ADAC-Test – Coupé-Diesel sparsamer als Coupé-Hybrid
Montag, 25. Oktober 2010 von Mario LehmannDer ADAC hat in seinem Öko-Vergleichstest das neue hybride Coupé Honda CR-Z dem Volvo C30 1.6 DRIVe und dem VW Scirocco 1.4 TSI BlueMotion Technology gegenübergestellt und kam zu einem überraschenden Ergebnis.
Mit einem Stadtverbrauch von 4,9 Litern Diesel auf 100 km konnte der Volvo C30 1.6 DRIVe Honda und VW hinter sich lassen. Dass der Volvo den VW in Sachen Verbrauch unterbieten würde, wundert eigentlich nicht wirklich. Dass jedoch der Hybrid von Honda in der Paradedisziplin der Hybrid-Technologie – dem Stadtverkehr – scheitert und ihm der Volvo den Rang ablaufen würde, ist verwunderlich. Immerhin, so in der Theorie, ist ein Hybrid-Fahrzeug einem Auto, das ausschließlich von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird, überlegen. Denn der Elektromotor soll in der Stadt in der täglichen Rush Hour und beim Stop-and-go-Verkehr die Hauptaufgabe übernehmen, während der Benzinmotor lediglich unterstützend eingreift, wenn mehr Energie benötigt wird, als der Elektromotor zur Verfügung stellen kann. Das hat einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch zur Folge; theoretisch.
So zeigte sich im Test des ADAC, dass der Diesel von Volvo sowohl in der Stadt als auch auf der Landstraße und der Autobahn am wenigsten verbrauchte. Selbst die ausgestoßenen CO2-Emissionen waren beim Volvo mit 113 g/km am niedrigsten im Test.
Kombiniert verbrauchte der C30 4,3 Liter Diesel, der CR-Z 5,4 Liter Super und der Scirocco 6,3 Liter auf 100 km. Trotz des höchsten Verbauchs gewinnt jedoch der Scirocco von VW nach Auswertung der über 300 Testkriterien des ADAC mit einer Testnote von 2,2. Kurz dahinter konnte sich der Volvo (2,4) platzieren, während der Honda CR-Z (2,7) das Schlusslicht darstellt. Die KO-Kriterien, die dem Volvo den ersten Platz kosteten, sind der durchzugsschwache, träge Motor mit seinem zu lang übersetzten Getriebe. Alle Kategorien, abgesehen von der Umwelt-Kategorie, kann der VW für sich entscheiden.
Schließlich hat der Test des ADAC mal wieder gezeigt, dass der viel gelobte und von mehr und mehr Automobil-Herstellern bemühte Hybrid-Antrieb, bestenfalls eine Übergangslösung ist, um dauerhaft und nachhaltig Schadstoffausstöße zu reduzieren. Denn letztlich bleiben die aktuellen Hybrid-Modelle abhängig von fossilen Brennstoffen, von denen wir eigentlich unabhängig werden wollen. Und eine echte Alternative sind die Hybrid-Autos, wie der Test zeigt, nicht. Bleibt nur, auf Elektro-Autos zu warten, deren Strom durch erneuerbaren Ressourcen gewonnen wird und auf eine baldige Serienreife der Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu hoffen.


Guter Vergleich mit einem interessantem Ergebnis. Spannend fände ich auch wie der Toyota Prius hier abschneiden würde, auch wenn der Vergleich mit einem Benziner etwas hingt. Gibt es hierzu CO2 Vergleichswerte?
Besten Dank!
Hallo Daniel,
schön, dass Dir der Vergleich zusagen konnte. Man muss aber schon zugeben, dass der Honda CR-Z Hybrid schlichtweg furchtbar schlecht abgestimmt wurde.
Im August 2009 testete der ADAC auch den Toyota Prius III in einem Einzeltest – dort ergab sich ein kombinierter Verbrauch von 4,6 Litern Super auf 100 km. Da der Prius III bis 45 km/h in der Stadt ausschließlich elektrisch fahren kann, ergibt sich ein Stadtverbrauch von 2,6 Litern. Aber auf der Landstraße (4,6 Liter) und auf der Autobahn (6,4 Liter) kommt der 1,8 Liter-Benziner mit 99 PS verstärkt und mit höherer Drehzahl zum Einsatz, sodass dort der Verbauch rasch ansteigt. Auch beim CO2-Ausstoß hält sich der Toyota zurück. 112 g/km beträgt dieser nach den Daten des ADAC.
Der Prius ist damit ein außergewöhnlich sparsames Stadt-Fahrzeug, obschon der Hybrid-Antrieb keine Dauerlösung sein kann. Auch sollte jeder potentielle Käufer durchrechnen, ob sich der Prius III für ihn lohnt, da er in der Basisausstattung schon fast 26.000,- € kostet. Für die untere Mittelklasse ist das eindeutig zu teuer, um eine breite Käuferschicht anzusprechen. Für Vielfahrer, die fast ausschließlich Kurzstrecken fahren und in der Stadt unterwegs sind, könnte er aber etwas sein.
Ansprechender Beitrag.Werd den Blog mal abonnieren. Bin auf weitere Posts gespannt.
[...] Dass im tatsächlichen Betrieb drei Liter verbraucht werden, ist sehr wahrscheinlich; bei 700 PS Leistung sind diese in etwa 15 Minuten durchgeblasen. Wir sehen: Porsche springt auf den Hybrid-Zug auf, platziert sich zwischen den Waggons in einer Gesetzeslücke und lässt den Elektromotor zur pseudo-ökologischen Dekoration verkommen, der zu Steuerersparnissen und Fehleinschätzungen in der Öko-Bilanz führt. Aber anders zieht es Toyota mit seiner Luxus-Marke Lexus auch nicht durch, wenn Modelle wie der RX 450h oder LS 600h als völlig absurde und sinnlose Alternativen zum Diesel angeboten werden. Zumal auch schon kleinere, augenscheinlich sinnvollere Hybrid-Modelle nicht zwangsläufig weniger verbrauchen als ein vergleich…. [...]