struck)

Autos.WeltderTechnik.de (Stefan Sprick)

Fanaticar -live the passion

Automobil-Blog – das Auto-Blog

Motor-inside.com

RobertBasic.de

AutoKarma, Thomas Gigold

Exclusive-Life.de, Ralf Bernert

12 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Bjoern Habegger

    😉 Es bleibt immer die Gefahr, den Eindruck zu erwecken, man wäre gekauft. Aber ganz unter uns, genau darüber haben wir auch diskutiert. Und genau der Zusammenhang, der natürlich auf den ersten Blick extrem ins Auge fällt, von Event und Bloglight, hatte zu Diskussionen geführt. Auch ich habe mich am Anfang damit nicht anfreunden können.

    Doch am Ende zählt der „erste Schritt“ mehr, als die Angst, für eine Entscheidung in Diskussionen gehen zu müssen. Zumal es natürlich unserer eigenen Tätigkeit einen Sinn verleit. Wir als unabhängige Online-Medien, ohne die Verlagshaus-Macht, wir brauchen Hersteller wie Mercedes-Benz, Skoda und auch Jaguar, die offen und mutig unterwegs sind und keine Angst vor den unbekannten Pfaden haben.

    Eine ganze Branche erlebt derzeit einen medialen Wandel. Am Ende werden die Leitmedien von auto, motor und sport, autozeitung und autobild noch immer übrig bleiben und Zeitschriften auf Papier verkaufen. Aber den Online-Markt, den werden andere anführen. Denn es gibt keinen Grund, dass man eine Papierzeitung kauft und dann hinterher auch noch die Zweitverwertung online konsumiert. Es ist also eine Sache der Taktik und hier sind die Verlagshäuser bereits jetzt im Hintertreffen.

    Die einen hauen mit dem großen Hammer auf die Fliegen und zeigen stolz die AGOF-Schlagzahl, die anderen würdigen die Leser und gehen in den Dialog 😉 – man muss kein Philosoph sein um zu verstehen, welcher Weg der langfristig sinnvollere ist 😉

    Hau rein Mario! 😉

  2. Mario Lehmann

    So Bjoern, jetzt, wie versprochen, hier noch mal etwas eingehender.

    Der Eindruck, man hätte sich von einem Fahr-Event arg beeinflussen lassen, ist schnell da, richtig. „Gekauft“ ist dabei wohl kaum wörtlich zu nehmen – aber ein gewisser Einfluss lässt sich kaum abstreiten. Die Diskussionen um dieses Bloglight habe ich leider wegen meines Urlaubs nicht aktiv verfolgen können. Dass dieses Thema aufkommt, ist verständlich und naheliegend. Anfreunden kann ich mich noch immer nicht wirklich mit diesen ganzen Umständen.

    Wie an anderer Stelle schon gesagt, sehe ich diesen ersten Schritt auch als essentiell. Der Mut, Blogger aktiv einzubeziehen, gehört belohnt – keine Frage. Nur kommt mir diese „Belohnung“ in Form des Bloglight wie ein Schnellschuss vor, der, um davon abzulenken, zusätzlich mit anderen Beweggründen verwoben wird. Dabei empfand ich Deinen Beitrag als einen der besten. Eben, weil er auf mehrere Punkte eingeht, insbesondere auf den Mut eines kleineren Herstellers, ein launiges Event zu veranstalten und Blogger dazu einzuladen.

    Meiner Meinung nach machen Online-Medien wie Autoblogs auch ohne diese Fahrevents Sinn – dieser wird uns nicht erst durch solche Veranstaltunge verliehen. Die Stärke der Blogs als Online-Medien liegt eben in der Unabhängigkeit, der Möglichkeit, sich eine kritische Grundhaltung leisten zu können. Aber genau dieser Vorteil des Bloggens ist es, der droht verloren zu gehen, wenn sofort nach den ersten zugeworfenen Fleischbrocken mit Auszeichnungen geworfen wird.
    Der „erste Schritt“ – wichtig, ja. Aber das ist „nur“ ein erster und damit meiner Meinung nach zu wenig, um gleich mit einem Award ums Eck zu kommen.

    Und Du genießt auch meine vollste Zustimmung, wenn Du sagst, dass Auto-Blogger teilweise Hersteller brauchen, um detailliert berichten und arbeiten zu können. Aber eben auch mehr – freie Hand zum Beispiel. Wenn ich vom Hersteller Angebote annehme, komme ich, wenn ich mich ans Schreiben eines Artikels mache, schnell an die Selbstzensur (http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstzensur), gern auch unbewusst.

    Der mediale Wandel hat begonnen, klar. Und ich denke, Print-Publikationen wie „auto, motor und sport“, „AutoBild“ u. a. könnten allein vom Print nicht mehr leben. Ohne ihre Online-Angebote und der dort platzierten Werbung, hätten es auch die Großen sehr schwer.

    Ich denke, wir beide gehen konform darin, wenn wir Dialog, Kritik und Unabhängigkeit hochhalten. Das Bloglight August für Jaguar sehe ich jedoch weniger in diesem Credo. Viel zu sehr spürt man beim Lesen der Bloglight-Artikel, dass der Einfluss des Nürburgring-Events sehr, sehr groß ist – auch wenn betont wird, dass es auch noch andere Argumente für Jaguar gibt. Doch die, die folgen, sind keine Alleinstellungsmerkmale Jaguars, die in meinen Augen eine Auszeichnung, wie den BAA, rechtfertigen würden.

    So, ich hoffe, es ist nicht zu verschroben geworden. Wenn’s noch etwas gibt: Nur zu. Du weißt ja: Dialog und Kritik. So auch hier.

    Viele Grüße
    Mario

  3. Will Sagen

    Ich war ja auch mal gelisteter Autoblogger. Und das ohne, dass ich an irgendeinem Event teilgenommen habe. Ne Zeit lang habe ich „mitgespielt“, letztlich bin ich aber zu sehr Ge- und Verlegenheitsblogger, als das ich verlässlich Content liefern könnte, der anderen nicht im Halse stecken bleibt.

    Hätte ich an dem Eifelevent teilgenommen, wäre mir ein „Dankeschön“ in Gestalt eines Bloglight-Artikels durchaus in den Sinn gekommen. Was ist daran so schlimm? (Dass ich nicht teilgenommen hätte, hat andere Gründe) Ich glaube, den Vorwurf, gekauft zu sein, kann sich immer mindestens einer der Autoblogger anhören, egal welcher Hersteller nun „dran“ ist. Aus der Nummer kommt man eh nicht raus. Hauptsache ist, man ist nicht wirklich gekauft.

    Mir wären zu Jaguar etliche Punkte eingefallen, die ich für einen Bloglight-Artikel hätte schreiben können. Und an der Stelle frage ich mich dann, wenn Jaguar in deiner Gunst durchfällt oder noch nicht dran ist, wer deiner Meinung nach eher die monatliche Aufmerksamkeit der Autoblogger erfahren hätte. Und vor allem warum. Was hätte ein Hersteller anders machen müssen, um in den Fokus gerückt zu werden? Oben liest man nur, was wohl nicht gut war oder nicht gereicht hat.

    Blogger laufen m. E. leicht Gefahr, zu hohe Moralvorstellungen aufzubauen. Manchmal muss man auch einfach die Kirche im Dorf lassen. Jaguar macht so ein Event ja nicht, nur um ein paar Blogger zu bespaßen, sondern um am Ende mehr Autos zu verkaufen. Man erwartet also auch, dass darüber berichtet wird. Und daran ist nichts verwerfliches. Weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.

  4. Mario Lehmann

    Hallo Will Sagen,
    vielen Dank für den Kommentar und schön, dass Du Dich hier beteiligst.

    „Hätte ich an dem Eifelevent teilgenommen, wäre mir ein ‚Dankeschön‘ in Gestalt eines Bloglight-Artikels durchaus in den Sinn gekommen. Was ist daran so schlimm?“

    Dass nach einer solchen Veranstaltung – wie auch immer diese geartet sei – entsprechender Content in Artikel-Form generiert werden sollte, versteht sich meines Erachtens von selbst. Als Auto-Blogger werden oft die Dinge verbloggt, die man selbst er-fahren hat. Keine Frage, das sehe ich auch so.
    Das Problem beginnt aber in dem Augenblick, wo Du von „Dankeschön“ sprichst. Es gab – unabhängig vom Bloglight – von jedem Teilnehmer, wenn ich mich nicht irre, einen entsprechenden Blog-Artikel zum Event, zu den Autos, zur Marke. Das sehe ich nicht als „Dankeschön“, sondern als obligatorische Arbeitsgrundlage des Bloggens und Online Publishings.
    Darüber hinaus, aufgrund dieses einzelnen Ereignisses, im Rahmen des Bloglight ähnlich gelagerter Artikel noch einmal rauszuhauen, ist nicht nur tautologisch, sondern lässt schnell an dieses von Dir angesprochene „Dankeschön“ denken – eine Hand wäscht die andere. Unabhängig oder gar kritisch ist das aber nicht mehr.

    „Ich glaube, den Vorwurf, gekauft zu sein, kann sich immer mindestens einer der Autoblogger anhören, egal welcher Hersteller nun ‚dran‘ ist. Aus der Nummer kommt man eh nicht raus. Hauptsache ist, man ist nicht wirklich gekauft.“

    Dass jemand wirklich gekauft ist, davon gehe ich nicht aus. Das „gekauft“ ist auch eher metaphorisch zu sehen. Nenn es „Beeinflussung“ oder „Steuerung“ – es ändert aber nichts am faden Beigeschmack: ein (gut durchdachtes, wohl organisiertes, harmonisches, spannendes) Event – einmal Bloglight. Das betrachte ich, wie gesagt, nicht mehr als unabhängig und kritisch.

    „Mir wären zu Jaguar etliche Punkte eingefallen, die ich für einen Bloglight-Artikel hätte schreiben können. Und an der Stelle frage ich mich dann, wenn Jaguar in deiner Gunst durchfällt oder noch nicht dran ist, wer deiner Meinung nach eher die monatliche Aufmerksamkeit der Autoblogger erfahren hätte. Und vor allem warum. Was hätte ein Hersteller anders machen müssen, um in den Fokus gerückt zu werden? Oben liest man nur, was wohl nicht gut war oder nicht gereicht hat.“

    Schön, dass Dir etliche Punkte zu Jaguar eingefallen wären. Das hätte ich sehr gerne gelesen. Mir ist Jaguar bedauerlicherweise nicht so nah, ich hatte in der Vergangenheit keine großartige Beziehung zu irgendeinem Jaguar-Modell, keine Erlebnisse, die ich mit der Marke verbinde, die ich hätte einfließen können.

    Jaguar fällt bei mir keineswegs durch. Das wäre zu hart ausgedrückt. Ich sehe lediglich keine hinreichenden Beweggründe für ein Bloglight.
    Es geht auch nicht darum, wen oder was ich persönlich lieber im Bloglight gesehen hätte. Schließlich handelt es sich dabei um einen demokratischen Prozess, in dessen Rahmen das Bloglight gewählt wird. Nur, dass ich für den Monat August der Meinung bin, dass der Vorgang unglücklich ablief. Teilnehmen konnte ich an diesem zum damaligen Zeitpunkt nicht, da ich im Urlaub war. Andererseits hätte ich unter Umständen die ein oder andere Marke ins Gespräch gebracht, die mir geeigneter erscheint. Ob mein Vorschlag dann auch gewählt worden wäre, ist dann jedoch eine andere Sache.

    „Blogger laufen m. E. leicht Gefahr, zu hohe Moralvorstellungen aufzubauen. Manchmal muss man auch einfach die Kirche im Dorf lassen. Jaguar macht so ein Event ja nicht, nur um ein paar Blogger zu bespaßen, sondern um am Ende mehr Autos zu verkaufen. Man erwartet also auch, dass darüber berichtet wird. Und daran ist nichts verwerfliches. Weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.“

    Es geht mir mitnichten um Moral. Die wird mir oft ohnehin zu sehr überstrapaziert. Es geht um die vielgelobte Unabhängigkeit, die freie Hand des Bloggers, die Möglichkeit, Kritik zu üben, mehr zu sein, als ein Werbe-Instrument, das mittels eines Events zu Begeisterungsstürmen angeregt werden kann.
    Und natürlich geht es nicht ums Bespaßen, natürlich soll der Absatz angekurbelt werden und natürlich möchte die jeweilige Marke, dass darüber berichtet wird. Genau das ist ja der Punkt: Es wurde auf vielen Blogs darüber berichtet, es hat seine online-mediale Resonanz gefunden. Das ist nicht verwerflich, das ist einer von vielfältigen Gründen des Bloggens.
    Aber dann kam das Bloglight noch hinterher. Und das ist der Kasus knaxus, um den er mir geht. Der von mir nun mehrfach hervorgebrachte Schnellschuss.

    Ich hoffe, es ist für Dich nachvollziehbar, worauf ich explizit hinaus möchte.
    Viele Grüße
    Mario

  5. Bjoern Habegger

    Es gibt nun einmal keine objektive Urteilsfähigkeit bei Individuen. Grundsätzlich ist es die Aufgabe der PR, die Multiplikatoren zu gewinnen. Ob das mit einem Event passiert, oder mit anderen Aktionen. Ganz egal – ich kann für mich sagen: Ich belohne den Mut, sich auf den Kontrollverlust einzulassen. Das Event war zudem perfekt auf Blogger ausgerichtet. Das darf man erwähnen – ich denke, wenn man anfangen würde und wäre nicht ehrlich, oder würde Fakten verheimlichen, sprich – das Event an sich unerwähnt lassen, dann wäre es Betrug am Leser. So aber – versteht jeder den Zusammenhang. Ich finde das ist glaubwürdig und ehrlich und natürlich war das Event im Zusammenhang mit dem Schritt zu sehen. Aber dennoch wird nicht das Event belohnt, (Ergo gekauft) sondern der Schritt als solches 😉

    Wenn man das auch nicht trennen kann, so ist es ein deutlicher Unterschied – der aber durch die Transparenz zur Glaubwürdigkeit beiträgt. imho.

  6. Mario Lehmann

    Hm, ich kann Deiner Argumentation folgen, allerdings nicht zur Gänze.
    „Belohnung“ für ein solches Event ist der generierte Content, der online allen zur Verfügung gestellt wird. Diesen gab es naturgemäß nach dem Jaguar-Event in vielen Artikeln. Warum also, aufgrund dieses einzelnen Ereignisses, noch eine Belohnung? Mir scheint offensichtlich, dass das Event der ausschlaggebende Impuls für die Vergabe des Bloglight an Jaguar war. Viele der anderen Argumente, die in den einzelnen Blog-Beiträgen kamen, kann ich auf fast jede beliebige Automarke übertragen.

    Was wäre also, hätte Jaguar kein Event oder ein bedeutend kleineres veranstaltet? Wäre Jaguar auch dann ausgezeichnet worden?

    Bei Mercedes bspw. sah das Ganze anders aus. Auch da gab es das Event zur A-Klasse, aber auch drum herum reichlich Aktivitäten, die gewürdigt werden konnten und schließlich auch wurden.

  7. Robert Krippgans

    Hey Leute, ich möchte mich auch kurz in die wirklich interessante Diskussion einklinken. Nur mal eine ketzerische Frage: Welcher Hersteller wäre denn eurer Meinung nach im August ein „Bloglight“ wert gewesen? Im „Sommerloch“ war das Jaguar Event doch eine super Abwechslung! Und wie alle hier schon erwähnen, hat die deutsche Blogosphäre doch „flächendeckend“ darüber berichtet. Ergo: Es war ein interessantes Event und meiner Meinung nach das einzige wirkliche Highlight im August = Bloglight durchaus gerechtfertigt.

    Ohne hier jemanden auf den Schlips treten zu wollen, aber ganz objektiv betrachtet hätten sicherlich auch die Leser diese Wahl getroffen. Oder was denkt ihr?

  8. Mario Lehmann

    Hallo Robert!

    Guter Punkt und interessanter Gedankengang, aus dieser Perspektive habe ich das Ganze noch nicht gesehen. Ich bin nämlich bisher nicht davon ausgegangen, dass es darum geht, was ein Hersteller in einem vergangenen Monat „geleistet“ hat, zumal die Wahl meist Mitte des Monats durch ist.

    Ich finde ehrlich gesagt einen („Bewertungs-„)Zeitraum von einem Monat etwas dünn, gerade aufgrund der Größe der Unternehmen. Da mahlen die Mühlen langsamer, die Schlagzahl ist nicht so hoch und dementsprechend kann kaum jeden Monat ein neues Highlight vorliegen. Daher war für mich immer klar, dass, wenn es um die Wahl zum Bloglight geht, ein großer zeitlicher Rahmen herangezogen wird.

    Für mich persönlich wurde dann „das große Ganze“ berücksichtigt. Die Geschichte des Unternehmens, einzelner Modelle, persönliche Berührungspunkte, Innovationen über die letzten Monate und Jahre, Vorreiter-Rolle, Qualität, Zuverlässigkeit etc. All das sind Faktoren, die meines Erachtens reinspielen; und das kann ich nicht an einem einzelnen Monat festmachen. Daher sehe ich auch kein Sommerloch, nur, weil im August bzw. bis Mitte August weniger Veranstaltungen, Events und Premieren veranstaltet wurden.

  9. Robert Krippgans

    Aber ist es dann nicht ein generelles Problem der Bloglight-Strategie? Ich pflichte dir bei, dass ein monatlicher Zyklus bei deiner Herangehensweise durchaus knapp bemessen ist. Ich hatte den Bloglight immer so verstanden, dass die Marke, die im Monat X die meiste Aufmerksamkeit der deutschen Blogosphäre erhalten hat, auch mit dem Award ausgezeichnet wird…

  10. Mario Lehmann

    Hallo Robert,
    ja, dann scheint es wohl ein strategisches bzw. konzeptionelles Problem (bei mir?) zu sein.
    Wie gesagt, ein Bloglight zu „verschenken“ an denjenigen, der meine Aufmerksamkeit innerhalb eines Monats erlangen konnte – irgendwie kann ich mich damit nicht so recht anfreunden. Das sollte man vielleicht mal gemeinsam mit den anderen diskutieren …

  11. Robert Krippgans

    Jep, ich denke das sollte man wirklich mal machen. Wie schon erwähnt, war es für mich durchaus plausibel… Mir fehlen allerdings auch ein bissl die Hintergründe. Welche Kriterien wurden denn ursprünglich gesetzt? Gibts irgend eine Diskussionsgruppe oder sowas wo die Entscheidung getroffen wird? Wer ist alles daran beteiligt? Etc.

  12. Im Bloglight Oktober 2012: Citroën « Nachtigall, ick hör' Dir trapsen

    […] hatte bereits zum August-Bloglight einige kritische Worte geäußert. Damals erhielt Jaguar einen Großteil der Blogger-Stimmen. Aus im Artikel und den Kommentaren […]

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